Mario Götze blüht bei der Eintracht auf: Darum startet der Weltmeister in Frankfurt so durch

Eintracht Frankfurt fiebert dem Debüt in der Champions League entgegen. Der amtierende Sieger der Europa League ist in blendender Form. Ein Garant dafür: Mario Götze. Eurosport.de analysiert vor dem Auftakt in die Gruppenphase gegen Sporting(Mittwoch, 18:45 Uhr im Liveticker) im Taktik-Check, warum der Weltmeister von 2014 bei der Eintracht unter Trainer Oliver Glasner so aufblüht.

Mario Götze blüht in Frankfurt auf

Fotocredit: Getty Images

Eintracht Frankfurt hat Europa im Sturm erobert. Mit einem spektakulären Flügelspiel, allen voran über die linke Seite mit Filip Kostic, konnte man in der vergangenen Saison die Europa League gewinnen.
Der Lohn: die erstmalige Qualifikation für die Champions League. Nach dem Abgang von Kostic zu Juventus Turin stellte Trainer Oliver Glasner das System um.
Ein Faktor: Weltmeister Mario Götze.
Eurosport.de analysiert vor dem ersten Spiel gegen Sporting (Mittwoch, 18:45 Uhr im Liveticker) im Taktik-Check, warum Götze am Main derart durchstartet.

Wie einst mit Marco Reus – Götze und Kamada harmonieren prächtig

Im neuen 4-2-3-1 ist Mario Götze auf der Zehnerposition Dreh- und Angelpunkt des Frankfurter Offensivspiels. Dabei harmoniert er hervorragend mit Daichi Kamada, der als nomineller linker Mittelfeldspieler weit einrückt und so immer nah bei Götze ist.
Hier können die beiden feinen Techniker in engen Räumen kombinieren. Wenn zwei so kreative Spieler nah beieinander agieren, sorgt das beim Gegner natürlich für eine Reaktion: Der Abwehrverbund zieht sich zusammen und versucht Überzahl im gefährlichen Bereich herzustellen.
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Mario Götze (l.) und Daichi Kamada

Fotocredit: Imago

Götze weiß das zu nutzen und schafft es immer wieder, den Ball unter höchstem Gegnerdruck zu halten und dann in die geöffneten Räume zu spielen. Dabei zeigt der 30-Jährige keine spektakulären Dribblings. Erst vier Dribblings hat Götze in den bisherigen fünf Ligaspielen versucht – alle waren erfolgreich.
Statt Übersteigern und Co. nutzt er simple Drehungen in die richtige Richtung, sodass der Körper immer zwischen Ball und Gegner ist. Zu echten Zweikämpfen kommt es oft gar nicht, da Götze und Kamada auch immer wieder die Positionen wechseln und für den Gegner kaum greifbar sind.
Doppelpässe auf engem Raum, Positionswechsel im letzten Drittel, totale Spielfreude: Das Zusammenspiel mit Nebenmann Kamada erinnert stark an die Zeiten, in denen Götze im BVB-Dress mit Marco Reus die Abwehrreihen Europas durcheinanderwirbelte.

Wichtige Rolle im Pressing – Verbesserungen dank Roger Schmidt?

Auch gegen den Ball fügt Götze sich sehr gut in das Frankfurter Spiel ein. Im 4-2-3-1 soll der Gegner hoch attackiert werden. Dabei schwimmt Götze immer zwischen der Position im offensiven Mittelfeld und der vordersten Reihe.
Es ist auffällig, wie stark sich sein Timing im Pressing verbessert hat: Spielt der Gegner einen Pass nur ein wenig zu schwach oder ungenau, sprintet Götze los und übt Druck aus. Dabei läuft er stets so an, dass der gegnerische Sechser in seinem Rücken nicht anspielbar ist – im Trainer-Deutsch Deckungsschatten genannt.
So erobert er selbst zwar kaum Bälle, sorgt jedoch oft für einen Rückpass zum Torwart und einen anschließenden langen Ball. Räumt die Frankfurter Doppelsechs diese langen Schläge ab, ist Götze erste Anspielstation im offensiven Umschalten.
Während außen in die Tiefe gegangen wird, kommt er entgegen, dreht sich schnell mit dem Ball und setzt die dynamischen Mitspieler wie Randal Kolo Muani oder auch Jesper Lindström ein.
Eurosport-Check: In seiner Paraderolle als Zehner im 4-2-3-1 hat Götze alle kreativen Freiheiten, harmoniert sehr gut mit Kamada und kann mit seinen Fähigkeiten in engen Räumen immer wieder seine Mitspieler in Szene setzen. Weil er sich auch defensiv enorm gesteigert hat, ist er schon jetzt nicht mehr aus der Frankfurter Stammelf wegzudenken. Gelingt es den Frankfurtern, den Schwung aus den letzten Partien mit in die Königsklasse zu nehmen, können sie auch dort für Furore sorgen – mit Götze als entscheidendem Puzzlestück.
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