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Inter Mailand hegt stille Titelträume in Serie A und Champions League: Spektakulär unspektakulär
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Update 10/12/2024 um 15:16 GMT+1 Uhr
Inter Mailand spielt in der Champions League und der Serie A bislang eine formidable Saison, fliegt aber erstaunlicherweise noch ein wenig unter dem Radar. Mit null Gegentoren stellt das Team von Simone Inzaghi in der Königsklasse seine herausragende Defensivstärke unter Beweis. Auf lange Sicht werden sich die Nerazzurri aber wohl entscheiden müssen, auf welchen Titel sie gehen wollen.
Inter Mailand feiert ein Tor in der Champions League
Fotocredit: Getty Images
Das neue Champions-League-Format birgt einige Überraschungen, die so vor der Saison wohl die wenigsten erwartet haben.
Der FC Liverpool thront ohne Punktverlust an der Spitze und der FC Barcelona feiert eine Renaissance, während Real Madrid, der FC Bayern München, Manchester City und Paris Saint-Germain tatsächlich zu kämpfen haben, um sich direkt für das Achtelfinale zu qualifizieren.
Dabei geht fast etwas unter, dass Inter Mailand als Tabellenzweiter in der Königsklasse eine bärenstarke Saison spielt. Vier Siege aus fünf Spielen stehen für die Italiener zu Buche - einzig im ersten Spiel gegen ManCity (0:0) teilte man sich die Punkte.
Den Grundstein für die hervorragende Bilanz im Europacup legt das Team von Cheftrainer Simone Inzaghi mit diszipliniertem Defensivverhalten. Im laufenden Wettbewerb steht in der Kategorie Gegentore nach wie vor die Null. Und auch in der Serie A müssen sich die Lombarden mit 15 kassierten Treffern in 13 Partien durchaus nicht verstecken (viertbeste Abwehr in Italien).
Der Abwehrbeton wird dabei umso beeindruckender, wenn man bedenkt, dass Inzaghi im Grunde genommen in jeder Partie rotieren lässt. Von den zehn Verteidigern, die der Italiener in seinem Kader hat, standen neun in der laufenden Saison bereits in der Champions League in der Startelf. Dennoch bleibt das Bollwerk bisher unüberwindbar.
Schwache Offensive in der Champions League
Die Mannschaft ist exzellent aufeinander abgestimmt. In den dreieinhalb Jahren seiner Amtszeit hat Inzaghi die Abläufe seines 3-5-2-Systems immer mehr automatisieren und perfektionieren können.
Gelingt es einem Gegner, sich gegen Benjamin Pavard, Alessandro Bastoni und Co. doch mal eine Chance zu erarbeiten, wartet zwischen den Pfosten zudem in Yann Sommer ein ganz erfahrener Torhüter, der in der Mode-Metropole seinen zweiten Karrierefrühling erlebt.
Angesichts dieser Tatsachen macht es auch nichts, dass die Offensive mit sieben Treffern - vier davon aus dem Heimerfolg gegen Roter Stern Belgrad (4:0) - bisher bestenfalls zum unteren Mittelfeld der Königsklasse gehört.
Unter den besten 24 Mannschaften des Tableaus haben nur der FC Brügge (vier) und Aston Villa (sechs) noch weniger Bälle im gegnerischen Netz untergebracht.
Inter: Effizienz - kein "Catenaccio"
Auch das ist ein Grund dafür, dass Inter bisher kaum als Titelanwärter in der Champions League wahrgenommen wird. Die eiskalte Effizienz ist eben nicht sexy - anders als die Torfabriken in Barcelona (18 Treffer) oder Dortmund (16).
Doch war den Nerazzurri eine Rückkehr zum "Catenaccio" unterstellt, tut ihnen ebenfalls Unrecht. Denn der Kontrast zwischen Europacup und Liga könnte nicht größer sein. In der Serie A stellt man den zweitbesten Angriff (34 Tore) hinter Atalanta Bergamo (38). Zudem traf man in der Champions League neben Manchester City auch schon auf den FC Arsenal (1:0) und RB Leipzig (1:0) als potente Widersacher.
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Yann Sommer hat bei Inter Mailand momentan immer wieder Grund zu Feiern
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Des weiteren hat Kapitän und Offensivmotor Lautaro Martínez nach dem Gewinn der Copa América mit Argentinien im Sommer noch nicht zu seiner alten treffsicheren Form zurückgefunden. Seine Produktion fehle Inter besonders, meint Carlofilippo Vardelli von Eurosport Italien in Mailand.
Grund zur Sorge? Eher nicht. Zu groß ist das Vertrauen in die Stabilität der Nerazzurri. Und wieso auch nicht? Im Mittelfeld ziehen neben dem 27-jährigen Nicolò Barella die beiden erfahrenen Haudegen Hakan Calhanoglu und Henrikh Mkhitaryan die Fäden. Es gibt kaum eine Situation, die das Trio noch nicht erlebt hätte. "Sie sind Inters Seele", meint Vardelli.
Das Team ist der STar
Um diese Seele glänzt die Mannschaft als Kollektiv. Insgesamt 15 Spieler trafen in der laufenden Saison bereits für Inter. Marcus Thuram führt die Liste mit elf Toren an. Das macht die Mailänder Offensive deutlich schwieriger auszurechnen, als etwa die des FC Bayern, bei dem ein Großteil der Gefahr durch Jamal Musiala und Harry Kane entsteht.
Ob es zum ganz großen Wurf aus dem Gewinn der Champions League und der Serie A reicht, bleibt dennoch abzuwarten. Die Qualität in der Breite ist zweifellos vorhanden, aber reicht es auch in der Spitze?
In der vergangenen Spielzeit wurde man zwar erstmals seit drei Jahren wieder italienischer Meister, nachdem man im Jahr zuvor das Champions-League-Finale nur knapp gegen Manchester City verloren hatte.
Diesen Erfolg zu wiederholen, dürfte kein Selbstläufer werden. Das liegt weniger an einem schwächelndem Inter, sondern an einer erstarkten Konkurrenz um den SSC Neapel und Atalanta Bergamo - in der Königsklasse zählt man bei aller Qualität nicht zu den absoluten Schwergewichten.
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Marcus Thuram ist mit zehn Treffer der beste Torschütze der laufenden Saison bei Inter Mailand
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Inter in der ZWickmühle?
Zwar hat Inter durch den Spielabbruch gegen die AC Florenz nach dem Drama um Edoardo Bove noch eine Partie weniger bei drei Punkten Rückstand auf Atalanta, ein Sieg gegen die viertplatzierte Fiorentina ist aber bei weitem kein Selbstläufer.
Daher sieht Eurosport-Experte Vardelli Inter in einer Zwickmühle: "Es scheint beinahe unmöglich beide Titel zu gewinnen. Meiner Meinung nach muss Inter sich spätestens im März entscheiden: Geht man den ruhmreichen Pfad in der Champions League oder auf die zweite Meisterschaft in Serie?"
Welchen Weg die Lombarden letztlich auch beschreiten, am Dienstag wird mit Bayer 04 Leverkusen (21:00 Uhr im Liveticker) ein weiteres europäisches Schwergewicht versuchen, endlich Inzaghis Abwehrbollwerk zu knacken.
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Quelle: Perform
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