TSG 1899 Hoffenheim - Manchester City | Schock in Minute 87 - TSG verpasst Punktgewinn gegen ManCity

Die TSG 1899 Hoffenheim hat in der Champions League ein Heim-Remis gegen Manchester City verpasst. Beim 1:2 (1:1) in Gruppe F traf David Silva in der 87. Minute zum Sieg der Gäste, die sich damit in der Tabelle vor die TSG schoben. Ishak Belfodil (1.) hatte die TSG nach wenigen Sekunden in Führung gebracht, Sergio Agüero (8.) auf Vorlage von Leroy Sané ausgeglichen. Die TSG ist weiter sieglos.

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So lief das Spiel:

Gegen den haushohen Favoriten Manchester City erwischte die TSG Hoffenheim einen Traumstart. Noch nicht einmal eine Minute war gespielt, da durfte das Team von Julian Nagelsmann bereits jubeln.
Kerem Demirbay spielte einen feinen Pass in die Schnittstelle von Citys Innenverteidigung – Vincent Kompany und Nicolas Otamendi waren bereits zuvor als "Schwachstellen" Team von Pep Guardiola ausgemacht worden – und Ishak Belfodil war auf und davon. Der Neuzugang aus Bremen blieb eiskalt und schob die Kugel an Ederson vorbei (1.).
Allerdings währte die Freude der Gastgeber nicht lange. David Silva zog im Mittelfeld die Fäden und steckte schließlich sehenswert durch auf Leroy Sané, der über die linke Seite in den Strafraum eindringen konnte, klug verzögerte und schließlich auf Sergio Agüero querlegte. Der Argentinier musste aus kurzer Distanz nur noch einschieben (8.).
In der Folge war der englische Meister die tonangebende Mannschaft, der Bundesligist allerdings alles andere als nur Zuschauer. Immer wieder war es Demirbay, der entweder Belfodil oder Pavel Kaderabek auf den Außenbahnen einsetzte, um so für Entlastung zu sorgen.
Die besseren Chancen hatte dennoch das Team von Pep Guardiola. Nach einer Viertelstunde hatte Raheem Sterling bereits den zweiten Treffer auf dem Fuß, Stefan Posch konnte dem Tempo des Flügelflitzers nicht folgen, doch Oliver Baumann im Tor der TSG blieb lange stehen und konnte den Einschlag so verhindern (16.).
Nach und nach wurden die Citizens stärker, gleich zweimal hätte Agüero nach einer halben Stunde treffen können, setzte die Kugel allerdings einmal über das Tor (33.), ehe Oliver Baumann mit einer starken Parade einen weiteren Treffer des Argentiniers verhinderte (35.).
Kurz vor der Pause war es noch einmal Citys Stoßstürmer, der den zweiten Treffer auf dem Fuß hatte, sein Versuch aus der Distanz sauste nur knapp über den Querbalken des Hoffenheimer Kastens (42.).
Nach Wiederanpfiff versuchte erneut Hoffenheim, für Gefahr zu sorgen. Eine Hereingabe von Belfodil fand im Strafraum allerdings keinen Abnehmer (47.). Manchester City hingegen hatte Schwierigkeiten, die junge Hoffenheimer Mannschaft in Gefahr zu bringen. David Silva (53.) und Nicolas Otamendi (58.) zielten jeweils am Tor vorbei.
Nach einer Stunde wurde die Partie ruppiger. Kyle Walker war mit einer Gelben Karte nach einem Foul an Kaderabek noch gut bedient (66.). Nationalspieler Ilkay Gündogan, erneut mit Pfiffen bedacht, musste nach einer eher unauffälligen Partie mit muskulären Problemen ausgewechselt werden – für ihn kam Bernardo Silva (68.).
Schiedsrichter Damir Skomina war nicht immer auf der Höhe – das zeigte sich besonders in der 73. Minute: Einmal mehr war Sané auf der linken Seite durchgebrochen und in den Strafraum eingedrungen. Baumann eilte aus seinem Kasten heraus und holte den Nationalspieler klar von den Füßen. Skomina allerdings ließ weiterspielen (73.).
Glück für die TSG – das allerdings nicht ganz bis zum Ende anhielt.
Kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit war Stefan Posch der Pechvogel der TSG: Der junge Verteidiger konnte eine Hereingabe von der linken Seite nicht schnell genug klären, David Silva bestrafte diesen Fehler postwendend und schob die Kugel zum Siegtreffer für Manchester City ein (87.).

Die Stimmen zum Spiel:

Julian Nagelsmann (Trainer TSG 1899 Hoffenheim): "Wir haben es in der ersten Halbzeit mit Ball nicht so gut gemacht. Wir hätten die Führung länger halten müssen, das Gegentor kassieren wir eigentlich zu billig. Am Ende wird ein klarer Fehler bitter bestraft. Natürlich hatte Manchester City mehr vom Spiel, aber das war zu erwarten. In Anbetracht der Situation, in der wir uns befinden, bin ich sehr stolz. Natürlich ist es immer bitter, wenn du so spät ein Tor bekommst. Das tut weh. Aber die Jungs haben das toll gemacht. Ich finde, wir haben uns teuer verkauft."
Pep Guardiola (Trainer Manchester City): "Ja, wir haben in der letzten Minute gewonnen. Wir haben viel gekämpft, wir waren ein bisschen unter Druck nach dem Tor in der ersten Minute. Wir haben absolut alles gegeben. Wir brauchen diese Situationen, um uns zu verbessern. Ich kenne die Stärke der deutschen Mannschaften."
Oliver Baumann (TSG 1899 Hoffenheim): "Als ich gerade in die Kabine gegangen bin, hab ich nur hängenden Köpfe gesehen. Die Jungen haben gemerkt, dass wir hier heute eine Chance hatten. Ich denke, auch gemessen an dem Durchschnittsalter, das wir heute auf dem Platz hatten, haben wir ein sehr gutes Spiel gemacht. Zum nicht gegebenen Elfmeter: Ich treffe Leroy auf jeden Fall. Ich dachte, ich hab den Ball, aber der ist einfach zu schnell."
Stefan Posch (TSG 1899 Hoffenheim): "Natürlich ist es sehr schwer, das direkt nach dem Spiel einzuordnen. Ganz zum Schluss das Gegentor zu bekommen, tut sehr weh. Wir waren ersatzgeschwächt, aber wir haben gesehen, dass wir gute Leute auf dem Platz hatten. Beim Gegentor sehe ich nicht, dass er hinter mir kommt. Ich muss den Ball direkt wegschlagen und nicht noch mit der Brust annehmen. Das ist natürlich sehr bitter."
Leroy Sané (Manchester City): "Wir wollten auf jeden Fall gewinnen. Wir wussten, dass es ein schwieriges Spiel wird. Sie haben mit Nagelsmann einen super Trainer, und natürlich viele gute Spieler. Wir hatten einige Zeit unsere Schwierigkeiten. Ich hab mit Oliver Baumann direkt nach dem Spiel noch geredet, er meinte auch, dass er mich berührt hat – für mich ein klarer Elfmeter. Ich freu mich immer wieder, zurück nach Deutschland zu kommen."
Vincent Kompany (Manchester City): "Es war schwer. Wir wussten, dass wir heute eine gute Leistung brauchten. Wir hatten viel Ballbesitz und haben gewartet bis zur letzten Minute."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Kein Selbstläufer für City

Wer hätte es gedacht, dass die kleine TSG Hoffenheim dem großen Verein Manchester City das Leben so schwer machen würde? Bis zum Schluss hatte der Bundesligist den englischen Meister immerhin am Rande eines Unentschiedens – bis es letztendlich ein individueller Fehler war, der über die Partie entschied. Nach der Niederlage gegen Lyon im Auftaktspiel wird immer mehr deutlich: Manchester City wird sich auch dieses Jahr wieder sehr strecken müssen, soll es über das Viertelfinale hinausgehen.

Die Statistik: 8

Gegen deutsche Teams traf Sergio Agüero so häufig wie gegen keine andere Nation.
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