Gladbach - Barcelona: Borussia Mönchengladbach sucht das "letzte Quäntchen Qualität"
Publiziert 29/09/2016 um 10:30 GMT+2 Uhr
Borussia Mönchengladbach hat sich am zweiten Spieltag der Champions League zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte mit dem FC Barcelona gemessen. Neue fußballerische Erkenntnisse brachte der Abend nicht hervor - Gladbach verkaufte sich teuer, unterlag aber gegen den Weltklub aus Katalonien. Die Verletzung von Schlüsselspieler Raffael trübt die Stimmung im Borussen-Lager etwas.
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Yann Sommer sprach gerade mal wieder über die positiven Aspekte des bislang einmaligen Abends, als hinter seinem Rücken ein schwer beladener Rollwagen vorbeischepperte. Zum ersten Mal in ihrer Europapokal-Historie hatten sich die Gladbacher mit dem FC Barcelona gemessen – doch inmitten dieser speziellen Stimmung waren die Katalanen mit sehr Alltäglichem beschäftigt.
Sie rumpelten mit ihren vollgepackten Aluminiumkoffern Richtung Bus, übertönten dabei vorübergehend die Stimme des Gladbacher Keepers. Und als die Krachmacher von der Iberischen Halbinsel langsam um die Ecke verschwanden, war von Sommer zu vernehmen:
Raffaels alte Verletzung wieder da
Der zentrale Bestandteil des ansehnlichen Borussen-Pakets, der Spieler mit der Rückennummer elf, fehlte allerdings ab der 48. Minute. Eine Halbzeit lang trieb Raffael Caetano de Araújo das Gladbacher Spiel an, zog Barςas Verteidiger wie ein Magnet an – und oft sah es aus, als habe er sich den Ball mit einem Superkleber an den Fuß gepappt. Am Führungstor für die Fohlenelf durch Thorgan Hazard war er ebenfalls beteiligt, leitete den Ball zu Passgeber Mahmoud Dahoud weiter.
Doch kurz vor der Pause, bei einem seiner zahlreichen Sprints, passierte das Malheur: Die Oberschenkelverletzung, wegen der Raffael die letzten zwei Ligaspiele pausiert hatte, riss wieder auf.
In der Kabine wurde der Brasilianer erst mal untersucht, mit Physiotherapeuten und Trainer wurde beratschlagt. Dann lief Raffael wieder auf, aber nur für drei Minuten. "Er hat selber gesagt, es sei nicht so schlimm. Da war kein stechender Schmerz, aber das Sprinten ging nicht mehr.
Deshalb haben wir ihn aus Vorsichtsgründen rausgenommen", berichtete Chefcoach André Schubert, dessen Team den Verlust von Raffael im zweiten Durchgang nicht kompensieren konnte. Arda Turan und Gerard Piqué, der von einem Fehler von Schlussmann Sommer profitierte, drehten die Partie innerhalb von neun Minuten.
Eberl: "Fehlt das letzte Quäntchen Qualität"
Lehrgeld zahlten die Gladbacher schon bei ihren starken Heimspielen gegen Manchester City und Juventus Turin in der letzten Königsklassen-Saison. Jetzt folgte die nächste Überweisung an einen der europäischen Riesen. "Wir sind keine Mannschaft, die Teams wie Barcelona auf Strecke besiegen kann. Aber wir können ihnen mit unserer unglaublichen Moral wirklich verdammt gefährlich werden", betonte Sportdirektor Max Eberl, erkannte aber zugleich:
Raffael der Schlüsselspieler
Ohne ihren geschmeidigen Antreiber Raffael ging den Borussen nach der Pause die dringend notwendige Entlastung ab. "Er hat das in der ersten Hälfte groß aufgezogen, hat wahnsinnig viel gearbeitet. Da konnte man sehen, was für ein herausragender Fußballer er ist. Ihn können wir auf diesem Niveau nicht ersetzen", rekapitulierte Bank-Chef Schubert.
Raffael ist ein unglaublich wichtiger Spieler für uns, wir haben ihn in der zweiten Hälfte vermisst", sagte Verteidiger Julian Korb. Und Sportchef Eberl bestätigte:
Nach Barcelona ist vor Schalke
Barcelona, ohne den an der Leiste verletzten Superstar Lionel Messi angetreten, und Manchester City werden sich also erwartungsgemäß um den Gruppensieg balgen. Für Gladbach geht es in den als nächstes anstehenden Duellen gegen Celtic Glasgow um Platz drei und das Quereinsteiger-Ticket für die Europa League. Am Mittwoch trotzten die Schotten Pep Guardiolas Citizens ein 3:3 ab. "Jetzt haben sie einen Punkt. Dann müssen wir eben versuchen, in den beiden Spielen gegen Celtic vier zu machen", erklärte Eberl kurzum.
Zunächst jedoch stellt sich den Niederrheinischen eine andere Herausforderung – die Liga-Partie beim punktlosen Schlusslicht Schalke am Sonntag. "In der Vergangenheit war das für uns eines der größten Spiele des Jahres. Jetzt kommt es nach dem Highlight Barcelona, wo wir gut gespielt, aber nichts mitgenommen haben", erläuterte Eberl den mentalen Spagat der Borussia – und befand:
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