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Lionel Messi schießt FC Barcelona gegen Chelsea ins Viertelfinale

Barcelona huldigt Messi: "Absolutes Geschenk Gottes"

14/03/2018 um 22:36Aktualisiert 15/03/2018 um 01:12

Der FC Barcelona ist vor allem dank Lionel Messi ins Champions-League-Viertelfinale eingezogen. Im Achtelfinal-Rückspiel gegen den FC Chelsea traf der Argentinier doppelt (3./63.) und insgesamt zum 99. sowie 100. Mal in Europas "Königsklasse". Ex-BVB-Star Ousmane Dembélé (20.) erzielte zwischenzeitlich sein erstes Tor für Barça, das sich nach dem 1:1 von London letztlich klar durchsetzte.

So lief das Spiel:

Schlechter hätte die Partie für Chelsea nicht beginnen können. Keine drei Minuten waren gespielt, da versenkte Lionel Messi die Kugel bereits zur 1:0-Führung für Barcelona. Insbesondere Chelsea-Torhüter Thibaut Courtois sah dabei nicht gut aus: Der Flachschuss von Messi aus spitzem Winkel ging ihm am kurzen Pfosten durch die Beine.

Chelsea verdaute den Rückstand in der Folge jedoch ordentlich, zeigte offensiv gute Ansätze und gestaltete die Partie auf Augenhöhe. Barcelona bestach dagegen mit Effektivität: Der zweite Angriff führte zum zweiten Tor. Messi gewann den Ball im Mittelfeld, zündete den Turbo und legte im Sechzehner ab zu Ousmane Dembélé, der die Kugel letztendlich ins Netz knallte (20.).

Ein Gegentreffer mit Wirkung. Barcelona zog daraufhin sein gewohnt dominantes Ballbesitzspiel auf, Chelsea stand tief und lief hinterher. Erst kurz vor der Pause meldeten sich die Gäste wieder gefährlich zurück. Ein Freistoß von Marcos Alonso knallte aus 20 Metern an den Außenposten.

Den zweiten Durchgang begann Chelsea als aktivere Mannschaft. Trotz guter Ansätze fehlte die letzte Konsequenz, klare Torchancen blieben aus. Der Treffer fiel wieder auf der Gegenseite. Nach Ballgewinn bekam Messi die Kugel von Luis Suarez, umkurvte mit einem klasse Antritt die Verteidigung links im Strafraum und überwand Courtois aus spitzem Winkel erneut per Beinschuss (63.).

Im Anschluss verlor die Partie an Schwung. Chelsea steckte auf, Barcelona spielte im Schongang den Vorsprung souverän über die Zeit. Die Katalanen zeichnete an diesem Abend die Effizienz aus, Chelsea verlor vor allem durch individuelle Fehler.

Die Stimmen:

Ernesto Valverde (Trainer FC Barcelona): "Chelsea ist eine starke Mannschaft, für uns war von Anfang an klar, dass es nicht einfach wird. Das war eins der schwersten Spiele der Saison. Wir hatten das Spiel zwar in der ersten Hälfte gut unter Kontrolle, mussten aber immer auf der Hut sein vor Chelsea. Das 2:0 war dann spielentscheidend. Es ist ein großer Luxus, Lionel im Team zu haben. Er kann jeder Zeit ein Spiel entscheiden und ist immer brandgefährlich."

Andres Iniesta (FC Barcelona): "Auch nach dem 2:0 wäre es eng geworden, wenn sie getroffen hätten. Unsere Mannschaft wusste, wie sie zu reagieren und zu verteidigen hat, als Chelsea nach vorne kam. Wir reden immer über Messi. Er macht den Unterschied - in jedem Spiel. Es ist ein absolutes Geschenk Gottes, dass er hier ist."

Thibaut Courtois (Chelsea): "Ich habe schon oft gegen Messi gespielt und sogar schon einen Tunnel von ihm kassiert. Für einen Torwart gibt es nichts Schlimmeres als das. Aber ich muss das hinter mir lassen, zeigen, dass ich ein Mann bin und zu meinem Fehler stehen. Es ist unglücklich, dass wir wegen vier eigenen Fehlern vier Tore kassiert haben und deshalb ausgeschieden sind. Bei unseren Aluminium-Treffern hatten wir aber auch Pech."

Marcos Alonso (Chelsea): "Sie haben eben Messi! Und ich denke, sie waren das bessere Team, obwohl wir in beiden Spielen uns gut präsentiert und gekämpft haben. Wenn man selbst einfache Tore zulässt und seine Chancen vergibt, ist es schwer gegen so ein Team wie Barcelona zu gewinnen."

Antonio Conte (Trainer Chelsea): "In zwei Spielen haben wir vier Mal ans Aluminium getroffen. Und stets in unseren guten Phasen traf Barcelona. Sie waren sehr abgezockt. Trotzdem muss ich meinem Team ein Kompliment machen, dass sie bis zuletzt alles gegeben haben. Ich bin stolz auf sie. Das 0:3 haben sie nicht verdient. Im Hin- und Rückspiel hat Messi den großen Unterschied ausgemacht. Und wie alle wissen, sprechen wir hier über den besten Fußballer der Welt. Nicht von ungefähr erzielt er in jeder Saison 60 Tore. Er ist nicht nur ein Top-Spieler, sondern eine Super-Top-Spieler."

Das fiel auf: Dembélé, angekommen bei Barcelona?

Dembélé und Barcelona, so richtig wollte das lange Zeit nicht passen. Verletzungen, Rückschläge oder Ernährungsdifferenzen pflasterten die Saison des Franzosen, für den die Katalanen im Sommer über 100 Millionen Euro an Borussia Dortmund bezahlten. Doch die Entwicklung stimmte zuletzt, und gegen Chelsea belohnte sich der 20-Jährige mit seinem ersten Tor im Trikot von Barcelona.

Auch ansonsten wirkte Dembélé wieder mehr wie der Dembélé, der sich im Vorjahr beim BVB zu einem der begehrtesten Fußballer Europas aufspielte. Und selbst in der Defensive überzeugte er: Per Grätsche klärte er sehenswert eine Situation im eigenen Sechzehner gegen Alonso. Dembélé scheint langsam angekommen bei Barcelona.

Der Tweet zum Spiel:

Nicht der Tag von Keeper Courtois. Beide Gegentreffer durch Messi bekam er per Beinschuss.

Die Statistik: 2

Messis persönliche Bestmarkenliste um zwei Einträge überarbeitet werden. Den 1:0-Führungstreffer erzielte er nach nur 128 Sekunden – nie zuvor war ihm in der "Königsklasse" ein früherer Treffer gelungen. Der Treffer zum 3:0 war zudem sein 100. Champions-League-Tor im 123. Spiel.

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