Champions League: FC Bayern München wird in Rotterdam altbekannte Probleme nicht los - Drei Dinge, die auffielen
Update 23/01/2025 um 09:19 GMT+1 Uhr
Der FC Bayern München hat nach der 0:3-Niederlage bei Feyenoord Rotterdam kaum noch eine Chance, die Top Acht der Champions League zu erreichen. Vor allem aber bot das Spiel die Erkenntnis, dass der deutsche Rekordmeister in der Offensive und Defensive altbekannte Probleme nicht beheben kann. Auch Impulse von der Bank blieben am Mittwoch aus.
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Quelle: Perform
Joshua Kimmich kam nach der 0:3-Pleite bei Feyenoord Rotterdam, durch die der FC Bayern auf Platz 15 abgerutscht ist, zu einer bitteren Erkenntnis: "Wenn man auf die Tabelle blickt, sind wir momentan kein Top-Team in Europa. Wir sind da zu weit weg und zu fragil. Wir haben von sieben Spielen drei verloren".
Manuel Neuer sprach von einer "bitteren Niederlage, die uns sehr wehtut. Wir haben uns viel vorgenommen, waren aber in den entscheidenden Situationen in der Offensive und Defensive nicht da. Wir waren nicht kaltschnäuzig genug und nicht gallig genug."
Ganz anders der Gegner, den Neuer als "galliger" bezeichnete: Santiago Gimenez erzielte in der 9. Minute das 1:0. Selbiger Schütze trat in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit zum Elfmeter an und sorgte für das 2:0. In der zweiten Halbzeit war Bayern zwar bemüht, das Spiel noch umzudrehen - aber erfolglos. Stattdessen kassierten sie in der 89. Minute per Konter das 0:3 durch Ayase Ueda.
Sportvorstand Max Eberl fasste zusammen: "Wir haben richtig, richtig bescheiden gespielt." Der FC Bayern kassierte alle drei Niederlagen in der Champions League auswärts. In Rotterdam könnte laut Eberl auch das Drumherum eine Rolle gespielt haben: "Die Atmosphäre war unfassbar. Ich fand, dass wir in der ersten Viertelstunde davon echt beeindruckt waren."
Drei Dinge, die uns bei der Niederlage des FC Bayern in Rotterdam auffielen:
1. Defensivschwäche: Konteranfälligkeit gepaart mit individuellen Fehlern
Die Konteranfälligkeit des FC Bayern zieht sich durch die Saison. Das ganze Spiel von Vincent Kompany ist darauf ausgelegt, den Gegner mit einem hohen Pressing unter Druck zu setzen. Dementsprechend viel Raum befindet sich hinter den Innenverteidigern. Dies wusste Rotterdam zu nutzen.
Beim 0:1 war Min-Jae Kim der Unglücksrabe, weil er sich verschätzte, den langen Ball nicht klärte und dadurch den Abschluss von Gimenez ermöglichte. Allerdings traf auch Konrad Laimer, der insgesamt sehr offensiv agierte und das Defensivspiel vernachlässigte, eine Mitschuld. Das Tor wurde über seine Seite eingeleitet, weil er nicht zur Stelle war.
Ähnliches war vor dem Gegentreffer zum 0:2 zu beobachten: Ehe der eingewechselte Raphael Guerreiro mit einem unnötigen Foul am Rande des Strafraums den Elfmeter verursachte, legte Rotterdam einen Konter hin. Das 0:3 resultierte ebenfalls aus einem schnellen Gegenangriff. Letzteres war verzeihbar, weil Bayern in der Schlussphase alles nach vorne warf.
Doch es stellt sich die Frage: Bleibt die Konteranfälligkeit das Hauptproblem? "Ich glaube, dass wir das in letzter Zeit sehr im Griff hatten", sagte Neuer auf Nachfrage von Eurosport und nahm die Abwehrspieler in Schutz. "Es ist nicht einfach zu verteidigen, wenn die Gegenspieler mit so viel Speed ankommen. Grundsätzlich muss ich der Defensive ein großes Kompliment für das aussprechen, was sie in letzter Zeit geleistet hat. Dass es solche Tage wie heute gibt, ist menschlich."
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FCB-Keeper Manuel Neuer verteidigte seine Defensiv-Kollegen - trotz drei Gegentoren.
Fotocredit: Getty Images
Kimmich sieht kein Problem an der taktischen Ausrichtung: "Es lag nicht an einem riskanten Spielstil, sondern es waren individuelle Fehler. Auch gegen Aston Villa haben wir durch individuelle Fehler verloren. Diese müssen wir gerade in der Champions League abstellen." Eberl sah dies offenbar anders: "Die Gegentore hatten für mich nichts mit Individualität zu tun, sondern mit dem Kollektiv."
Wie sich die Defensivschwäche beheben lässt? Kimmich nimmt sich Champions-League-Sieger Real Madrid zum Vorbild: "Die haben oft keinen spektakulären Fußball gespielt. Aber sie haben sehr viel Erfahrung in ihren Reihen und vermeiden Fehler."
2. Die Chancenverwertung des FC Bayern ist mangelhaft
80 Prozent Ballbesitz, ein Torschussverhältnis von 30:8 - und keinen einzigen Treffer. "Wir hatten zahlreiche Torchancen und hätten ein Tor machen müssen. Dann wäre vielleicht auch das zweite und dritte Tor gefallen", sagte Eberl. Doch das Leben findet eben nicht im Konjunktiv statt.
Selbst Harry Kane kam jegliche Treffsicherheit abhanden. In der ersten Halbzeit lief das Spiel vielfach an ihm vorbei. Der Stürmer hatte lediglich neun Ballkontakte. Besonders bitter: In der 42. Minute ließ er eine 100-prozentige Torchance aus wenigen Metern ungenutzt. Seinen Mitspielern erging es nicht besser.
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Kompany zum 0:3 des FC Bayern: "Will nichts schönreden"
Quelle: Perform
"Die mangelnde Chancenverwertung ist ein Problem in diesem Jahr", sagte Kimmich. "In der Hinrunde sind wir oft mit der ersten Chance in Führung gegangen. Dadurch hatten wir vermeintlich einfache Spiele. Nun war bereits gegen Gladbach, Hoffenheim und Wolfsburg zu erkennen, dass wir unsere Chancen nicht nutzen. Das war heute wieder der Fall. Wenn du dann in Rückstand gerätst, wird es schwierig."
Dabei fehle es nicht an hochkarätigen Tormöglichkeiten. "Die Qualität der Chancen ist gut. Wir versieben keine Halbchancen, sondern richtig gute Möglichkeiten", sagte Kimmich. Der Gegner tat dies nicht - und gewann das Spiel.
3. Sané, Guerreiro & Co. enttäuschen: Keine positiven Impulse von der Bank
Eigentlich gilt die Breite des Kaders als eine besondere Qualität des FC Bayern. Sie sind immer dazu in der Lage, Weltklasse-Spieler einzuwechseln, die den Unterschied ausmachen können - so jedenfalls die Theorie. Tatsächlich allerdings war in Rotterdam eher das Gegenteil der Fall.
Guerrero verursacht kurz nach seiner Einwechslung einen Elfmeter. Auch beim 0:3 traf ihn eine Mitschuld, weil er das Abseits aufhob.
Und was taten die Einwechselspieler, die das Offensivspiel ankurbeln sollten? Relativ wenig!
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In der Offensive blieben die Münchner glück- und torlos.
Fotocredit: Getty Images
Der zur Halbzeit eingewechselte Leroy Sané hatte immerhin eine gute Kopfballgelegenheit, scheiterte allerdings am Pfosten. Ansonsten war ihm zwar die Bemühung anzusehen. Sein Passspiel war allerdings vielfach ungenau, seine Dribblings verfingen sich zudem oftmals. Er gewann nur 33 Prozent seiner Zweikämpfe.
Serge Gnabry kam in der 62. Minute ins Spiel. Sein erster Abschluss wurde abgeblockt. Weitere nennenswerte Offensivaktionen kamen nicht zustande. Der zur selben Zeit eingewechselte Aleksandar Pavlovic kam zwar auf beachtliche 55 Ballkontakte. Doch auch er hatte keine Idee, wie das Bollwerk von Rotterdam zum Überbrücken ist.
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