3 Dinge, die bei der Pleite des FC Liverpool gegen den AS Rom auffielen

Die gute Nachricht des Abends für die Fans des FC Liverpool: Die "Reds" stehen im Finale der Champions League. Die schlechte: Mit einer Leistung wie im Halbfinal-Rückspiel gegen den AS Rom wird am 26. Mai gegen Real Madrid wenig zu holen sein. Denn am Ende brachten eine gehörige Portion Glück und der fehlende Glaube der Römer ans Wunder den LFC ins achte europäische Finale der Klubhistorie.

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Fotocredit: Eurosport

"Die zwei Tore in den letzten Minuten", so resümierte Jürgen Klopp am Sky-Mikro die Schlussphase der 2:4 (2:1)-Niederlage seines FC Liverpool im Halbfinal-Rückspiel der Champions League beim AS Rom, "sind wie Zahnweh: Braucht kein Mensch."
Es scheint ein Zahn zu sein, den man dem Klopp-Team nicht ziehen kann. Denn die "Reds" machten es nicht nur durch die beiden späten Treffer von Radja Nainggolan (86., 90.+4/HE) unnötig spannend, schon beim 5:2 (2:0) im Hinspiel fielen die Gegentore, die die Roma überhaupt noch im Rennen hielten, in den letzten zehn Spielminuten.
"Es war fast unser schlechtestes Spiel in der Champions League, unsere erste Niederlage und das dann auch verdient", erklärte Klopp und gab unumwunden zu:
Ein bisschen? Drei Dinge, die bei der Liverpool-Pleite auffielen:

Glück – die Erste

Besonders viel musste der FC Liverpool gar nicht tun, um das Finale zu erreichen – zumindest was das Herausspielen eigener Chancen anging. Denn in dieser Hinsicht zeigten sich die Hausherren in letztlich fataler Geberlaune.
Das 0:1 nach nicht einmal neun Minuten leitete Nainggolan mit einem vogelwilden Fehlpass ein - der Anfang vom Ende der römischen Träume von einer weiteren glorreichen Nacht in der Königsklasse. Beim überfallartigen Konter der Gäste hatte man schon vor dem finalen Pass das sichere Gefühl, dass dieser Angriff mit einem Tor beendet würde. Drei aussichtsreiche Anspielstationen hatte Roberto Firmino rund um den Roma-Strafraum. Er entschied sich – mit Erfolg – für Sadio Mané.
Auch die erneute Führung der "Reds" fiel unter gütiger Mithilfe der Römer. Der vorne unermüdlich kämpfende Edin Dzeko legte per Kopf unglücklich im eigenen Strafraum zurück, Georginio Wijnaldum hatte wenig Mühe, sein erstes Auswärtstor überhaupt im Liverpool-Dress zu erzielen.

Fehlender Glaube

25 Minuten waren zu diesem Zeitpunkt erst gespielt und doch kam das Gefühl auf, die Römer hätten das erneute Wunder schon zu diesem Zeitpunkt abgeschrieben. Spielerisch zwar überlegen, aber von der Körpersprache her die folgenden fast 70 Minuten bereits als Verlierer feststehend.
Dabei war alles angerichtet für eine erneute rauschende Fußballnacht in der italienischen Hauptstadt. An der Unterstützung der Fans lag es jedenfalls nicht, dass das erneute Wunder von Rom an diesem Maiabend im Olimpico ausblieb. Wie schon beim sensationellen Sieg gegen den FC Barcelona im Viertelfinale stand das Stadion wie ein Mann hinter der Roma. Lautstark und emotional peitschten die Tifosi ihr Team nach vorne – weder der frühe, noch der erneute Rückstand tat der Feierstimmung einen Abbruch.
Mit zunehmender Spieldauer und abnehmender Siegtendenz für ihr Team ließ auch die stimmgewaltige Unterstützung nach – wer wollte es den tapferen Fans verdenken.
Auch der Spielverlauf war wie gemacht für die große Auferstehung, doch fehlte es den Römern am Glauben in die eigene Chance - schon das 2:2 durch Dzeko (52.) wurde von den Spielern der "Giallorossi" nur lustlos registriert. Die Führung durch Nainggolan (86.) hätte das Signal zum finalen Aufbäumen sein können, doch die Römer drehten nur teilnahmslos ab. Abschied mit Sieg - ja, weiter mit Wunder – diesmal nicht.

Glück – die Zweite

Dabei hätte das Spiel eine ganz andere Wendung nehmen können, hätte Schiedsrichter Damir Skomina aus Slowenien in zwei Situationen anders – richtig – entschieden.
49. Minute (Spielstand - 1:2): "Reds"-Keeper Loris Karius holt Dzeko im Strafraum von den Beinen. Elfmeter und Rot wäre wohl die richtige Entscheidung gewesen, hätten die Unparteiischen zuvor nicht schon fälschlicherweise auf Abseits erkannt. Proteste von Seiten der Römer blieben unverständlicher-, aber bezeichnenderweise aus.
63. Minute (Spielstand – 2:2): Ein Abschluss von Stephan El Shaarawy aus wenigen Metern wird von Trent Alexander-Arnold im Fallen mit der Hand geblockt – Elfmeter und Gelb als vermeintlich logische Folge blieben den Liverpoolern erspart. Und wo die Ersatzspieler des FC Bayern das überführende Video samt wortreicher Beschwerden bereits sozial-medial verbreitet hätten, legten die Römer erneut überhaupt keine Reaktion an den Tag.

Klopp: "Erstmal alles gut"

Der Auftritt von Rom, so analysiert Klopp, "passt auch irgendwie zu uns. Wir haben eine außer-außer-außergewöhnliche Champions-League-Saison gespielt." Da sei es okay, auch mal Glück zu haben.
"Wir werden das analysieren", kündigte Klopp mit Blick auf das Finale an. Denn der Coach weiß:
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