Champions League: Eintracht Frankfurt erkämpft sich zu Hause gegen Tottenham Hotspur ein Remis

Eintracht Frankfurt hat sich im dritten Spiel der Gruppenphase der UEFA Champions League gegen Tottenham Hotspur einen Punkt vor heimischer Kulisse erkämpft. Beim 0:0 im Deutsche Bank Park lieferten sich die beiden Klubs ein Duell auf Augenhöhe und betrieben Chancenwucher. Während sich Tottenham aufgrund der besseren Möglichkeiten ärgert, kann die Eintracht mit dem Punktgewinn gut leben.

Ansgar Knauff im Duell mit Emerson Royal

Fotocredit: Getty Images

Durch den Ausfall des an Sprunggelenksproblemen laborierenden Mario Götze war Oliver Glasner zum Rotieren gezwungen. Daichi Kamada rutschte von der Doppel-Acht, die er am Samstag gegen Union Berlin bespielt hatte, auf die Götze-Position, dafür war Djibril Sow zurück auf der Achterposition.
Kristijan Jakic, der nach Verletzungspause wieder in die Startelf rückte, besetzte erneut die eher ungewohnte rechte Außenbahn, während Ansgar Knauff die Seite wechselte und dort Luca Pellegrini vertrat. Bei den Spurs setzte Antonio Conte dagegen auf die exakt gleiche Mannschaft, die am Wochenende noch das North London Derby mit 1:3 verlor.
Die ersten Minuten gestalteten sich weitgehend ausgeglichen, beide Teams beschnupperten sich in der Anfangsphase - Ballbesitzphasen auf beiden Seiten. Fast aus dem Nichts hatte Tottenham dann die größte Tormöglichkeit der ersten Hälfte: Nach kurz ausgeführtem Freistoß verpasste Harry Kane, der von dieser Chance offensichtlich genauso überrascht wurde, mit dem linken Fuß hauchzart die mögliche Führung (12.).
Im weiteren Verlauf wechselte das Momentum regelmäßig die Seiten, beide Teams wollten den Führungstreffer sichtlich, es fehlte aber an Konzentration und Präzision im letzten Drittel.

Chancenwucher auf beiden Seiten

Die Spurs wurden in der Folge allerdings immer besser: In der 26. Minute wusste Kane erneut nicht, eine unangenehm mittelhohe Son-Flanke zu verwerten, kurz vor der Halbzeit verfehlte der Südkoreaner selbst das Tor der Eintracht um einen guten Meter (41.). Zwei Minuten später war es Perisic, der die Kugel nach abgefälschter Ablage von Emerson nicht aufs Tor brachte. Zur Halbzeit macht die SGE zwar ein kämpferisch aufopferungsvolles Heimspiel, besonders offensiv blieben die Hausherren jedoch etwas schuldig und waren mit dem 0:0 gut bedient.
Doch Oliver Glasner fand in der Halbzeit wohl die richtigen Worte, denn seine Mannschaft kam grundverändert aus der Kabine. In gleicher Formation, aber dafür mit einem komplett gewandelten Selbstverständnis und Mut gelangten die Adler zu ihrer mit Abstand größten Chance bis dahin: Knauff nahm Sows Lupfer-Vorlage per Volley - Lloris parierte reaktionsschnell im rechten unteren Eck (50.).
Aber auch die Londoner waren heiß auf den Führungstreffer und Frankfurt hatte Glück, als Kane den Ball nach einem Ballverlust von Tuta vor dem eigenen Sechzehner ins rechte Außennetz drosch (54.). Beide Teams erhöhten merkbar das Risiko und es entstand eine Partie mit offenem Visier. Nachdem Lindströms Versuch aus 12 Metern knapp über das Tor der Spurs flog, wäre eine Frankfurter Führung in Summe tatsächlich nicht unverdient gewesen (60.). Die letzte halbe Stunde ergaben sich für beide Teams ungewöhnlich große Räume im Mittelfeld, die allerdings keiner zu nutzen wusste. So steht am Ende ein durchaus leistungsgerechtes Unentschieden, das kein torloses Remis hätte sein müssen.

Die Stimmen:

Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt): "Ich denke, wir haben es nach vorne hin ganz gut gemacht. Wir hatten Torschüsse, die Situationen müssen wir einfach konzentrierter und besser ausspielen. Tottenham ist eine sehr starke Mannschaft, die am Wochenende das erste Mal in der Premier League verloren haben. Dafür haben wir es gut gemacht und nehmen das 0:0 auch gerne mit."
Sebastian Rode (Eintracht Frankfurt): "Gerechtes Ergebnis. War ein sehr intensives Spiel mit tollem Support von den Rängen. Wir hatte eine gute Chance durch Jesper, die wir leider nicht genutzt haben. Trotzdem können wir mit dem Punkt zufrieden sein."

Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Hasebe wie ein alter Wein

Dass Makoto Hasebe mit seinen 38 Jahren immer noch ein hochklassiger Verteidiger ist, hat der Japaner in der Bundesliga regelmäßig bewiesen. Dass der Ex-Abwehrchef aber auch weiterhin auf dem allerhöchsten Niveau agieren kann, zeigte er eindrucksvoll im heutigen Duell gegen die Spurs. Egal ob der wuchtige Kane oder die wuseligen und schnellen Son oder Richarlison, alle Londoner Angreifen prallten an Hasebe ab, der souverän und lautstark nicht nur seine Mitspieler dirigierte, sondern auch die wichtigen Zweikämpfe gewann.

Die Statistik zum Spiel: 4

Auch wenn die Siegesserie der Frankfurter gegen englische Teams mit dem 0:0 heute endete, so scheinen den Adlern Teams von der Insel zu liegen. Nach einem Sieg gegen Arsenal 2020/21 und zwei Erfolgen gegen West Ham in der letzten Europa-League-Saison verliert die SGE auch gegen Tottenham nicht und baut somit die Serie auf vier ungeschlagene Spiele in Folge aus.
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Quelle: Perform

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