Champions League - Drei Dinge, die bei FC Arsenal gegen Bayer Leverkusen auffielen: Lehrstunde statt Rumpelfußball
Bayer Leverkusen hat vom FC Arsenal im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League eine Lehrstunde in Sachen Effektivität und Reife bekommen. Beim 2:0 am Dienstagabend untermauern die Gunners ihre Ambitionen auf den Henkelpott, während sich bei der Werkself nur Torhüter Janis Blaswich das Prädikat "Weltklasse" verdient. Drei Dinge, die uns im Emirates Stadium in Nordlondon auffielen.
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Quelle: Perform
Zu abgezockt, zu kontrolliert, zu gut. Der FC Arsenal hat dem jungen Team von Bayer Leverkusen beim 2:0-Sieg im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League die Grenzen aufgezeigt und seinen Status als Mitfavorit eindrucksvoll unterstrichen.
Während die Gunners nun im Viertelfinale auf Sporting Lissabon treffen, konnte die Werkself die starke Leistung aus dem Hinspiel (1:1), in dem man den Tabellenführer der Premier League am Rande einer Niederlage hatte, nicht bestätigen.
"Ingesamt waren sie einfach die clevere und effektivere Mannschaft", sagte Bayer-Kapitän Robert Andrich bei "Prime".
Einzig Torhüter Janis Blaswich stand den Arsenal-Stars im Emirates Stadium in nichts nach.
Drei Dinge, die uns auffielen.
1. Drei Top-Spiele sind für Bayer eines zu viel
1:1 im Hinspiel, 1:1 am vergangenen Wochenende in der Bundesliga gegen den FC Bayern. Leverkusen konnte sich in der "Woche der Top-Spiele" bis zum Dienstagabend nichts vorwerfen.
In beiden Partien agierte die Mannschaft von Kasper Hjulmand auf Augenhöhe, kassierte vergangene Woche gegen Arsenal erst in der 89. Minute den Ausgleich durch einen fragwürdigen Elfmeter und hatte auch gegen am Ende nur noch neun Münchner gute Möglichkeiten zum Sieg.
Am Dienstagabend zeichnete sich jedoch früh ein anderes Bild. "Arsenal hat das Spiel beim Aufwärmen schon kontrolliert und beim Auslaufen auch noch", fasste "Prime"-Experte Matthias Sammer das Achtelfinal-Rückspiel passend zusammen.
Bayer hatte zwar mehr Ballbesitz (58,4 Prozent), Dominanz strahlten aber nur die Gunners aus. In der Anfangsphase erst durch ihre berüchtigten Standards, die immer wieder für Gefahr sorgten. Dann mit einer Druckphase bis zur Halbzeitpause, in der Eberechi Eze folgerichtig per Traumtor zum 1:0 traf. 12:2 Schüsse, 1,07 xGoals – Leverkusen konnte sich vor allem bei Schlussmann Blaswich bedanken, dass das Spiel nicht schon nach 45 Minuten entschieden war.
In der zweiten Hälfte änderte Arsenal-Coach Mikel Arteta dann die Strategie, Arsenal zog sich deutlich weiter zurück, ohne jedoch an Dominanz einzubüßen.
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Arsenal-Coach Arteta lobt Eze: "Hat seinen Rhytmus gefunden"
Quelle: Perform
"Sie spielen nicht so spektakulär wie in der Hinserie, aber sie spielen reif, kontrolliert und machen alles mit Verstand", lobte Sammer. Dass Leverkusen in der 63. Minuten einen Ball, der schon in den eigenen Reihen schien, halbherzig in die Mitte klärte, wurde von Declan Rice eiskalt mit dem 2:0 bestraft.
Die Werkself muss sich dagegen vorwerfen lassen, erst zu passiv und am Ende mit zu wenig Durchschlagskraft agiert zu haben. Aus dem sich in Halbzeit zwei ergebenden Ballbesitz konnte die Hjulmand-Elf zu wenig Kapital schlagen. Einzig bei einem Abschluss von Christian Kofane kurz vor Schluss (87.) pustete das Emirates kurz durch. Aber neben einer elitären Defensive haben die Gunners mit David Raya eben auch einen Weltklasse-Keeper in ihren Reihen.
Für Arsenal war es die sechste Weiße Weste im zehnten Königsklassen-Auftritt. Eine Lehrstunde in Sachen Effektivität und Reife.
2. Blaswich sammelt Punkte im internen Duell
Dass Leverkusen in Halbzeit eins nicht noch mehr Gegentore kassierte, lag einzig an einem Mann: Janis Blaswich.
Im Vergleich zu einigen seiner Nebenleute erreichte der Torhüter der Werkself nicht nur Normal-, sondern absolutes Top-Niveau.
Vor allem in Arsenals Druckphase in der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit wuchs der 34-Jährige über sich hinaus, zeigte zwei Mal gegen Leandro Trossard (29./32.) einen Wahnsinnsreflex und entschärfte in der zweiten Szene auch noch den Nachschuss von Ben White aus nächster Nähe.
"Er macht das Spiel seines Lebens", attestierte "Prime"-Experte Matthias Sammer dem Keeper bereits zur Halbzeit. Am Ende standen zehn Paraden zu Buche.
Damit bestätigte Blaswich, der seit Mitte Januar den am Knie verletzten Mark Flekken vertritt, seine starken Leistungen aus der Bundesliga, wo er beispielsweise die beste Paradenquote aller Torhüter aufweist.
Hjulmand wollte sich jüngst nicht festlegen, ob Flekken, der seit vergangener Woche wieder im Teamtraining ist, bei vollständiger Genesung wieder ins Tor zurückkehrt, oder Blaswich die Nummer eins bleibt.
Mit der Leistung gegen Arsenal hat der eigentliche Vertreter auf jeden Fall viele Pluspunkte gesammelt.
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Janis Blaswich (im grünen Trikot) rettete Bayer Leverkusen gleich mehrfach im Emirates Stadium
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3. Langweilig? Trossard beweist das Gegenteil
Rumpelfußball, langweilig, hässlich: Auf der Insel war jüngst Kritik am Spielstil des in der Premier League um neun Punkte enteilten Tabellenführers aufgekommen.
Behauptungen, die gegen Leverkusen besonders ein Spieler ad absurdum führte: Leandro Trossard.
Während Eze und Rice mit ihren Toren auf dem Papier zu den Matchwinnern avancierten, war es der quirlige Belgier, der bis zu seiner Auswechslung in der 69. Minute die Offensive der Gunners orchestrierte.
Trossard legte nicht nur Ezes Treffer vor, sondern gab selbst die meisten Schüsse ab (5), hatte den höchsten xG-Wert aller Spieler auf dem Platz.
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Leandro Trossard überzeugte für den FC Arsenal gegen Bayer Leverkusen
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Immer wieder ließ er sich tief ins zentrale Mittelfeld fallen, nur um in den entscheidenden Abschlussaktionen doch wieder auf dem linken Flügel aufzutauchen.
Eine Glanzleistung, mit der der 31-Jährige seinen Wert für Artetas Mannschaft untermauerte.
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Quelle: Perform
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