Real Madrid - Manchester City: Drei Dinge, die beim Champions-League-Halbfinale auffielen
Real Madrid und Manchester City haben auch im Rückspiel des Champions-League-Halbfinales eher Magerkost geboten. Die Gäste aus England ließen bei ihrer ersten Chance auf ein europäisches Finale jeglichen Kampfgeist vermissen und enttäuschten auf ganzer Linie. Real nahm dankend an und brachte die Partie im Schongang nach Hause. Überzeugen konnte der Waliser Gareth Bale.
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1. City ohne Biss
Nach dem 0:0 im Hinspiel war Manchester City im Estadio Santiago Bernabéu unter Zugzwang. Ein Auswärtstor hätte die "Skyblues" in eine hervorragende Position gebracht. Doch von den Engländern kam über die kompletten 90 Minuten viel zu wenig. Das Team von Manuel Pellegrini erweckte zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, unbedingt das erste Mal in ein europäisches Finale einziehen zu wollen. Kein Biss, keine Leidenschaft, kein Temperament.
Nur eine gute Torchance erspielten sich die Gäste, als Fernandinho in Halbzeit eins mit einem Distanzschuss den linken Außenpfosten traf (44.). Die magere Bilanz nach 90 Minuten: Ein Schuss auf des Gegners Tor.
Legt man die Wichtigkeit der Partie zu Grunde, wirkt vor allem die schlechte Zweikampfquote der "Citizens" erschreckend. Manchester gewann im ersten Durchgang nur 37 Prozent der Duelle Mann gegen Mann. Das ist die schlechteste Quote des Teams in dieser Saison (zuvor 37,3 Prozent im Hinspiel). In der zweiten Hälfte steigerte man sich zwar ein bisschen, kam bis Spielende aber trotzdem nur auf enttäuschende 40 Prozent. Kevin De Bruyne gewann nur einen einzigen seiner elf Zweikämpfe - bezeichnend!
Im City-Lager verabschiedet man sich damit von der letzten Titel-Hoffnung des Jahres. Einzig Pep Guardiola wird froh sein, in der nächsten Saison nicht erneut einen amtierenden Champions-League-Sieger übernehmen zu müssen.
2. Real im Schongang
Am Ende strahlten Ronaldo, Gareth Bale und Co. über beide Ohren und auch die Zuschauer machten einen zufriedenen Eindruck. Klar, denn die Quintessenz des Abends ist der Einzug ins Champions-League-Finale. Dort geht es wie schon 2014 gegen Stadtrivale Atlético Madrid.
Hätte das Spiel in der Gruppenphase stattgefunden, wären vermutlich Pfiffe von den Rängen zu hören gewesen. Für ein entscheidendes Halbfinale der Königsklasse bekam das oft verwöhnte Publikum der "Königlichen" erstaunlich wenig zu sehen. Aber: mehr war auch nicht nötig.
Nach dem Hinspiel war der Druck klar auf Seiten der Gäste. Das 1:0 für Real durch ein Eigentor von Fernando verschärfte diesen noch. Trotzdem wurde es für die Real-Defensive kaum brenzlig. Den Madrilenen reichte eine Leistung mit angezogener Handbremse zum Triumph über die Millionentruppe aus Manchester. Zinédine Zidane wird sich freuen, dass seine Mannschaft Kräfte für den Schlussspurt in der Meisterschaft sparen konnte. Bei noch drei ausstehenden Partien liegt der spanische Rekordmeister nur einen Punkt hinter Tabellenführer FC Barcelona und Atlético auf dem dritten Rang. Am Sonntag geht es im eigenen Stadion gegen den FC Valencia. Dann vielleicht auch wieder mit dem gewohnten Spektakel.
3. Bale übernimmt für Ronaldo
Im Hinspiel fehlte Cristiano Ronaldo noch verletzt, im Rückspiel war er wieder von Beginn an mit dabei - wenn auch nicht in Topform. Der Portugiese war stets bemüht, gab die meisten Torschüsse im Spiel ab, ließ aber die gewohnte Effizienz bei seinen Abschlüssen vermissen.
Doch Real besteht zum Glück nicht nur aus Ronaldo. Läuft es beim dreimaligen Weltfußballer mal nicht, springt ein anderer Weltstar in die Presche - heute: Gareth Bale. Der 100-Millionen-Mann war der perfekte Ronaldo-Ersatz und einer der wenigen Lichtblicke im Spiel der "Königlichen". Er war der Fixpunkt in der Offensive. Das entscheidende 1:0 fiel nach seinem Schuss, der dann unhaltbar von Fernando ins eigene Tor abgefälscht wurde.
Sein explosiver Antritt stellte Gaël Clichy auf seiner linken Abwehrseite immer wieder vor große Probleme, zudem war der Waliser neben dem Treffer auch an den zwei anderen großen Torchancen der Hausherren beteiligt. Zuerst lupfte er einen Ball aus dem rechten Halbfeld perfekt in die Box, wo Luka Modric völlig frei vor Joe Hart scheiterte, dann Köpfte er den Ball aus kurzer Distanz an die Latte.
Ganz zufällig ist der gute Auftritt Bales nicht. Schon in der Liga erzielte er drei der letzten vier Tore für Real.
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