FC Liverpool kommt in der Champions League unter die Räder: Deutliche Pleite beim SSC Neapel

Nach dem schwachen Start in die Premier League kassiert der FC Liverpool auch zum Auftakt der Champions League eine herbe Niederlage. Beim SSC Neapel verliert die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp nach einer desaströsen ersten Halbzeit mit 1:4 (0:3). Piotr Zielinski (5./Elfmeter, 47.), André-Frank Zambo-Auguissa (32.) und Giovanni Simeone (44.) treffen für Napoli, Luis Diaz (49.) für die Reds.

Napoli

Fotocredit: Getty Images

Neapel erwischte vor heimischem Publikum einen veritablen Start. Nach feinem Zuspiel von Giovanni di Lorenzo umkurvte Victor Osimhen Liverpools Torhüter Alisson und traf aus halbrechter Position und relativ spitzem Winkel den rechten Außenpfosten – da war noch nicht einmal eine Minute gespielt.
Nur wenig später brachte Neapel die Gäste erneut in Bedrängnis. Khvicha Kvaratskhelia startete auf der linken Seite durch und bediente dann im Zentrum Piotr Zielinski. Dessen Schuss aufs untere rechte Toreck entschärfte Alisson, allerdings hatte James Milner den Schuss zuvor mit der Hand geblockt. Der spanische Schiedsrichter Carlos del Cerro Grande entschied nach Videobeweis auf Elfmeter. Den Strafstoß verwandelte Piotr Zielinski eiskalt ins linke Eck (5.).
Die Klopp-Elf wirkte überfordert, eigene Abschlüsse konnte sich der Champions-League-Finalist der vergangenen Saison überhaupt nicht erspielen. Stattdessen produzierten die "Reds" den nächsten Strafstoß für die Hausherren: Nach feinem Zuspiel von André-Frank Zambo Anguissa war Osimhen im Strafraum schneller als Virgil van Dijk, der dem Nigerianer im Kampf um den Ball schließlich auf den Fuß stieg. Wieder wurde der VAR bemüht, wieder gab es den Strafstoß für die Hausherren. Diesmal trat Osimhen selber an, scheiterte aber an Alisson (18.).
Liverpool musste nun reagieren, bis auf einen Freistoß von Trent Alexander-Arnold, den Alex Meret parierte (22.), oder einen Abschluss von Mohamed Salah aus 14 Metern (30.) wurde es aber so gut wie nie zwingend.
Neapel hingegen drückte weiter aufs Gaspedal. Nach einem Fehler des völlig überforderten Joe Gomez bediente Osimhen den mitgelaufenen Kvaratskhelia, dessen Schuss aus 13 Metern von van Dijk gerade noch vor der Torlinie abgegrätscht wurde (28.). Kurz darauf lag der Ball dann aber doch im Tor. Kvaratskhelia narrte auf der linken Seite einmal mehr Gomez und bediente Zambo Anguissa. Nach Doppelpass mit Zielinski schob der Kameruner aus sechs Metern halblinks ins kurze Eck ein (31.).
Und es kam noch dicker für die Engländer: Der überragende Kvaratskhelia verlud links zunächst Alexander-Arnold und düpierte dann den unglücklichen Gomez, ehe er querspielte. Im Zentrum musste der kurz zuvor für den angeschlagenen Osimhen eingewechselte Giovanni Simeone nur noch den Fuß hinhalten (44.).
Die Torflut brach auch im zweiten Durchgang nicht ab. Zunächst traf Zielinski nach Zuspiel von Zambo Anguissa im zweiten Versuch aus kurzer Distanz gegen Alisson (47.). Keine drei Minuten später fasste sich Luis Díaz ein Herz und versenkte den Ball aus 16 Metern im rechten unteren Eck (49.) – der Anschluss für die "Reds".
Díaz war es auch, der die nächste gute Chance für Liverpool vergab: Sein Kopfball aus zehn Metern war zwar wuchtig, aber nicht gut platziert (62.).
In der Folge waren die Gäste bemüht, ein Treffer gelang dem LFC aber nicht mehr. So blieb es bei der herben, aber durchaus verdienten 1:4-Niederlage zum Auftakt in die neue Champions-League-Saison.

Die Stimmen:

Andrew Robertson (FC Liverpool): "Wir waren viel zu offen. Man kann nicht an einen Ort wie diesen kommen und nicht kompakt sein. Sie waren bei weitem die bessere Mannschaft. Sie hatten zu oft Raum, um auf uns zuzulaufen und uns Probleme zu bereiten. Wenn man in der Champions League auswärts antritt, kann man nicht so offen sein. Wir müssen uns wieder auf das Wesentliche besinnen und kompakt stehen. Wir haben dieses Ergebnis verdient. So wie wir uns geöffnet haben, haben sie so viele Räume gefunden. Es war, als hätten sie einen zusätzlichen Mann. Man muss bereit sein zu kämpfen. Wir waren nicht nah genug an unserem Mann dran. Wir müssen aufwachen und zwar schnell, denn so können wir nicht auftreten."
Jürgen Klopp (Trainer FC Liverpool): "Es ist hart. Es ist nicht schwer zu erklären, wenn man das Spiel sieht. Zu erstmal hat Neapel ein sehr gutes Spiel gemacht und wir nicht. Die beiden Elfmeter sind ein bisschen unglücklich. Wir waren nie wirklich im Spiel. Wir waren nicht kompakt genug, weder in der Defensive noch in der Offensive. Wir standen einfach zu weit auseinander. Es war alles ziemlich offensichtlich, warum das so ist, kann ich jetzt noch nicht sagen. Da muss ich ein bisschen drüber nachdenken. Wir haben schon schlechte erste Halbzeiten gespielt, aber wir kassieren nicht immer drei Tore. Es sieht ein bisschen so aus, als müssten wir uns neu erfinden. Aber das Schwierige ist, wir müssen das mitten in der Saison machen. In drei Tagen spielen wir gegen Wolverhampton. Aber wir müssen einen Weg finden, auf allen Ebenen besser zu spielen. Wir spielen gerade nicht gut genug, das ist ziemlich offensichtlich. Deshalb verlieren wir Spiele."

Der Tweet zum Spiel:

Nach den jüngsten Trainer-Entlassungen erscheint wirklich fast alles möglich.

Das fiel auf: Khvicha Kvaratskhelia – "Kvaradona"

40 Jahre nach Diego Armando Maradona hat der SSC Neapel einen neuen Stern am Fußballhimmel in seinen Reihen. In der Serie A liegt der 21-Jährige bereits auf dem zweiten Platz der Torjäger-Tabelle. Der Neuzugang aus Georgien war im Sommer für gerade einmal zehn Millionen Euro zum SSC Neapel gewechselt – gegen Liverpools Star-Ensemble war er vor allem in der ersten Halbzeit der überragende Mann. Auf der linken Seite ließ er Trent Alexander-Arnold und den bemitleidenswerten Joe Gomez ein ums andere Mal wirklich schlecht aussehen. Zwar schoss der Georgier kein eigenes Tor vor, dafür war er in der Entstehung des ersten Elfmeters direkt beteiligt, das zwischenzeitliche 3:0 bereitete er vor. Da darf sich Neapel auf die kommenden Jahre freuen.

Die Statistik: 3

Zum dritten Mal innerhalb der letzten fünf Spielzeiten treffen die beiden Mannschaften in der Gruppenphase der Königsklasse aufeinander – zum dritten Mal gewinnt der SSC Neapel sein Heimspiel gegen Liverpool.
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Quelle: Perform

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