Benfica Lissabon bucht in unglaublichem Finish die Playoffs - Keeper Anatolij Trubin trifft per Kopf gegen Real

Benfica Lissabon hat sich auf dramatische Art und Weise in die Playoffs der Champions League gerettet. In der siebten Minute der Nachspielzeit fehlte den Portugiesen beim Stand von 3:2 gegen Real Madrid noch ein Treffer, um das Aus abzuwenden. José Mourinho beorderte Keeper Anatoli Trubin nach vorne, der mit der letzten Aktion des Spiels einköpfte. Das Stadion explodierte anschließend.

Mourinho feiert Torhüter nach verrücktem Finale: "Aufrecht sterben"

Quelle: Perform

Es lief bereits die Nachspielzeit der letzten Partie der Ligaphase, als den Spielern von Benfica Lissabon klar wurde, dass ihnen nur noch ein Treffer fehlte, um doch noch die Playoffs in der Königsklasse zu erreichen.
Ein unnötiges Foul von Real bescherte den Portugiesen die letzte Chance: einen Freistoß. Fredrik Aursnes brachte den Ball in den Strafraum, und der ukrainische Torhüter Anatolij Trubin stieg in bester Stürmermanier hoch und köpfte ein. Im Estádio da Luz drehten die Spieler völlig frei, Mourinho schnappte sich beim Jubeln einen Balljungen und feierte das goldene Tor mit ihm.
Durch den Treffer zum 4:2 verdrängte der portugiesische Rekordmeister Olympique Marseille, das parallel mit 0:3 verlor, dank der besseren Tordifferenz vom letzten Playoff-Platz.
Trubin war dabei nicht der erste Torhüter, dem aus dem Spiel heraus ein Treffer in der Champions League gelang. Auch Sinan Bolat und Ivan Provedel haben sich bereits in die Torschützenliste eingetragen. Aus deutscher Sicht gelang dieses Kunststück zudem Hans-Jörg Butt, der für den FC Bayern und Bayer Leverkusen insgesamt drei Tore per Elfmeter erzielte.
picture

Arbeloa nimmt Schuld für Real-Pleite auf sich: "Voll verantwortlich"

Quelle: Perform

Trubin nach Tor: "Wenn ich trainieren würde"

"Ich habe es nicht verstanden. Auf dem Spielfeld zeigten Tomás Araújo und António Silva auf die 1, aber ich habe es nicht verstanden. Alle sagten mir, ich solle mich beeilen. Dann bin ich in den Strafraum gelaufen und habe getroffen. Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Es war ein verrückter Moment", sagte Held Trubin nach dem Spiel.
"Ich bin nicht Pavlidis, ich bin es nicht gewohnt, Tore zu schießen. Das ist das erste Mal, dass mir das passiert ist. Unglaublich", beschrieb der Torwart gegenüber "SportTV" und fügte an: "Und ich trainiere das nicht einmal. Wenn ich trainieren würde."
Auch ein Lob für seine Teamkollegen hatte Trubin noch übrig: "Wir sind Benfica, wir haben gespielt, um zu gewinnen. Wir waren sehr gut. Wir hatten keine Angst, und sie haben unglaubliche Spieler, einige der besten der Welt", sagte der 24-Jährige.
picture

Der epische Moment: Anatoliy Trubin köpft Benfica Lissabon in letzter Sekunde in die Playoffs

Fotocredit: Getty Images

Mourinho: "Keine Ahnung, ob das 3:2 reicht"

"Ich erinnere mich daran, in letzter Minute gewonnen oder verloren zu haben, das ist mir schon mehrmals passiert, aber diese Situation, in der wir gewinnen, reicht nicht aus, dann denkst du, dass es reicht, und es reicht nicht", sagte Mourinho nach der Partie.
"In solchen Momenten müssen wir alles geben. Bereits beim letzten Spiel im Dragão (0:1-Niederlage im Viertelfinale des portugiesischen Pokals) war Trubin gefährlich. Wir sind keine besonders starke Mannschaft im Kopfballspiel, der Große geht hin und schießt ein spektakuläres Tor", erklärte der Trainer.
Außerdem verriet "The Special One" weiter: "Als ich Ivanovic und António (90+3.) einwechselte, hatte ich keine Ahnung, ob das 3:2 reichen würde, ich hatte keinen Anhaltspunkt."
Im Anschluss forderte der 63-Jährige noch Respekt für seine Mannschaft ein und richtet sich an die Kritiker: "Ich appelliere an viele dieser Leute, sich nicht umzubringen oder von ihren Balkonen zu springen, bleibt ruhig, Benfica wird verlieren und sie werden uns wieder fertigmachen. Das Einzige, was ich mir wünsche, ist ein bisschen Respekt für Benfica und die Spieler."

Real schwächt sich in wilder Schlussphase selbst

Schon vor dem unglaublichen Ende hatte die Partie einiges zu bieten. Kylian Mbappé traf in der 30. Minute und alles schien den gewohnten Gang zu nehmen. Dann drehte Benfica allerdings auf und riss das Spiel an sich. Andreas Schjelderup (36.) und Evangelos Pavlidis (45.+5/FE) stellen noch vor der Pause auf 2:1.
Nach der Halbzeit erhöhte wieder Schjelderup (54.), ehe Mbappé (58.) für die Königlichen noch einmal verkürzte. In der wilden Schlussphase, in der beide Teams ein Tor brauchten, schwächte sich Real selbst.
Erst sah Raúl Asencio die Ampelkarte (90.+2), dann hörte Rodrygo nicht auf zu meckern und flog ebenfalls vom Platz (90.+7). Was danach geschah, geht in die Champions-League-Geschichte ein. Real Madrid verlor durch die Niederlage übrigens auch seinen Platz in den Top acht, der die direkte Teilnahme am Achtelfinale bedeutet.
Kurios: Durch die Platzierungen von Real Madrid (9. Platz) und Benfica (24. Platz) ist ein Duell in den Playoffs möglich. Die Auslosung dafür ist am Freitag. Die andere Möglichkeit für die Königlichen ist das Überraschungsteam Bodö/Glimt, Benfica könnte auf Titelverteidiger Paris Saint-Germain treffen.
picture

Kompany vor Eindhoven-Spiel: "Ich rede nie über das Verlieren"

Quelle: Perform


Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen