Juventus Turin - AS Monaco: 3 Dinge, die auffielen - die Unbesiegbaren, hibbeliger Buffon, MVP Alves

Juventus Turin zieht über die AS Monaco ins Finale der Champions League ein. Beim 2:1 (2:0) im Halbfinal-Rückspiel schraubt Juventus weiter am Nimbus der Unbesiegbarkeit. Gianluigi Buffon kommt mit 39 Jahren seinem großen Traum nochmal ganz nahe und offenbart tatsächlich so etwas wie Nervosität. Dani Alves darf sich derweil zurecht "Mann des Halbfinals" nennen. Was uns auffiel.

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Die Unbesiegbaren

Juventus Turin hat einiges dafür getan, in der Champions League ernst genommen und mit Respekt behandelt zu werden. Nimmt man die letzten drei Jahre, waren nicht viele besser: 2015 Finale, 2016 fehlten gegen Pep Guardiolas FC Bayern im Achtelfinale (2:2, 2:4 n.V.) nur ein paar Minuten, 2017 wieder Finale - das sechste insgesamt, keiner hat seit Einführung der Champions League mehr erreicht (Milan auch sechs). Die letzten vier gingen allerdings alle verloren.
Der Rest der Monegassen erkannte die Überlegenheit der "Alten Dame" jedoch recht schnell an; nach ein paar Monaco-Chancen zu Spielbeginn schaltete Juventus einen Gang nach oben und schoss sich zur Pause durch Mario Mandzukic (33.) und Dani Alves (45.) ein komfortables 2:0 heraus.
Massimiliano Allegri konnte es sich sogar leisten, Paulo Dybala nach 53 Minuten runterzunehmen. Eine Vorsichtsmaßnahme Dass Kylian Mbappé Juventus' gegentorlose Serie in der Champions League nach 690 Minuten (und über einem halben Jahr!) beendete (69.), störte die Feierlaune nicht mehr.
Wie der mutmaßliche Finalgegner Real Madrid ist Juventus diese Champions-League-Saison noch unbesiegt (zwölf Spiele - Vereinsrekord), zuhause ist man wettbewerbsübergreifend seit August 2015 sogar schon 51 Spiele ohne Niederlage (44 Siege, sieben Remis) und in allen 16 Champions-League-Heimspielen unter Allegri (elf Siege, fünf Remis).
Das Faustpfand der Italiener im Finale am 3. Juni in Cardiff: Eine Mannschaft ohne Schwächen, gespickt mit grimmigen Zeitgenossen, die nur ein Ziel kennen - endlich das Ding mit den großen Ohren gewinnen. Wird bestimmt gut.
Leonardo Bonucci:
Falcao vom geschlagenen Monaco, das die Champions League so bereichert hatte, sagte derweil:

Nervöser Buffon

39 Jahre ist Gigi Buffon mittlerweile alt, in der Anfangsphase spielte der Keeper jedoch fast wie ein junger Hüpfer. So wirkte der Juve-Schlussmann in der ein oder anderen Szene tatsächlich ein bisschen nervös bis hibbelig, hatte er es doch beinahe am wenigsten erwartet, nochmal um den Champions-League-Titel mitzuspielen. Buffon nach dem Spiel:
Dass er durch das Mbappé-Gegentor nach 600 Minuten (gegen Dinamo Zagreb hatte Neto gespielt) wieder bezwungen wurde und so nicht weiter Jagd auf Jens Lehmanns Rekord (853 Minuten) machen konnte, kümmerte ihn nicht weiter.
Im Rückspiel parierte er nur einen einzigen Schuss, das reichte. Seine bemerkenswerteste Szene hatte er tatsächlich offensiv beim 1:0, als er schnell auf Alex Sandro abwarf und so den Juve-Konter einleitete.
Buffon:
In seinem dritten Champions-League-Endspiel mit Juventus nach 2003 und 2015 soll nun mit 39 doch noch der erste Titel her. Aller guten Dinge sind schließlich drei.

MVP Alves

Mario Mandzukic spielt bei Juventus links vorne und unterstützt sozusagen Alex Sandro. Auf der rechten Seite spielt Dani Alves. Alleine.
Der Brasilianer hat seine guten und schlechten Momente, rechts hinten hatte Juventus im ersten Durchgang sicher auch das ein oder andere Problem mit Mbappé - unterm Strich war der 34-Jährige in Hin- und Rückspiel aber der MVP für Juventus. Der Final-Garant.
Seine Offensiv-Effizienz: atemberaubend. Schon im Hinspiel bereitete Alves die beiden Tore von Gonzalo Higuaín vor. Nun schlug er vorm 1:0 auch die Flanke auf Mario Mandzukic (33.), bevor er seine Sahne-Leistung mit einem fulminanten Volleyschuss zum 2:0 krönte (45.). Heißt: Vier Juventus-Tore im Halbfinale, viermal war Alves direkt beteiligt.
Alves' Präsenz auf dem Platz ist die eines Mittelfeldspielers und Rechtsaußen gleichermaßen. Das klappt aber auch nur so gut, weil ihn Andrea Barzagli als rechtes Glied der Dreierkette hervorragend absichert und auch Leonardo Bonucci als Zentralverteidiger immer ein Auge auf die rechte Seite hat.
Der Arbeitsnachweis des Brasilianers nach 90 Minuten: meiste Ballkontakte (74) bei Juve, 91 Prozent angekommene Pässe, 70 Prozent gewonnene Zweikämpfe, zehn Ballsicherungen, fünf Flanken aus dem Spiel, fünf Fouls gezogen, sechs Tacklings und drei Torschussvorlagen. Ganz okay.
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