Drei Dinge, die bei Bayer Leverkusen beim 0:4 in Liverpool auffielen: Mehr Mut, sonst knallt's!
Update 06/11/2024 um 00:51 GMT+1 Uhr
Bayer 04 Leverkusen geht am vierten Spieltag der Champions League 0:4 (0:0) beim FC Liverpool unter und kassiert damit einen herben Dämpfer. Nach guter erster Halbzeit bricht der Deutsche Meister bei der Rückkehr von Xabi Alonso nach der Pause ein. Die Gründe dafür sind nicht zu übersehen: Arne Slot, der Nachfolger von Jürgen Klopp, hat ein hungriges Monster erschaffen. Drei Dinge, die auffielen.
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Quelle: Perform
Der offensiv überraschend harmlose Double-Gewinner Bayer Leverkusen mit Trainer Xabi Alonso musste sich nach einer lange hochkonzentrierten Leistung in der Champions League beim FC Liverpool mit 0:4 (0:0) geschlagen geben und kassierte die erste Niederlage im laufenden Wettbewerb.
Luis Díaz (61./83./90.+2) mit einem Hattrick und Cody Gakpo (63.) schossen den Tabellenführer der Premier League zum Sieg. Die Mannschaft von Trainer Alonso, der nach seinem Abschied aus Liverpool erstmals auf seinen alten Klub traf, hielt lange gut mit, nach der Pause spielte Liverpool dann aber seine Klasse aus.
In der Tabelle rutschte die Werkself vorerst ab, mit sieben Punkten aus vier Spielen liegen die Rheinländer aber dennoch auf Kurs K.o.-Runde. Liverpool sprang mit der optimalen Ausbeute zumindest vorübergehend an die Spitze.
Drei Dinge, die uns in Liverpool auffielen.
1.) Bitte, Bayer: Mehr Mut, sonst knallt's!
Der Matchplan war gut, die Spieler haben ihn verstanden und umgesetzt. Was Leverkusen im ersten Abschnitt an der Anfield Road in der ersten Halbzeit zeigte, während draußen in Liverpool der "Guy-Fawkes-Day" mit reichlich Feuerwerk gefeiert wurde, war der eigentliche Knaller.
Diszipliniert im 5-3-2 gegen den Ball, laufstark, passsicher - und sogar mit einer richtig guten Chance zur Führung: Jeremie Frimpong hätte in der 22. Minute nach einem Kontakt mit Virgil van Dijk besser keinen Elfmeter schinden wollen, sondern aus sieben Metern einfach abziehen sollen.
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Quelle: Perform
Liverpool blieb insgesamt stabil, doch Leverkusen war in Durchgang eins in der Lage, den Gegner ins Wanken zu bringen. Ein bisschen mehr Mut wäre doch nötig gewesen, um ihn zu stürzen. Bayer-Trainer Alonso hatte wie schon gegen Stuttgart und Feyenoord auf eine kontrollierte Defensive gesetzt mit den drei ballsicheren "Sechsern" Granit Xhaka, Exequiel Palacios und Aleix García im Zentrum.
Schon gegen Stuttgart reichte es nicht zu einem Torerfolg (0:0), in Liverpool jetzt auch nicht. Viel Kontrolle, zu wenig Gefahr. "Zwei Tore in drei Minuten haben alles geändert. Das Ergebnis ist hart. In der zweiten Halbzeit hatten wir vielleicht zu wenig Ballbesitz und haben deswegen etwas unsere Linie verloren. Unsere Leistung war 60 Minuten gut, 30 Minuten nicht genug", resümierte der Bayer-Trainer bei "Prime Video". Alonso hat die richtigen Ansätze, doch reicht es beim Deutschen Meister in Spitzenspielen nicht zur kompletten Dominanz.
Wie weit der Weg zur internationalen Spitze für Leverkusen noch ist, hat die zweite Hälfte gegen die Reds eindrucksvoll gezeigt. Leverkusen bezahlte Lehrgeld. Auch, weil die Kräfte nachließen und Liverpool so zielstrebig agierte, wie es Leverkusen im ersten Abschnitt hätte machen müssen.
"Die erste Halbzeit war sehr gut. Aber wir können Liverpool nicht 90 Minuten dominieren. Wir bekommen zu einfache Gegentore, weil wir zu oft einfach stehengeblieben sind, wir gehen nicht mit den Männern mit. Das darf auf diesem Niveau nicht passieren", kritisierte Xhaka.
Immerhin steht Bayer 04 mit sieben Punkten nach vier Spielen in der Champions League noch ganz okay da und kann diesen Dämpfer verkraften. Wer allerdings gedacht hat, dass Leverkusen schon mit den großen Teams in Europa mithalten kann, wurde auf den Boden der Realität zurückgeholt. Das knallte erst recht.
2.) Premier League? EINS! Bundesliga? NUUULL!
Der FC Bayern verlor bei Aston Villa (0:1), RB Leipzig musste sich Liverpool zuhause geschlagen geben (0:1), nun ging auch der Deutsche Meister in England unter. Der Leistungsdifferenz zwischen der Premier League und der Bundesliga ist groß. Einige Unterschiede wurden zwischen Liverpool und Leverkusen besonders deutlich: Die Gangart ist härter, die Zweikämpfe intensiver, das Tempo beim Umschalten noch höher, die Passschärfe und Präzision eine Klasse besser.
Victor Boniface, ein Brocken in der Bundesliga, ein Brecher, der immer für ein Tor gut ist, sah gegen van Dijk und Co. aus wie ein Schatten seiner selbst. "Leverkusen konnte in der zweiten Halbzeit mit unserer Intensität nicht mithalten. Wir haben schöne Tore geschossen und keines kassiert, es war insgesamt ein gutes Spiel von uns", urteilte van Dijk.
Symptomatisch war das 4:0 von Dreifach-Torschütze Díaz in der Schlussphase, als das Spiel schon längst entschieden war, aber vier Liverpooler im Vollsprint trotzdem noch die Lösung nach vorne suchten - und auch fanden.
Das 4:0, wenngleich am Ende zu hoch, war eine Demonstration der Kräfteverhältnisse zwischen den Ligen. Bis zu einem gewissen Punkt können deutsche Teams einem Premier-League-Topteam vielleicht noch Paroli bieten, doch wenn es darauf ankommt, machen die Engländer Ernst und ziehen davon. Es war grundsätzlich keine Demütigung für den Deutschen Meister an diesem Dienstagabend in Anfield, doch direkt nach Schlusspfiff fühlte sich die Niederlage genauso an.
3.) Slot hat ein "Monster" erschaffen
Wie geht es nach Klopp weiter? Diese bange Frage hat sein Erbe Arne Slot schon jetzt beantwortet. Slot wird von den Fans für den neuen Spirit als Lehrmeister von den Fans gefeiert. Mit neuem Schwung und einigen Anpassungen stürmte Liverpool an die Spitze der Liga und der Champions League.
Vier Siege in vier Spielen, dabei zehn erzielte Treffer bei nur einem Gegentor in der Königsklasse sprechen für sich. Über eine massive Abwehr mit Leader van Dijk und den Schlüsselspieler Ryan Gravenberch im Zentrum wird blitzschnell umgeschaltet und wie zu besten Klopp-Zeiten "Heavy Metal" über die Flügel gerockt. Mohamed Salah läuft zu neuer Hochform auf, Díaz ist ein "Killer", Gakpo eine stetige Gefahr.
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Fotocredit: Getty Images
Gefüttert werden sie mit genialen Pässen wie der von Curtis Jones auf Díaz vor dem 1:0 in der 61. Minute. Die Tore zeigen ein Muster: Liverpool ist ein hungriges Monster, sieht es eine Chance, beißt es zu und erledigt den Gegner. Beeindruckend ist auch ihre Präsenz in der Defensivarbeit, die von Kompromisslosigkeit, aber auch von Fairness geprägt ist. Klare Aktionen, scharfe Zuspiele, einstudierte Wege und Spieler, die an sich und die Idee glauben.
"Die Titel werden erst im Mai vergeben, aber aktuell sind sie eine Top-Top-Top-Mannschaft in Europa", erkannte auch Alonso. In dieser Form gehört der FC Liverpool zu den Favoriten um den Titel in der Premier League - und in der Champions League.
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Quelle: Perform
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