Drei Dinge, die bei Milan gegen Inter Mailand aufflielen: Dzeko und Martinez wie De Bruyne und Haaland
VonThomas Gaber
Publiziert 11/05/2023 um 00:39 GMT+2 Uhr
2003 und 2005 warf der AC Mailand Inter aus der Champions League - jetzt steht der Stadtrivale dank des 2:0-Sieges im Halbfinal-Hinspiel dicht vor der erfolgreichen Revanche. Während Milan einen Offensivstar schmerzlich vermisste, drehten bei Inter ein Weltmeister und ein Ex-Bundesligaspieler mächtig auf. Einen Sahnetag erwischte auch der Schiedsrichter. Drei Dinge, die in Mailand auffielen.
Edin Dzeko (M.) brachte Inter im Derby in Führung
Fotocredit: Imago
Derbys im Jahr 2023 - das passt für Inter. Nach dem 3:0 in der Supercoppa und dem 1:0 in der Serie A war das 2:0 im Halbfinal-Hinspiel der Champions League der dritte Sieg der "Nerazzurri" in Folge gegen Milan.
Edin Dzeko (8.) und Henrikh Mkhitaryan (11.) stellten mit ihren Treffern die Weichen früh auf Sieg, Milan verpennte die Anfangsphase komplett.
"Inter war gieriger, wie haben die Zweikämpfe nicht angenommen und waren nur Zuschauer", fasste der deutsche AC-Verteidiger Malick Thiaw bei "DAZN" die erste Viertelstunde zusammen.
Inter beschränkte sich nach der Pause darauf, defensiv keine Fehler zu machen und verschaffte sich eine glänzende Ausgangsposition für das Rückspiel kommenden Dienstag an gleicher Stelle.
Drei Dinge, die im Giuseppe-Meazza-Stadion auffielen.
1.) Martinez und Dzeko sind Inters Trümpfe
Manchester City hat Kevin De Bruyne und Erling Haaland, Real Madrid Vinicius Jr. und Karim Benzema und Inter Edin Dzeko und Lautaro Martinez. Die beiden Mailänder standen ihren berühmten Kollegen am Mittwoch in nichts nach.
Dzeko, immerhin schon stolze 37 Jahre alt, trat den Beweis an, dass er in wichtigen Spielen immer noch für Tore gut ist. Seine Direktabnahme im Anschluss an einen Eckball, bedrängt von einem Gegenspieler, war herausragend.
Der Bosnier war zudem sehr lauffreudig, wich immer wieder auf die Flügel aus und leitete so selbst Angriffe ein. Einziger Schönheitsfehler: Dzeko hatte in der 53. Minute das 3:0 auf dem Fuß, scheiterte aber freistehend vor Milan-Torhüter Mike Maignan.
Martinez setzte seinen Leistungen der letzten Wochen die Krone auf. Der Weltmeister befindet sich in Galaform und traf in vier der letzten fünf Ligaspiele. Ein Tor blieb dem Argentinier zwar verwehrt, doch Martinez war Dreh- und Angelpunkt in Milans Offensive. Er sammelte die meisten Torschussvorlagen (3) aller Spieler und gewann 65 Prozent seiner Zweikämpfe.
Auch die Chemie zwischen beiden stimmte. Dzeko und Martinez suchten sich immer wieder und waren gemeinsam an den meisten Inter-Angriffen beteiligt.
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Jederzeit alles im Griff: Lautaro Martinez (l.) und Edin Dzeko
Fotocredit: Getty Images
2.) Milans Offensive ohne Leão ein Rohrkrepierer
Ausgerechnet bei der Derby-Generalprobe gegen Lazio Rom (2:0) verletzte sich Raffael Leão am Oberschenkel und musste für Mittwochabend passen. Der Portugiese verfolgte die Partie von einer Box aus, in der auch Teamkollege Zlatan Ibrahimovic saß.
Beide Milan-Stars hielt es schon nach wenigen Minuten nicht mehr auf ihren Sitzen. Leão schüttelte nach Inters Doppelschlag mehrfach ungläubig den Kopf. Auf dem Feld wurde der Flügelstürmer schmerzlich vermisst. Milan nahm den offenen Schlagabtausch mit Inter in der ersten Halbzeit an, brachte offensiv aber nichts zustande. Es fehlte an kreativen Ideen und vor allem Tempo über die Außen.
Genau das hat Leão im Überfluss drauf. Ersatzmann Alexis Saelemaekers war auf der linken Seite kein Faktor. Erschwerend für Milan kam die verletzungsbedingte frühe Auswechslung von Ismaël Bennacer (18.) hinzu. Olivier Giroud wartete in der Sturmmitte vergeblich auf verwertbare Bälle, der Franzose hing völlig in der Luft.
"Es ist sehr schade, dass Raffael nicht spielen konnte, er hätte uns gutgetan. Wir hoffen, dass er im Rückspiel dabei ist", sagte Thiaw.
Nach der Pause wurden die "Rossoneri" offensiv stärker, weil vor allem Sandro Tonali aufdrehte und zwei, drei geniale Pässe in die Schnittstellen spielte. Leão war an diesem Abend jedoch nicht zu ersetzen.
Für die Milan-Fans gab es trotz der Derbypleite auch eine gute Nachricht: Laut "The Athletic" hat der 23-Jährige seinen Vertrag bis 2028 verlängert.
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Beim Fotoshooting mit Novak Djokovic vor dem Spiel hatte Raffael Leão noch gute Laune
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3.) Dickes Lob für den Schiedsrichter
Sie bekommen oft ihr Fett weg und wenn über sie berichtet wird, dann in erster Linie, weil sie Fehler gemacht haben. Jesús Gil Manzano hat aus anderen Gründen eine Erwähnung verdient.
Der Spanier lieferte eine fehlerlose Vorstellung ab. Manzano ließ sich von der hitzigen Derby-Atmosphäre nicht anstecken, suchte nach harten Zweikämpfen mit den Spielern das Gespräch, anstatt überstürzt Gelbe Karten zu ziehen.
In der 31. Minute entschied er nach einem Kontakt zwischen Simon Kjaer und Lautaro Martinez zunächst auf Elfmeter zu Inter, nahm diesen aber nach dem Einschreiten des VAR und der seiner Sicht der Szene wieder zurück. Es war keine Fehlentscheidung, da Kjaer Martinez festhielt, aber eben nur minimal.
Auch der leichte Schlag von Rade Krunic gegen Alessandro Bastoni blieb zurecht straffrei.
Stefano Pioli hatte trotz allem etwas zu meckern. "Der Schiedsrichter hat mir nicht gefallen, er hat mit zweierlei Maß gemessen", sagte der Milan-Coach. Mit dieser Einschätzung steht Pioli weitgehend alleine da.
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Quelle: Perform
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