Pep Guardiola nach Champions-League-Aus von Manchester City beim AS Monaco in der Kritik

Pep Guardiola fliegt mit Manchester City durch ein 1:3 (0:2) beim AS Monaco aus der Champions League. Just in seinem 100. Europapokalspiel als Trainer wird über Peps Entscheidungen debattiert: Ottmar Hitzfeld rügt eine sehr offensive Aufstellung, die City jeglichen Zugriff im Mittelfeld raubt. Und wie kann es eigentlich sein, dass der 21-jährige Leroy Sané das Manchester-Starensemble führen soll?

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Kaum war der Schlusspfiff ertönt im mit 15.700 Zuschauern endlich mal ausverkauften Stade Louis II zu Monaco, flatterte das Fanal über die Agenturen: "Jämmerliches Jubiläum."
Damit war im Prinzip alles gesagt.
Weil die komprimierte Zuspitzung aber nicht genügt, sollte der Vollständigkeit halber erwähnt werden, dass Pep Guardiola beim Achtelfinal-Rückspiel der Champions League eine schicke Marke erreichte. Andererseits gab's wohl wenig Anlässe, die ihm derart viel Pein(lichkeit) zufügten wie seine 100. Europapokalpartie als Trainer.
Mit 1:3 (0:2) verlor Guardiolas Manchester City beim AS Monaco, was trotz eines Hinspiel-5:3 das Aus bedeutete. Stets war Coach Guardiola mindestens ins CL-Halbfinale gekommen, diesmal scheiterte er in der ersten K.o.-Runde - und er scheiterte nicht einfach so, er scheiterte krachend. Es fiel sogar das böseste aller Worte: vercoacht.

Hitzfeld attestiert Pep "keine glückliche Hand"

Guardiola kennt diesen Verdacht von seinen Bayern-Halbfinals 2014, 2015, 2016. Bei der Erklärung der jüngsten Niederlage wirkte der 46-Jährige gefasst, schon während des Spiels hielt er sich seltsam zurück mit seinem Habitus des rotierenden Ganzkörpereinsatzes.
Dann sagte er:
Die Statistiken zur Halbzeit waren eigentlich nicht zu glauben für ein Guardiola-Team: läppische 47 Prozent Ballbesitz, mehr Pässe für den Gegner (228 zu 210) und spektakulär klägliche null Torschüsse. Null. Nach 62 Minuten zischte ein Ball in Richtung des ASM-Gehäuses.
Umgekehrt hatte es zu diesem Zeitpunkt zweimal eingeschlagen, durch Kylian Mbappé (8.) und Fabinho (29.). Zusammen mit dem letztlich entscheidenden Treffer von Tiemoué Bakayoko (77.) summierten sich 16 Gegentore in acht Champions-League-Spielen für City, siebenmal in Folge gerieten die Himmelblauen in Rückstand. Unterirdische Werte.
Bei "Sky" zeigte sich Trainer-Legende Ottmar Hitzfeld "stark enttäuscht", Guardiola attestierte er "keine glückliche Hand". Da war's wieder, indirekt und unterschwellig: vercoacht.
Fünf Offensive standen beim Premier-League-Vertreter auf dem Feld (Sergio Agüero, Leroy Sané, Kevin De Bruyne, David Silva, Raheem Sterling), da Pep den Vorsprung nicht verwalten, sondern mit Attacke ausbauen wollte; eine Verteidigungsstrategie hatte er als "Selbstmord" bezeichnet.
Auf Mittelfeldlenker Yaya Touré verzichtete der Katalane, vor der Pause fehlte City jeglicher Zugriff auf Monacos Elf, die Wege wie Räume verengte und die indisponierten Gäste mit flinken Kombinationen überfiel.

ManCity: Warum muss eigentlich Sané vorangehen?

Hitzfeld urteilte harsch:
Guardiola sprach lieber im Allgemeinen, sparte jedoch nicht an Selbstkritik:
Nach dem Seitenwechsel agierte Manchester williger und schnittiger, Sané belohnte das Engagement mit einem Tor, das ohne weiteren Gegentreffer gereicht hätte (71.). Überhaupt zählte der Deutsche noch zu den Besten. Als "sehr präsent und immer anspielbar" definierte ihn Hitzfeld, während U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz die Frage aufwarf, wie es denn sein könne, dass ein 21-Jähriger dieses Starensemble führen solle:
Für seine Kollegen galt das nicht. Dass am Ende ein Ballbesitz-Plus notiert wurde (59 Prozent), interessierte niemanden, nicht mal denjenigen, der "Ballbesitz" vermutlich als zweiten Vornamen registrieren ließe, wenn er bloß dürfte. So resümierte Pep Guardiola nur: "Wir werden daraus lernen. Ich denke, wir werden uns verbessern."
Er meinte die nächste Saison.
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