3 Dinge, die auffielen: "Wölfe" mit Biss, Draxler zaubert, schlampige Schlussphase
Das Debüt in der K.o.-Phase der Champions League ist dem VfL Wolfsburg geglückt. Im Achtelfinal-Hinspiel siegten die Niedersachsen mit 3:2 (1:0) bei der KAA Gent. Julian Draxler überragte - und dennoch blieb bei den "Wölfen" ein fader Beigeschmack. Eurosport.de nennt drei Dinge, die beim Wolfsburger Achtelfinal-Debüt besonders auffielen.
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1.) Gastgeber (fast) ohne Offensiv-Biss
KAA Gent hatte seine letzten drei Champions-League-Spiele allesamt gewonnen. Von selbstbewusstem Auftreten war gegen ein von Beginn an konzentriertes Wolfsburg aber keine Spur. Die Belgier kamen kaum zu Torchancen, blieben mit ihren Bemühungen immer wieder an den starken defensiven Mittelfeldspielern Luiz Gustavo und Christian Träsch hängen. Wenn sie es doch mal hinter die Sechser schafften, waren Dante und Robin Knoche zur Stelle.
Danijel Milicevic, der an 50 Prozent der Tore im laufenden Wettbewerb beteiligt war, konnte ebenfalls keine Akzente setzen. Trainer Hein Vanhaezebrouck nahm den Schweizer in der 61. Spielminute vom Platz. Insgesamt ließ Gent im Spiel nach vorne alles vermissen, was das Team in den letzten Partien ausgezeichnet hatte. Keine Galligkeit in den Zweikämpfen, keine Durchsetzungskraft im Offensivspiel - bis zur 75. Spielminute.
Plötzlich spielte Gent auch offensiv eine Rolle, erspielte sich jede Menge Torchancen und traf gleich zwei Mal (Sven Kums und Kalifa Coulibaly). Wolfsburg verlor komplett den Faden und kann letztlich froh sein, dass die Belgier nicht früher auf den Geschmack gekommen sind.
2.) Draxler glänzt und sichert Spielball
Selten lief es für Julian Draxler in dieser Saison so gut wie bei der Premiere des VfL Wolfsburg in der K.o.-Phase der Champions League. Von der ersten Minute an lief die komplette Offensive der Niedersachsen den Gegner früh an und eroberte sich in regelmäßigen Abständen die Kugel tief in der Hälfte der Gegner.
Draxler selbst zeigte sich fleißig und lauffreudig, bestach mit guter Antizipation. In der 43. Minute leitete er seinen Führungstreffer mit einem schönen Pass auf Vieirinha selbst ein und schloss nach Vorlage des Portugiesen sehenswert mit der Innenseite ab - Gent-Keeper Matz Sels hatte keine Abwehrchance. Nach der Pause traf er nach einer starken Einzelleistung, als er seinen Gegenspieler erst tunnelte und aus elf Metern zentraler Position Sels überlupfte.
Nach der Partie wusste Draxler sofort, was zu tun ist: Er sicherte sich den Spielball - klar nach seinem ersten Champions-League-Doppelpack.
3.) "Wölfen" geht die Puste aus
75 Minuten war von den Gastgebern so gut wie gar nichts zu sehen. Wolfsburg ließ der KAA keine Räume, war konsequent in den Zweikämpfen und störte den Spielaufbau der Belgier mit starkem Pressing. Nach dem 3:0 durch Kruse zweifelte niemand mehr an einem klaren Auswärtserfolg der "Wölfe".
In der letzten Viertelstunde änderte sich das Spiel komplett. Wolfsburg verlor den Zugriff, traf falsche Entscheidungen im Passspiel und lief nur noch hinterher. Gent erzielte das 1:3 durch eine Einzelleistung von Sven Kums, nutzte die Verunsicherung der "Wölfe" in den Folgeminuten und erspielte sich eine Vielzahl an Torchancen. In der 89. Spielminute nickte der eingewechselte Kalifa Coulibaly zum 2:3-Anschlusstreffer ein.
Auch Matchwinner Draxler wusste, dass der Einbruch am Schluss auch den Sieg hätte kosten können:
Dieter Hecking setzte deswegen nach dem Spiel auch nicht die glücklichste Mine auf. Klaus Allofs erklärte, dass man in der Schlussphase "müde gewesen" sei und "fehlerhaft gespielt" habe.
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