Monaco-Juventus: Drei Dinge, die auffielen - wer ist hier alt?

Verkehrte Welt: Juventus Turin lässt den AS Monaco im Halbfinal-Hinspiel der Champions League alt aussehen und steht mit dem 2:0 schon mit einem Bein im Endspiel von Cardiff. Dani Alves steht dabei Matchwinner Gonzalo Higuaín in nichts nach. Hinten halten die alten Herren der Alten Dame den Laden dicht - allen voran Gigi Buffon. Was uns auffiel.

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1.) Wer ist hier alt?

Sieben Spieler über 30 gegen sieben junge Wilde unter 25 - am Ende aber liefen Juves alte Recken knapp fünf Kilometer mehr (109 zu 104,1) bei ausgeglichenem Ballbesitz (52:48 für Monaco).
Das Ergebnis nach dem Halbfinal-Hinspiel: immer noch ungeschlagen und zudem die gesamte K.o.-Phase ohne Gegentor (6 Spiele), seit 621 Minuten insgesamt.
Allegris 3-4-3, das sich in der Defensive zum 5-4-1 ballt, erwies sich wieder mal als Nonplusultra.
Juventus legte in den ersten zehn Minuten gleich mal 80 Prozent Ballbesitz an den Tag, damit zogen die alten Hasen (sieben Ü30-Spieler) der jungen Monaco-Truppe früh den Zahn.
Im Mittelfeld fiel kaum auf, dass Sami Khedira gelbgesperrt fehlte - Miralem Pjanic und Claudio Marchisio waren die Chefs im Ring. Mario Mandzukic fungierte auf links gegen Monacos starke rechte Seite zeitweilig als zweiter Linksverteidiger, seine Metamorphose unter Allegri zum absoluten Teamspieler - beeindruckend anzusehen.
Hinten stand derweil die Innenverteidigung mit Andrea Barzagli (35), Giorgio Chiellini (32) und Leonardo Bonucci (30) bombensicher: von 35 Flanken kamen gerade mal vier zu einem Monegassen.
Und als es doch mal zu schnell ging, war Gianluigi Buffon zur Stelle - zum Beispiel gegen Kylian Mbappé (16.) und beim Kopfball von Valère Germain (90.). "Das war ein sehr gutes Spiel. Wir sind mit genau der richtigen Einstellung ins Spiel gegangen", sagte Buffon: "Wir kommen unserem großen Ziel immer näher."
Mit seinen sechs Paraden hielt der 39-Jährige im 100. Champions-League-Spiel (als zweiter Italiener für ein einziges Team nach Paolo Maldini) zum 47. Mal die Null und darf weiter von seinem ersten Titel in der Königsklasse träumen.
"Monaco hat in Juventus seinen Meister gefunden", analysierte auch Lothar Matthäus bei "Sky" und ging sogar so weit zu sagen:
Wer noch ein Argument pro Juve sucht: Nach einem Auswärtssieg in einem Europacup-Hinspiel ist die Alte Dame bisher immer weitergekommen - schon 37 Mal war das der Fall.

2.) Alleskönner Alves

Gonzalo Higuaín war mit seinen zwei Toren natürlich der "Man of the Match", aber Rechtsaußen Dani Alves stand ihm in nichts nach.
Defensiv gegen Djibril Sidibé und Thomas Lemar unterfordert (weil Barzagli halbrechts einen überragenden Job machte), schaltete sich der Brasilianer immer wieder in den Angriff ein und bereitete beide Treffer vor.
Beim 1:0 startete Alves aus der eigenen Hälfte, spielte einen doppelten Doppelpass mit Higuaín und legte dabei mit der Hacke zur Juventus-Führung auf (29.).
Auch beim 2:0 war Alves Initiator und Vorbereiter: Erst luchste er im Verbund mit Paulo Dybala Tiemoué Bakayoko in der Monaco-Hälfte den Ball ab, dann flankte er butterweich auf Higuaín (59.) - das erste Mal, dass der 33-Jährige in einem Champions-League-Match bei zwei Toren assistierte.
Dass Alves nebenbei noch zehn Bälle eroberte, rundete seine reife Leistung ab.

3.) Kleines dickes Higuaín

"Sie kleines dickes Müller, das nicht sehen kann Ball, wenn liegt unter Bauch", sagte Zlatko "Tschik" Cajkovski einst über Gerd Müller - ein legendärer Satz, der viel netter gemeint war, als er klingt.
Auch Gonzalo Higuaín hatte nach seinem Wechsel vom SSC Neapel zu Juventus Turin mit den Pfunden zu kämpfen. Ein Riesenstürmer ist er dennoch - was 31 Tore in 48 Pflichtspielen für Juve verdeutlichen.
Higuaín, der immer noch ein kleines Bäuchlein sein Eigen nennt, kommt zum Ende der Saison hin sogar immer besser in Fahrt: vier Doppelpacks in den letzten acht Spielen, darunter nun sein erster in der Champions League seit vier Jahren (damals ebenfalls gegen einen Ligue-1-Klub: Olympique Marseille).
Dass er im Achtel- und Viertelfinale nicht ins Tor traf - geschenkt. Mit fünf Treffern hat er nun einen persönlichen Champions-League-Rekord aufgestellt. Und sagte:
Im Finale könnte es nun ein Wiedersehen mit seinem Ex-Klub Real Madrid geben, der ihn 2013 nach Italien abgeschoben hatte, just bevor er zwei Königsklassen-Titel in drei Jahren gewann...
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