Der Druck auf Borussia Möchengladbach wächst, der VfL Wolfsburg hat ein Zuschauer-Problem

Borussia Mönchengladbach steht vor höchst unruhigen Zeiten, der VfL Wolfsburg hat sportlich überzeugt, beklagt allerdings ein großes Zuschauer-Problem. Der erste Spieltag in der Gruppenphase der Champions-League bescherte den beiden deutschen Vertreter einige Probleme. "Das tut sehr, sehr weh. Der Druck wird immer größer, je mehr Spiele man verliert", so Gladbachs Kapitän Tony Jantschke.

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Der Abwehrspieler versuchte erst gar nicht, den schwachen Auftritt zu beschönigen: "Jeder von uns macht im Moment einfachste Fehler. Solche Phasen gibt es leider."
Null Punkte in der Liga, null Punkte in der Königsklasse: Mönchengladbachs derzeitige "Phase" ist durchaus alarmierend. Zumal in Sevilla die desaströse Leistung in der zweiten Halbzeit kaum Anlass zur Hoffnung auf Besserung gab. "Wir haben es schon oft gesagt: Wir haben derzeit keine ideale Situation", sagte Trainer Lucien Favre, der die schwierigste Zeit seit seinem Amtsantritt im Februar 2011 durchmacht.

Druck auf Favre wächst

Noch ist Favres Kredit dank seiner enormen Verdienste nicht aufgebraucht, doch auch der Schweizer braucht dringend ein Erfolgserlebnis. Sollte am Samstag auch noch das für die Fans enorm wichtige Derby beim 1. FC Köln verloren gehen, könnte die Stimmung kippen. "Wir müssen uns in Köln zerreißen", sagte Angreifer André Hahn bereits.
Nach seinem Premieren-Tor zum 1:0 (1:0)-Sieg war 35-Millionen-Euro-Neuzugang Julian Draxler der gefeierte Held im Wölfe-Rudel, doch auf den Rängen herrschte Tristesse. Nur 21.126 Zuschauer boten eine unwürdige Kulisse für die Rückkehr des VfL Wolfsburg auf die Champions-League-Bühne nach sechs Jahren Pause. "Das war schade. Natürlich will man so ein Spiel vor ausverkauftem Haus erleben", sagte Draxler.

Allofs enttäuscht von Zuschauer-Resonanz

Manager Klaus Allofs reagiert mit Unverständnis. "Ich habe die Hymne gar nicht mitbekommen, weil ich erst einmal geguckt habe, wo die Leute sind", sagte Allofs nach dem 1:0 (1:0)-Sieg über den russischen Tabellenführer ZSKA Moskau zum Auftakt der Gruppe B. "Das war enttäuschend. Das hat die Mannschaft nicht verdient", betonte der Manager.
Während die Liga-Spiele des Werks-Klub am Wochenende mit 30.000 Zuschauern in de Regel ausverkauft sind, bleibt der Europapokal in der Wochenmitte ein Problem. "Das war im letzten Jahr in der Europa League schon so", sagte Allofs. Offenbar bietet die 125.000-Einwohner-Gemeinde samt Umland nicht genug Fanpotenzial. "Vielleicht sollten wir die Leute zwangsverpflichten. Ich habe jedenfalls heute meine gesamte Familie mitgebracht", scherzte der Manager.

Draxler mit genialem Auftritt

Doch auch vor leeren Rängen zeigte der Pokalsieger eines seiner besseren Spiele der letzten Zeit und verbuchte einen wichtigen Punkt. Durch die überraschende Niederlage von Favorit Manchester United beim PSV Eindhoven ist die Gruppe ausgeglichener als zunächst angenommen.
"Für uns war es ganz wichtig, dass wir mit einem Sieg gestartet sind", äußerte indes Draxler, der mit seinem genialen Auftritt in der 40. Minute die Entscheidung erzwang. Erst bediente der 21-Jährige Mitspieler Kruse, um dann dessen Flanke im Nachsetzen über die Linie zu bugsieren.
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