UEFA Champions League: TSG Hoffenheim remis gegen Olympique Lyon

Die TSG Hoffenheim hat in der Champions League zwar den ersten Sieg verpasst, kam aber nach großem Kampf zu einem spektakulären 3:3 (1:1) gegen Olympique Lyon. Andrej Kramaric gelang ein Doppelpack (32., 47.) für die TSG, doch nach Treffern von Bertrand Traoré (26.), Tanguy Ndombele (59.) und Memphis Depay (67.) sah es nach einem Gästesieg aus - ehe Joelinton (90.+1) für Hoffenheim ausglich.

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So lief das Spiel:

Die Anfangsphase gehörte Lyon. Die Franzosen sorgten mit druckvollen Tempovorstößen über die Halbräume für deutliche Probleme in der Hintermannschaft des Bundesligisten. Traoré setzte den Ball in der 4. Minute aus kurzer Distanz nur knapp neben das Tor, beim Abschluss von Depay musste Schlussmann Oliver Baumann zweimal zugreifen (6.). Hoffenheim fand erst nach einer Viertelstunde eine bessere Organisation und bekam mehr Zugriff.
In der Folge kam die TSG durch Ishak Belfodil (19./20.) zu zwei ersten Chancen, geriet dann jedoch unglücklich in Rückstand. Nach kurzen Pass von Baumann auf Kevin Vogt setzte Traoré den TSG-Kapitän am Sechzehner unter Druck, provozierte den Ballverlust und schob die Kugel an Baumann zur Führung vorbei (27.). Hoffenheim erholte sich jedoch schnell, kam in der 31. Minute durch Andrej Kramaric zum Ausgleich. Es war der Beginn einer starken Phase der Gastgeber, die durch Belfodil (38./40.) sowie Adam Szalai (45.) weitere gute Chancen herausspielten.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit knüpfte Hoffenheim nahtlos daran an und ging durch Kramaric in Führung (47.). Vorausgegangen war eine passgenaue Flanke von Kerim Demirbay in den Sechzehner, die der Kroate perfekt verarbeitet, vom Stellungsfehler durch Traoré profitierte und das 2:1 markierte. Eine Reaktion von Lyon war gefordert, doch weiterhin diktierte Hoffenheim mit tempofester, zielstrebiger Offensivpower das Geschehen.
Umso vermeidbarer fiel der nächste Gegentreffer: Eine Seitenverlagerung hebelte die TSG-Hintermannschaft aus, Ndombele bekam den Ball durchgesteckt und schloss aus spitzem Winkel ab – von Baumanns Unterarm prallte die Kugel ins kurze Eck (59.). Und damit nicht genug, in der 67. Minute lag der Ball erneut im Netz. Ein langer Ball erreichte Depay, Kevin Akpoguma verschätzte sich, und der Niederländer versenkte die Kugel letztendlich flach im langen Eck. Die Partie blieb in der Folge munter, Hoffenheim steckte nicht auf, Lyon lauerte auf Konter - Tormöglichkeiten ergaben sich für beide Mannschaften.
Die Kraichgauer verbuchten in der Schlussviertelstunde noch zwei wuchtige Distanzschüsse durch Florian Grillitsch (79.) und Kevin Akpoguma (83.) sowie eine große Kopfballchance von Vogt (87.). Zudem blieb der TSG ein vermeintlicher Elfmeter nach Handspiel von Jason Denayer verwehrt. Alles deutete auf eine bittere Heimniederlage für die TSG hin, ehe der eingewechselte Joelinton in der Nachspielzeit nach Vorarbeit durch Nico Schulz doch noch den 3:3-Ausgleich erzielte.

Die Stimmen:

Julian Nagelsmann (Trainer TSG Hoffenheim): "Am Ende muss man mit dem Ergebnis nach dem Spielverlauf zufrieden sein. Lyon war in den ersten zehn Minuten besser, danach haben wir aber gut gespielt, gut verteidigt und uns viele Chancen erspielt. Leider haben wir aus unserer Überlegenheit zu wenig Tore geschossen. Die drei Gegentreffer fallen durch individuelle Fehler, das muss man so sagen, das waren im Prinzip drei Eigentore."
Oliver Baumann (TSG Hoffenheim): "Wir haben sehr gut gekämpft, daher ist das Ergebnis schade. Wir hätten es verdient gehabt, zu gewinnen, aber in den entscheidenden Szenen hat uns das Glück gefehlt."

Das fiel auf: Um den Sieg gebracht

26:12-Torschüsse verbuchte die Statistik am Ende für die TSG Hoffenheim. Der Bundesligist zeigte eine starke Partie, erspielte sich reihenweise beste Möglichkeiten – zeigte jedoch die bereits bekannte Problematik der schwachen Chancenverwertung aus dem Ligaalltag. Trotzdem muss eine Heimpartie mit drei eigenen Toren gewonnen werden. Dafür zeigte die TSG defensiv in den entscheidenden Momenten jedoch Leichtsinnigkeiten, die ein Gegner auf dem Niveau sofort bestraft. Mit dem Unvermögen vor dem Tor sowie defensiven Patzern brachte sich der Champions-League-Neuling selber um den Lohn und zahlte in gewisserweise Lehrgang. Das Rüstzeug für die Königsklasse bewies die TSG an diesem Abend jedoch einmal mehr eindrucksvoll.

Der Tweet zum Spiel:

Die Statistik: 27

Immer für ein Tor gut: Die TSG Hoffenheim erzielte in den vergangenen 27 Heimspielen immer mindestens einen Treffer.
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