Drei Dinge, die bei Borussia Dortmund gegen Athletic Bilbao auffielen: Daniel "Düsentrieb" Svensson kommt in Fahrt
Borussia Dortmund feiert beim 4:1 (1:0) in der Champions League gegen Athletic Bilbao den ersten Sieg in der noch jungen Ligaphase. Während sich Dauerläufer Daniel Svensson auf beiden Seiten des Platzes unverzichtbar macht, geht Niko Kovacs durchaus gewagter Rotationsplan auf. Zwischendurch muss der BVB jedoch ganz schön zittern. Drei Dinge, die uns am Mittwochabend im Signal Iduna Park auffielen.
Kovac scherzt nach Heimsieg: "Vier Tore scheinen Standard zu sein"
Quelle: Perform
Borussia Dortmund surft weiter auf der Erfolgswelle. Beim 4:1 gegen Athletic Bilbao machte der BVB nicht nur das unglückliche 4:4 bei Juventus Turin zum Auftakt der Champions-League-Ligaphase vergessen, sondern blieb auch im achten Pflichtspiel der Saison ungeschlagen.
"Insgesamt war es ein erwachsener Auftritt, sehr effizient. Das ist es, was den BVB aktuell auszeichnet", lobte "DAZN"-Experte Nils Pedersen die in dieser Saison deutlich reiferen Westfalen.
Ganz so glatt, wie das Ergebnis vielleicht vermuten lässt, lief es gegen die Basken, die auf ihren besten Offensivspieler Nico Williams verzichten mussten, aber nicht.
Drei Dinge, die uns auffielen.
1. Daniel "Düsentrieb" Svensson kommt richtig in Fahrt
Zwar sahnte Marcel Sabitzer im Anschluss an die Partie im Signal Iduna Park die Man-of-the-Match-Trophäe ab, doch Daniel Svensson hätte sie für seine Leistung genauso verdient gehabt.
Denn Dortmunds linker Schienenspieler zeichnete sich am Mittwochabend nicht nur durch seine Laufbereitschaft (12,6 Kilometer) und unbändige Energie aus, sondern gleich durch zwei spielentscheidende Aktionen.
In Halbzeit eins erzielte der Schwede, den Kovac jüngst liebevoll als "Daniel Düsentrieb" und "Duracell-Häschen" bezeichnet hatte, seinen zweiten Treffer in fünf Tagen. Genau wie beim 2:0-Sieg in Mainz am vergangenen Wochenende stand er am zweiten Pfosten nach einer flachen Hereingabe goldrichtig und schob zur Führung ein (28.).
Wahrscheinlich noch wichtiger war jedoch seine Klärungsaktion in der 78. Minute, als Svensson in einer für den BVB kritischen Phase den Ausgleich verhinderte, indem er eine Hereingabe für den einschussbereiten Gorka Guruzeta in letzter Sekunde weggrätschte.
"Die war brutal", hob Sportdirektor Sebastian Kehl den Wert der Aktion bei "DAZN" hervor: "In dem Moment musst du da sein, das wäre das 2:2 gewesen. Dann kann so ein Spiel auch noch mal kippen." Svenssons Rettungstat sei für ihn "fast wie ein Tor" gewesen.
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Kovac verteilt Extralob an Svensson: "Eine fleißige Biene"
Quelle: Perform
Es war das i-Tüpfelchen auf Svenssons Leistung, der auch abseits davon ein starkes Spiel machte und immer wieder von Niklas Süle mit Diagonalbällen in Szene gesetzt wurde.
"Gerade in dem System kannst du auf dieser Position richtig gefährlich werden", analysierte Pedersen. "Daniel Düsentrieb" kommt in Dortmund aktuell so richtig in Fahrt.
2. BVB übersteht kritische Phase
Es war am Mittwochabend nicht die Halbzeit, die die Partie zwischen Dortmund und Bilbao in zwei Hälften teilte, sondern die 61. Minute. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der BVB das Spiel vollkommen im Griff, spielte nicht sonderlich dominant oder ansehnlich, aber wie bereits in den vergangenen Wochen unheimlich effizient.
Carney Chukwuemeka erhöhte nach feiner Kombination auf 2:0, Bilbao wirkte bis dato nicht wie eine Mannschaft auf Champions-League-Niveau und verschaffte Gregor Kobel einen ruhigen Abend.
Doch dann kam besagte 61. Minute. Ruiz de Galarreta flankte aus dem Halbfeld einfach mal in den BVB-Strafraum, wo sich Süle und Waldemar Anton beim Klärungsversuch nicht einig wurden und sich sogar noch gegenseitig anschossen. Guruzeta sagte Danke und erzielte den Anschlusstreffer.
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Feierte gegen Bilbao sein Comeback nach Verletzungspause: Niklas Süle
Fotocredit: Getty Images
"Sehr unglücklich", befand Abwehrchef Nico Schlotterbeck, der erst im Anschluss an die Szene eingewechselt wurde. Das war auch bitter nötig, denn Dortmund ließ in den folgenden 20 Minuten das Spiel vollkommen entgleiten, wurde plötzlich passiv und fahrig - und ließ so die bis dato völlig blassen Basken wieder in die Partie.
"Sie haben dann angefangen zu spielen, hatten nichts mehr zu verlieren", so Schlotterbeck. In der 67. Minute hatte die Kovac-Elf Glück, dass Robert Navarro beim vermeintlichen Ausgleich im Abseits stand. Dann rettete Svensson wie bereits beschrieben in letzter Not.
"In der zweiten Halbzeit hat ein bisschen das Chaos geherrscht", sagte Julian Brandt: "Da machen wir es selbst noch mal ein bisschen spannend."
Bestraft wurde der BVB allerdings nicht. Weil Serhou Guirassy einen Sabitzer-Abschluss unhaltbar abfälschte (82.) und Brandt in der Nachspielzeit das 4:1 folgen ließ (90.+1), durften sich die Schwarz-Gelben über den ersten Sieg in der Königsklasse 2025/26 freuen.
3. Kovacs Rotationsplan geht auf
Der zuletzt bärenstark zurückkehrte Schlotterbeck? Auf der Bank. Brandt, der gegen Mainz mit zwei Vorlagen geglänzt hatte? Auf der Bank.
Kovac sorgte mit seiner Startelf im ersten Champions-League-Heimspiel für Stirnrunzeln. Im Vergleich zum 2:0-Sieg am Wochenende in der Bundesliga wechselte der 53-jährige Übungsleiter gleich auf fünf Positionen. Auch die zuletzt formstarken Maximilian Beier und Felix Nmecha fanden sich auf der Bank wieder. Dazu startete Julian Ryerson für Yan Couto.
Durchaus wagemutig, wenn man bedenkt, dass Dortmund in der Königsklasse nach dem unnötigen 4:4 in Turin unter Druck stand. Doch Kovac wurde für seinen Mut belohnt - und verschaffte seinen Leistungsträgern gleichzeitig wichtige Pausen.
"Wir haben eine sehr gute Mannschafft in der Breite", erklärte der Trainer im Anschluss an die Partie: "Die, die nicht jeden dritten Tag spielen, wissen nicht, wie anstrengend das ist mit der ganzen Reiserei. Es ist gut, dass wir durchgewechselt haben."
Die Rotationsspieler wussten durchaus zu überzeugen. Süle machte (bis auf das Slapstick-Gegentor) eine starke Partie bei seinem Comeback nach Verletzungspause. Auch Chukwuemeka empfahl sich auf einer der beiden offensiven Halbpositionen für mehr Einsatzzeit.
Und die vermeintlich enttäuschten Bankdrücker Schlotterbeck und Brandt? Die zeigten sogar Verständnis. "Das gehört dazu", sagte Brandt: "Ich habe das letzte Saison erlebt, mit elf Mann drei, vier Spiele hintereinander zu machen, weil wir zehn Verletzte hatten. Das ist auch nicht das Wahre. Die Jungs, die reinkamen, haben sich super eingefügt. Wir können uns glücklich schätzen."
Auch Abwehrchef Schlotterbeck, der erst vor anderthalb Wochen nach langer Verletzungspause sein Comeback gefeiert hatte und dessen Belastung Kovac deshalb steuern wollte, zeigte sich einsichtig: "Als Spieler will man immer spielen, aber es war sicher die richtige Entscheidung. Jetzt kommt ein wichtiges Spiel gegen Leipzig. Da gehe ich davon aus, dass ich spiele. Dann gewinnen wir gegen Leipzig - und dann bin ich happy."
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