Drei Dinge, die bei Manchester City - Borussia Dortmund auffielen: Zehn Minuten Hoffnung und eine Topspiel-Allergie
Borussia Dortmund hat beim 1:4 gegen Manchester City im vierten Ligaspiel der Champions League nichts zu melden. Hoffnung gab es aus Sicht der Schwarz-Gelben lediglich in den ersten Minuten, danach machte das Starensemble um Ex-Borusse Erling Haaland und insbesondere Phil Foden ernst. Eine Erkenntnis: Trotz einer bis dato zufriedenstellenden Saison scheint sich eine Topspiel-Allergie einzustellen.
Kovac gibt zu: "Wir sind noch nicht so weit"
Quelle: Perform
Borussia Dortmund hat in der Champions League beim Wiedersehen mit Stürmerstar Erling Haaland die erste Niederlage eingesteckt. Der BVB verlor am vierten Spieltag der Ligaphase 1:4 (0:2) beim englischen Spitzenklub Manchester City und ist dadurch aus den besten acht der Tabelle gefallen.
Der überragende Phil Foden (22. und 57.), Haaland (29.) sowie Rayan Cherki (90.+1) trafen für Manchester, den Dortmunder Treffer erzielte Waldemar Anton (72.).
City hat damit seine letzten zwölf Heimspiele gegen deutsche Klubs gewonnen, auch weil die BVB-Abwehr um Kapitän Nico Schlotterbeck in Manchester der City-Offensive wenig entgegenzusetzen hatte. In puncto Offensivspiel herrschte höchstens in den ersten zehn Minuten Zuversicht.
Drei Dinge, die bei Manchester City - Borussia Dortmund auffielen.
1. Zehn Minuten Hoffnung
Pep Guardiola nahm sich Dortmunds Pascal Groß freundlich zur Brust und wies augenscheinlich auf jene Dinge hin, die im Spiel der Gäste gar nicht so schlecht waren.
Womöglich verwies der akribische Katalane auf die ersten zehn Minuten der Begegnung, in denen die Schwarz-Gelben tatsächlich das Heft des Handelns in die Hand genommen und die Skyblues mit einem Ballbesitzanteil von 85 Prozent ein ums andere Mal vor Probleme gestellt hatten.
City schaute sich das Ganze seelenruhig an und schien nach besagter Anfangsphase den metaphorischen Schalter umzulegen. Fortan rollte Angriffswelle um Angriffswelle auf den Kasten von Torwart Gregor Kobel zu. Dass es zur Halbzeit "nur" 0:2 aus Sicht der Westfalen stand, war vor allem den etlichen Paraden des Schweizers zu verdanken.
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Nico Schlotterbeck ist ratlos nach dem Debakel seines BVB bei Manchester City
Fotocredit: Getty Images
Nach der Pause offenbarte sich ein ganz ähnliches Bild. Mit Ausnahme einer kurzen, aber letztlich verpuffenden Drangphase der Dortmunder nach dem zwischenzeitlichen 1:3, hatte der Champions-League-Sieger von 2023 alles im Griff.
Gleichermaßen bedient wie selbstkritisch kommunizierten die Protagonisten am Ende ihre verdiente Niederlage. "Die ersten Minuten waren gut, danach war es zu wenig", befand Kobel am "DAZN"-Mikrofon: "Ich hatte das Gefühl, dass es vor dem 0:1 einen Knick gab. Ich weiß aber gar nicht, warum das so war."
Auch Nico Schlotterbeck hatte einen ansprechenden Auftakt seines Teams gesehen, der Innenverteidiger haderte aber ebenfalls damit, dass der viel zitierte Faden aber deutlich zu schnell in die Hände des Gegners fiel: "Wir kamen gut ins Spiel und haben dann City das Geschehen überlassen, da haben sie uns hergespielt."
Schlotterbeck ergänzte: "Nach dem 1:3 hatten wir noch eine gute Phase, aber nichtsdestotrotz haben wir hochverdient verloren. Wir waren einfach nicht gut genug."
2. Die Wiedergeburt des Phil Foden
Wer Haaland ausschaltet, der schaltet City aus - diese Faustregel galt in der bisherigen Saison. Zumindest bis zum Mittwochabend.
Zwar gelang es dem BVB nicht, Haaland auszuschalten, der Norweger, der in der laufenden Premier-League-Spielzeit 13 der 20 Treffer für die Citizens erzielte, wurde aber seit Langem mal wieder von einem Teamkollegen überflügelt: Phil Foden.
Das himmelblaue Eigengewächs, das in den vergangenen Monaten immer wieder mit Kritik konfrontiert wurde (seit Sommer erst ein Tor in der Liga) und jüngst sogar seinen Platz im Kader der englischen Nationalmannschaft verlor, zeigte eine Leistung, die an die besten Phil-Foden-Tage erinnerte.
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Pep Guardiola herzte Phil Foden nach dessen herausragender Leistung
Fotocredit: Getty Images
Der 25-Jährige war immer anspielbar und stellte vor allem bei den beiden Toren seine herausragende Technik unter Beweis. Ballmitnahme, kurzer Blick nach oben, überlegter Abschluss, Tor. Englands Boulevardpresse, gemeinhin für ihre Draufhau-Mentalität bekannt, überschlug sich vor Lobeshymnen.
"Pep's fantastic Phil", titelte die "Daily Mail", "The Sun" hatte einen "atemberaubenden Doppelpack" gesehen - und Coach Guardiola, der kürzlich noch gefordert hatte, dass auch die anderen Offensivakteure neben Haaland gerne mal ans Toreschießen denken dürfen, frohlockte: "Man muss nicht viel sagen, Phil ist ein besonderer Spieler. Wir brauchen seine Tore und hoffentlich ist heute ein erster Schritt getan. Es ist wichtig, dass er zurück ist."
3. Dortmunder Top-Spiel-Allergie
Eines vorweg: Der BVB hat sich unter Trainer Kovac wieder zu einem ernstzunehmenden Kontrahenten gemausert, insbesondere in heimischen Gefilden zählen die Schwarz-Gelben wieder zum Tafelsilber des Fußballs.
Ein letzter, großer Entwicklungsschritt steht aus Dortmunder Sicht allerdings in dieser Saison noch aus: Siege gegen große Gegner. 4:4 gegen Juventus, 1:1 gegen RB Leipzig, 1:2 gegen den FC Bayern und nun 1:4 gegen ManCity, während auf der Habenseite noch kein Erfolgserlebnis gegen die Hautevolee verbucht wurde.
Kovac selbst gab sich im Nachgang bei "DAZN" reflektiert und kommunizierte klar und deutlich, dass seine Mannschaft sich weiterhin in einem Prozess befinde und schlicht und einfach noch nicht so weit sei, um es mit den ManCitys dieser Welt aufzunehmen.
"Wir sind in der Bundesliga eine sehr gute Mannschaft, aber man muss schon konstatieren, dass das (ManCity, d. Red.) eine Top-Mannschaft ist. Dieses Niveau haben wir noch nicht, so erhlich muss man sein."
Kovac schob abschließend nach: "Hoffentlich gestalten wir solche Spiele bald auch mal anders." Darauf hoffen sie in Dortmund sicherlich alle - denn dann würde der BVB auch auf europäischer Ebene wieder an der Pforte der ganz Großen anklopfen.
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Quelle: Eurosport
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