Drei Dinge, die beim Champions-League-Aus des FC Bayern gegen Inter Mailand auffielen: Der Frust und die Folgen
Update 17/04/2025 um 10:14 GMT+2 Uhr
Der FC Bayern ist nach einem 2:2 bei Inter Mailand aus der Champions League ausgeschieden - und der Frust ist groß. Chancen waren da, doch einige Fehler im Detail wogen zu schwer. Zwei Gegentore nach Ecken, ein starker Gegner, individuelle Wackler - am Ende reichte es nicht fürs erneute "Finale dahoam". Wie geht’s jetzt weiter für den FCB und auch für Thomas Müller? Drei Dinge, die auffielen.
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Quelle: Perform
Der Traum vom "Finale dahoam" ist geplatzt. Der FC Bayern verpasst das große Comeback im Giuseppe-Meazza-Stadion und scheidet im Viertelfinale der Champions League aus - zum vierten Mal seit dem Titelgewinn 2020. Nach dem 1:2 im Hinspiel reichte dem Team von Vincent Kompany ein 2:2 im Rückspiel bei Inter Mailand nicht aus, um das große Ziel - das Endspiel in der heimischen Allianz Arena - zu erreichen.
Harry Kane hatte die Bayern in der 52. Minute in Führung gebracht. Doch der Jubel währte nur kurz: Lautaro Martínez glich sechs Minuten später aus, und nur drei Minuten danach traf ausgerechnet Ex-Münchner Benjamin Pavard zum 2:1 für Inter. Eric Dier stellte mit seinem Kopfball in der 76. Minute zwar den Ausgleich her - doch der Weg ins Halbfinale blieb dennoch verwehrt.
Während Inter nun auf den FC Barcelona mit Trainer Hansi Flick trifft, bleibt den Bayern noch die Aussicht auf die Meisterschaft. Dort geht es bereits am Samstag beim 1. FC Heidenheim weiter - mit neuem Fokus, aber einer großen Enttäuschung im Gepäck.
Drei Dinge, die uns in Mailand auffielen.
1.) FC Bayern: Frustriert, aber nicht konsterniert
Was für ein Spiel, was für ein Abend, was für eine Dramatik! Der große Traum des FC Bayern vom erneuten "Finale dahoam" ist im Giuseppe-Meazza-Stadion geplatzt. Das Endspiel in München wird ohne den deutschen Rekordmeister steigen. Finito.
Es war eng, es war nicht unmöglich, die Chancen waren da, doch am Ende wogen die personellen Ausfälle zu schwer und Inter war zu stark. Ein Jamal Musiala ist in einem Viertelfinale der Champions League nicht zu ersetzen, er ist der Garant für Kreativität. Dayot Upamecano hätte der Abwehr mehr Stabilität verliehen. Manuel Neuer hätte allein durch seine Aura etwas beim Gegner ausgelöst.
Aber: Der FCB hat den Kampf auch angenommen, der Einsatz stimmte zu 100 Prozent. Ärgerlich aus Sicht des Kompany-Teams waren die vergebenen Chancen. Mit mehr Präzision wäre mehr drin gewesen. Michael Olise verlässt sich zu sehr nur auf seinen linken Fuß, Harry Kane fehlt trotz aller immer noch vorhandenen Abschlussstärke zusehends die Dynamik, Thomas Müller wollte in manchen Szenen vielleicht zu viel.
Zwei Gegentore nach Ecken sind zudem besonders störend, weil sie mit vernünftigem Stellungsspiel grundsätzlich vermeidbar gewesen wären. Im Hinspiel waren es Timing-Probleme beim hohen Pressing. Die fehlende Feinabstimmung war es, die den Unterschied zu Inter letztlich ausmachte. Beinahe wären diese sogar noch in den Hintergrund gerückt, denn dass der FCB bei Inter zum Ende überhaupt noch so viel Druck aufbauen konnte und auch von der Bank durch die Einwechslungen noch frische Impulse kamen, war aller Ehren wert.
Es ist kein Aus, dass den Verein konsterniert oder ratlos zurücklässt. Der Frust ist groß, sicherlich. Aber es wird kein radikales Umdenken in der Strategie geben, der Kader nicht gänzlich umgekrempelt, sondern eher punktuell verstärkt beziehungsweise optimiert. Diese CL-Saison hat auch gezeigt, für wen das Niveau ab der K.o.-Phase zu hoch ist.
"Im Fußball dreht sich vieles um Details. Es ist schade, es ist natürlich bitter. Wir waren gefährlich, hatten genug Möglichkeiten. In fünf Monaten kommt das nächste Spiel in der Champions League. Es geht immer weiter", weiß Kompany.
2.) CL-Abschied einer Legende: Müller wirft nochmal alles rein
So richtig glauben konnte er es direkt nach dem Spiel selbst nicht. Aber es war tatsächlich sein letztes Champions-League-Spiel für den FC Bayern. Nach 17 Jahren, nach 163 Partien (so viele wie Leo Messi), nach 57 Toren, 34 Assists und zwei Titeln.
Es war ein Spiel, in dem er nochmal alles reinwarf. Er spielte von Beginn an, wirbelte, kurbelte an, riss seine Kollegen mit und erspielte sich zwei große Chancen. Die größte vergab er in der 56. Minute.
"Ein bisschen mehr den Körper drüber, dann geht er vielleicht rein...", haderte er mit sich selbst. Mit fünf Torschüssen wies er am meisten aller Bayern-Spieler auf, auch elf Ballaktionen im gegnerischen Strafraum waren ein Spitzenwert. Aber wie bei der riesigen Chance flog der Ball über das Ziel hinaus - und Müller blieb ein großer Abschied von der großen Bühne verwehrt.
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Thomas Müller scheidet mit dem FC Bayern im Champions-League-Viertelfinale gegen Inter Mailand aus
Fotocredit: Getty Images
Derart weit voraus konnte er am Mittwochabend noch nicht denken. Müller ist gedanklich noch zu sehr Spieler. Welch beeindruckende Ära er geprägt hat, wird er erst mit Abstand erkennen. Deshalb sagte er auch: "So emotional fühle ich es jetzt gar nicht. Wir spielen Fußball. Ich frage mich immer: Habe ich alles gegeben? Hat die Mannschaft alles gegeben? Wir haben gegen die beste Mannschaft Italiens gespielt, wir haben dennoch Chancen um Chancen gehabt. Am Ende habe ich Spieler gesehen, die alles gegeben haben. Es ist alles okay."
Zwei Titel kann er mit dem FCB noch gewinnen, die Meisterschaft und die Klub-WM. Danach läuft sein Vertrag aus, ein Karriereende ist möglich, aber unwahrscheinlich. "Es ist mir noch egal, was da kommt", sagte er und fügte zum Abschluss an: "Ich freue mich, dass ich hier so viel Spaß hatte. Den Rest wird die Zukunft zeigen, aber ich bin da entspannt."
So ging er ausnahmsweise etwas leise zum letzten Mal für den FC Bayern vom Platz nach einem Spiel in der Champions League.
3.) OMG, Inter!
Lange war dieser Verein nur noch ein großer Name. Jetzt vollbringt dieser Verein auch wieder große Taten. Und was für welche - OMG! Es ist nicht nur die Tatsache, dass das Team von Simone Inzaghi den unbändigen Willen zum Erfolg an den Tag legt, nein, es ist vor allem die, dass es in allen Mannschaftsteilen die Defensivdisziplin verinnerlicht hat.
Jeder rennt für jeden, frisst Gras, presst im richtigen Moment - und kommt doch mal ein Gegner zum Abschluss, werfen sich gleich mehrere Inter-Akteure in die Schussbahn. 31 Jahre brachte die Startelf im Durchschnitt auf den Rasen, sie blieb cool in Phasen, in denen der FCB den Druck erhöhte und überlegt beim Spielaufbau nach vorne.
"Eine klasse Mannschaft. Sie stehen so dichtgestaffelt, die Abstände sind nahezu perfekt. Sie beherrschen alles!", schwärmte "DAZN"-Experte Michael Ballack. Für die Bayern war es deshalb schwierig, etwas zu kreieren. Auch der Rückstand brachte Inter nicht aus dem Konzept. Im Gegenteil: Er stachelte sie erst recht an. Die Entschlossenheit, mit der die Tore von Martínez und Pavard nach Ecken erzielt wurden, sprach ebenfalls für sich.
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"Sie beherrschen alles": Inter Mailand mausert sich zum Top-Favoriten in der Champions League
Fotocredit: Getty Images
"Nach dem 0:1 war es nicht einfach. Aber danach zwei Tore zu machen, ist groß", resümierte Keeper Yann Sommer. Wenn spielerisch kein Erfolg kommt, sind Standards bei Spitzenteams so etwas wie ein Plan B. Ein Beleg, wie umfangreich das Repertoire des Teams ist. Auch nach dem Ausgleich durch Dier blieb Inter der klaren Linie treu und brachte das Ergebnis trotz nachlassender Kräfte und voller Bayern-Offensivpower nach Hause.
Diese spielerische Gelassenheit ist ein großes Pfund, mit dem die Mailänder im Halbfinale gegen den FC Barcelona wuchern können. Dass sie im Halbfinale stehen, hat sich Inter definitiv verdient. Insgesamt vier Tore zu schießen - gegen zwar personell angeschlagene, aber nicht minder motivierte Bayern - verdient großen Respekt.
Grundsätzlich als Fußball-Fan: Das war und ist ganz großes Tennis! In der Runde der letzten Vier trifft die gefühlt beste Defensive nun auf die beste Offensive. Es wird ein Duell auf Augenhöhe.
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Triumph über Bayern: "Lohn für all die Tage"
Quelle: Perform
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