Drei Dinge, die bei Arsenal - Paris Saint-Germain auffielen: PSG die deutlich reifere Mannschaft - Gunners fehlt ein Knipser
VonThomas Gaber
Update 30/04/2025 um 08:14 GMT+2 Uhr
Paris Saint-Germain feiert beim FC Arsenal einen 1:0-Sieg und macht damit einen großen Schritt Richtung Champions-League-Finale in München. Die Gäste überfielen die Gunners anfangs mit ihrer unberechenbaren Offensive und entpuppten sich als reiferes Team. Arsenal mangelte es dagegen an der nötigen Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor - es fehlt ein echter "Gunner". Drei Dinge, die auffielen.
Arteta: "Man kann PSG nicht 95 Minuten lang dominieren"
Quelle: Perform
Paris Saint-Germain greift nach seinem zweiten Champions-League-Finale. Die Franzosen gewannen das Halbfinal-Hinspiel beim FC Arsenal durch ein frühes Tor von Ousmane Dembélé (4.) mit 1:0 (1:0).
Es war bereits der zweite Sieg der Pariser in England in der diesjährigen K.o.-Phase, im Achtelfinale gab es in Liverpool ebenfalls ein 1:0 mit anschließender Elfmeterparty.
Arsenal, das im Viertelfinale beide Spiele gegen Real Madrid gewann (3:0, 2:1), verschlief die Anfangsphase komplett und lief dem Rückstand vergeblich hinterher.
Drei Dinge, die uns im Emirates auffielen.
1. PSG-Wirbelsturm zerfleddert Gunners-Abwehr
Selten trat eine Gastmannschaft in einem CL-Halbfinale in der Anfangsphase so dominant auf wie PSG am Dienstag in London. In den ersten 20 Minuten spielten die Pariser mit den Gunners Katz und Maus über den ganzen Platz.
Arsenal lief nur hinterher und bekam die variable PSG-Offensive überhaupt nicht in den Griff. Khvicha Kvaratskhelia, Ousmane Dembélé und Désirè Doué waren in vorderster Linie nicht auf eine Position festgelegt, sondern tauchten wahlweise auf den Flügeln oder in der Sturmmitte auf.
Wenn sich Dembélé, wie in der Entstehung des Führungstreffers, fallen ließ, stießen Fabián Ruiz, Vitinha oder João Neves aus dem Mittelfeld in die Spitze.
Die Positionsrochaden stellten Arsenal vor große Probleme, nur eine überragende Parade von Torhüter David Raya verhinderte das 0:2 durch Doué (31.).
"PSG war klar das bessere Team. Sie haben vorne durch starkes Pressing die Bälle erobert und dann Arsenal ausgespielt. Die Gunners sind mit dem 0:1 noch gut bedient", analysierte Wayne Rooney bei "Prime Video".
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PSG-Coach Enrique: Rückspiel wird "anstrengend für die Trainer"
Quelle: Perform
2. Paris die (deutlich) reifere Mannschaft
Arsenal verpennte nicht nur den Start, sondern war lange Zeit auch im eigenen Aufbauspiel extrem unsicher. Zwischenzeitlich lag die Passquote bei unter 70 Prozent.
Während ein Neves mit seinen 20 Jahren in seinem ersten CL-Halbfinale auftrat, als wäre es sein zehntes, bekam Arsenal keine Ruhe in die eigenen Ballaktionen. Der gesperrte Thomas Partey wurde schmerzlich vermisst.
Stattdessen beschwerten sich die Spieler - wie auch Trainer Mikel Arteta - laufend über Schiedsrichterentscheidungen oder stachelten die Zuschauer für mehr Unterstützung an.
Alles in allem hinterließ Arsenal einen unreifen Eindruck und nicht immer werden Spiele durch Standardsituationen gedreht. 28 Mal ließen es die Gunners in dieser Saison nach ruhenden Bällen krachen, außer einem Abseitstor von Mikel Merino kurz nach der Pause brachten sie gegen Paris aber nichts zustande.
Zwischen der 30. und 60. Minute hatte Arsenal seine mit Abstand beste Phase, ansonsten dominierte PSG nach Belieben. Anfangs mit überfallartigem Offensivfußball, hinten raus mit Abgeklärtheit und Ballsicherheit.
"Das war ein gutes Statement. Es ist sehr schwer, hier zu gewinnen", sagte PSG-Mittelfeldspieler Vitinha bei "Canal Plus": "Wir haben gut gespielt, auch wenn wir nicht so viel Ballbesitz hatten wie sonst. So machen es gute Teams: Wenn sie verteidigen müssen, verteidigen sie."
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Mikel Arteta war nicht gut auf den Schiedsrichter zu sprechen
Fotocredit: Getty Images
3. Arsenal: Ohne Knipser kein Finale
Seit Februar muss der FC Arsenal auf den verletzten Kai Havertz verzichten. Dennoch ist der deutsche Nationalspieler mit 13 Treffern in Liga (9) und Königsklasse (4) nach wie vor erfolgreichster Torschütze der Gunners. Dahinter folgt Bukayo Saka mit zwölf Toren.
Die Abwesenheit eines echten Knipsers verfolgt Arsenal schon die gesamte Saison. Die beste Torchance gegen Paris wurde von Gabriel Martinelli mehr oder weniger kläglich vergeben, als der Brasilianer Ende der ersten Halbzeit frei vor Gianluigi Donnarumma auftauchte, den Ball aber ohne Druck flach aufs lange Eck schob und am PSG-Keeper scheiterte.
Paris schien jederzeit in der Lage zu sein, sich Großchancen zu erarbeiten und hatte diese gegen Spielende durch die eingewechselten Bradley Barcola und Gonçalo Ramos auch.
Arsenal betrieb dagegen viel Aufwand, war offensiv aber größtenteils harmlos. "Ich bin enttäuscht über das Ergebnis. Wir haben so viel in das Spiel hineingesteckt", sagte Arteta. "Aber Glückwunsch an Paris, manchmal muss das Talent des Gegners anerkennen."
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