Bayer Leverkusen zwischen Himmel und Hölle gegen AS Rom

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Wahnsinn in Leverkusen: Bayer gibt gegen den AS Rom zunächst eine komfortable 2:0-Führung aus der Hand, startet kurz vor Schluss eine Aufholjagd und erkämft sich tatsächlich noch das 4:4. Chicharito hatte die Gastgeber mit einem Doppelpack in Führung gebracht. Zwei mal de Rossi, Pjanic und Falque drehen danach die Partie. Kampl und Mehmedi retten der Werkself in den Schlussminuten noch das Remis.

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Die Lehren:
Es gibt Momente im Fußball, da treten scheinbar alle Gesetze außer Kraft. Leverkusen startete schwungvoll und bissig in die Partie und zeigte vor ausverkauftem Haus, dass an der Offensivschwäche der vergangenen Wochen gearbeitet wurde. Folgerichtig erarbeitete sich die "Werkself" eine scheinbar komfortable Zwei-Tore-Führung.
Unerklärlicherweise ließen die Rheinländer in der Folge die Zügel schleifen. Mit teils leichten Ballverlusten brachte Bayer die Gäste wieder ins Spiel. Die Roma nahm das reichhaltige Angebot an Platz und Chancen an und glich verdientermaßen aus. Besonders der Ausgleichstreffer versetzte die Hausherren in eine Schockstarre, die sich durch nahezu die komplette restliche Begegnung zog.
Die Gäste zeigten mit ihren agilen, wendigen Offensivspielern all ihre Klasse und Erfahrung. Besonders der technisch hochveranlagte Gervinho stellte die junge Innenverteidigung um Jonathan Tah und Kyriakos Papadopoulos vor große Schwierigkeiten. Alles schien der "Giallorossi" in die Karten zu spielen. Die Mannschaft von Trainer Roger Schmidt war gezwungen das Spiel zu machen - Rom hatte die nötigen Räume zum Kontern.
Dass die schon abgeschriebenen Leverkusener nach den diversen Nackenschlägen noch einmal so in dieses Spiel zurückfanden, war aufgrund der Vorzeichen nicht zu erwarten. Letztlich bleibt festzuhalten: Bayer legte eine hervorragende Moral an den Tag und verwandelte die BayArena in ein Tollhaus.
Die Stimmen:
Roger Schmidt (Trainer Bayer Leverkusen): "Dass die Mannschaft so zurückgekommen ist, ist einfach großartig. Das war alles andere als ein normales Fußballspiel. Für solche Spiele kommt man ins Stadion."
Antonio Rüdiger (AS Rom): "Es ist nicht das erste Mal, dass ich ein verrücktes Spiel gegen Leverkusen erlebe. In der Anfangsphase haben wir gepennt, zwei Gegentore kassiert, haben uns wieder gefangen. Dann haben wir selbst den Ausgleich gemacht und plötzlich mit zwei Toren geführt. Was da am Ende passiert ist, kann ich mir nicht erklären."
Bernd Leno (Bayer Leverkusen): "Ich glaube, wir können nicht ganz zufrieden sein mit der Art und Weise, wie wir gespielt haben. Wir hatten Phasen, da ging sehr wenig. Wir haben nach der 2:0-Führung aus irgendwelchen Gründen nachgelassen. Rom hat das dann auch gut gemacht, weil unsere Abstände zu groß waren - vielleicht haben wir einfach dieses Tor von Kevin Kampl gebraucht."
Das fiel auf: Standardschwäche
Bei all der Euphorie, die nach einem solchen Comeback durchaus angebracht ist, muss gemahnt werden. Bayer 04 offenbarte zum wiederholten Male, dass bei gegnerischen Standardsituationen keine vernünftige Absprache herrscht. Drei der vier Treffer fielen durch Standardsituationen. Roger Schmidt und sein Trainerstab müssen dieses erhebliche Manko in den Griff bekommen, damit das Team, das durchaus mit großem Potential aufwartet, in Zukunft souveräner auftreten kann.
Der Tweet zum Spiel:
Die Statistik: 6
Es bleibt dabei. AS Rom bleibt seit sechs Jahren in der Champions League ohne Auswärtserfolg. Die "Gelb-Roten" waren so nah dran, konnten ihren schon sicher geglaubten Sieg allerdings nicht über die Zeit retten. Vielleicht klappt es ja in Barcelona für den Tabellenzweiten der Serie A.
Die Highlights:
4. TOOOR für Leverkusen! Chicharito verlädt Szczesny. Ganz sicher verwandelt vom Mexikaner!
19. TOOOR für Leverkusen! Und das ist das, was Bayer stark macht. Balleroberungen im Umschaltspiel. Digne verliert den Ball an Chicharito. Der Torjäger startet, sieht Calhanoglu, und geht durch. Der Türke spielt einen exzellenten Pass in die Tiefe, wo der Mexikaner erst an Szczesny scheitert und dann einschiebt.
29. TOOOR für Rom! Leno kann eine Ecke nur halbherzig mit der Faust abwehren. Wendell verliert im Strafraum das Kopfballduell - De Rossi steht ganz frei, nimmt den Ball mit der Brust runter und schiebt an Leno vorbei.
37. TOOOR für Rom! Leverkusen zeigt wieder einmal seine Schwäche bei Standardsituationen. Pjanic bringt einen Freistoß von der rechten Seite scharf in die Mitte - Da wartet wieder De Rossi und muss den Ball nur noch aus drei Metern reinschieben.
54. TOOOR für Rom! Na raten Sie mal? Richtig - Ein Freistoß von Pjanic. Der Bosnier dreht den Ball aus 19 Metern perfekt über die Mauer. Leno schaut da hinterher, mehr kann er da auch nicht machen.
71. Brandt spielt einen katastrophalen Fehlpass. Florenzi passt auf und schon geht die wilde Fahrt in Richtung Bayer-Strafraum. In der Mitte rutscht Papadopoulos noch weg, Florenzi steht alleine vor Leno. Und der Neu-Nationalspieler hält erneut klasse.
73. TOOOR für Rom! Das war's. Brandt verliert den Ball an Pjanic. Der schickt Gervinho, der mit Tah anstellt, was er will. In der Mitte wartet Falqué und muss nur noch den Fuß hinhalten.
84. TOOOR für Leverkusen! Wird es doch nochmal spannend? Zumindest trifft der beste Spieler im Bayer-Dress. Kevin Kampl holt sich die Kugel, zieht nach innen und fasst sich einfach mal ein Herz. Der Ball landet perfekt im langen Eck. Ein herrlicher Treffer.
86. TOOOR für Leverkusen! Direkt der nächste Angriff sitzt. Der mittlerweile überragende Kampl setzt sich gegen zwei Leute durch und steckt auf Wendell durch. Der Linksverteidiger behält die Übersicht und sieht Mehmedi. Der schiebt ein. IRRE!
90.+1 Fast das 5:4! Bayer kontert im eigenen Stadion. Und wie! Brandt setzt Chicharito ein, der dreht Rüdiger ein und zieht ab. Zentimeter vorbei.
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