Drei Dinge, die beim BVB-Sieg gegen Villarreal auffielen: Adeyemi gibt die richtige Antwort

Borussia Dortmund hievt sich mit einem 4:0 (1:0) in der Champions League gegen den FC Villarreal aus der Ergebniskrise. Die Drei-Tore-Führung binnen einer Viertelstunde durch die Treffer von Serhou Guirassy (45.+2, 54.) und Karim Adeyemi (58.) gaben den Spielverlauf aber nur bedingt wieder. Gewissermaßen versenkte sich das gelbe U-Boot nämlich selbst. Drei Dinge, die uns auffielen.

Kovac lobt Adeyemi: "Er ist ein Weltklasse-Spieler, wenn ..."

Quelle: Eurosport

Zweites Heimspiel, zweiter Viererpack: für Dortmund läuft in der Champions League vor eigenem Publikum augenscheinlich alles nach Plan. Nach zuletzt drei sieglosen Spielen in Serie war auch egal, wie der Dreier letztlich zustande kam; so richtig "schön" war am BVB-Sieg gegen Villarreal nämlich nur das Ergebnis.
Trainer Niko Kovac zeigte sich dennoch hochzufrieden. "Es war wichtig, dass wir eine gute Reaktion gezeigt haben", meinte der BVB-Trainer: "Über 90 Minuten hat meine Mannschaft einen sehr konzentrierten Eindruck hinterlassen."
Dass Villarreal nach dem Platzverweis für Kapitän Juan Foyth nach 52 Minuten lange in Unterzahl spielen musste, habe den Dortmundern aber auch "in die Hände gespielt", meinte der Coach.
Serhou Guirassy avancierte mit zwei Treffern (45.+2, 54.) zum "Player of the Match". Den Award hätte allerdings Karim Adeyemi, Torschütze zum 3:0 (58.), mehr verdient gehabt. Den Schlusspunkt zum insgesamt zu hoch ausgefallenen Sieg setzte Daniel Svensson (90.+5).
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Kovac weicht Frage nach Hummels-Kritik geschickt aus

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Drei Dinge, die uns auffielen.

1. Dem BVB läuft der Rotz die Backe hoch

Eigentlich ein schwäbisches Sprichwort, passte aber am Dienstag in den Ruhrpott wie die berühmte Faust aufs Auge. 45 Minuten lang spielte der BVB gähnend langweiligen Fußball. Rund um den Strafraum der Spanier tat sich wenig bis gar nichts, auf der anderen Seite fuhr Villarreal dagegen den ein oder anderen gefährlichen Konter und hatte so auch ein Chancenplus.
"Die erste Halbzeit ging meines Erachtens deutlich an Villarreal", bilanzierte "Prime Video"-Experte Benedikt Höwedes. Binnen einer Viertelstunde kippte das Spiel dann jedoch komplett in die Richtung der Hausherren - und das auf schmeichelhafte Art und Weise.
Beim 1:0 war es eine Standardsituation, bei dem der Ball über Eckballschütze Daniel Svensson, Waldemar Anton und Aarón Anselmino letztlich eher zufällig auf der Stirn des Torschützen Guirassy landete (45.+2). Dass Anton zuvor mit dem Arm am Ball war, wertete Schiedsrichter Davide Massa aus Italien gemeinsam mit dem VAR zu Recht nicht als Absicht.
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Fußball: Serhou Guirassy (r.) köpft für Borussia Dortmund gegen den FC Villarreal in der Champions League ein

Fotocredit: Getty Images

Ganz anders kurz nach der Pause, als Villarreals Juan Foyth einen Abstauber von Adeyemi auf der eigenen Torlinie mit dem linken Oberarm auf Höhe der Kapitänsbinde parierte - hier wurde richtigerweise Gelb auf Rot korrigiert. Guirassy brauchte beim fälligen Elfmeter dennoch einen Nachschuss zum 2:0 (54.), weil er zuvor mittig an den Füßen von Keeper Luiz Júnior gescheitert war.
Und weil's gerade lief, ließ sich Adeyemi dann noch unhaltbar zum 3:0 anschießen (58.). In gewisser Weise versenkte sich das gelbe U-Boot also auch ein bisschen selbst. Dass der eingewechselte Fábio Silva noch den zweiten BVB-Elfmeter verschoss (82., Latte), passte ins schiefe Bild des Spiels, dass auch der Treffer zum Endstand von Daniel Svensson (90.+5) nicht geraderücken konnte.
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Quelle: Perform

2. Adeyemi gibt die richtige Antwort

Karim Adeyemi hatte zuletzt mit seinem Strafbefehl wegen illegalen Waffenbesitzes für Schlagzeilen gesorgt. Gegen Villarreal stand er erstmals seitdem wieder für den BVB von Beginn an auf dem Platz und drückte der Partie im zweiten Durchgang seinen Stempel auf.
Beim 2:0 war er es, der mit seinem Abschluss die Rote Karte für Villarreals Kapitän Foyth heraufbeschwor (52.), wenngleich er den Ball auch gleich hätte verwerten können.
Beim 3:0 wurde Adeyemi zwar angeschossen, hatte den Angriff zuvor aber auch mit einem Doppelpass selbst initiiert und war schließlich auch kompromisslos drauf geblieben (58.). "Den hab ich über die Linie gedrückt", sagte er hinterher schlitzohrig.
Den zweiten Elfmeter, den Fábio Silva verschoss, holte Adeyemi ebenfalls heraus: Der Flügelstürmer zog von rechts außen pfeilschnell an Sergi Cardona vorbei, der sich nur noch mit einer Ringereinlage wehren konnte (81.). "Er hat einen Antritt, den es im Weltfußball keine fünf Mal gibt", staunte Mats Hummels bei "Prime Video" über seinen ehemaligen Mitspieler.
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Fußball: Karim Adeyemi jubelt über sein Tor für Borussia Dortmund in der Champions League gegen den FC Villarreal (4:0)

Fotocredit: Getty Images

Ebenfalls bemerkenswert: Adeyemi wollte den Elfmeter zunächst selbst schießen, überließ dem BVB-Neuzugang dann aber bereitwillig die Kugel.
Mit 19 Duellen war Adeyemi der emsigste Zweikämpfer auf dem Platz, von denen er auch 63 Prozent gewann - eine Spitzenquote für einen Offensiven. Der deutsche Nationalspieler wurde nach Villarreals Auffälligstem, Tajon Buchanan (5), auch am zweitmeisten gefoult (4).
"Ich fordere von ihm viel, weil ich weiß, dass er verdammt viel kann", meinte Trainer Kovac: "Der Junge hat wirklich Fähigkeiten, die in der Bundesliga seinesgleichen suchen. Wenn er alles bringt wie heute, ist das ein Weltklasse-Spieler."
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Das sagt BVB-Trainer Kovac zum Sieg gegen Villarreal

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3. BVB-Krise vorbei? Nur bedingt ...

Egal, wie zäh es beim BVB läuft - in der Königsklasse ist auf den Signal Iduna Park Verlass. In den vergangenen vier Jahren hat der BVB in der Champions League nur zwei Heimspiele verloren: eins gegen Real Madrid (0:2) und eins gegen den FC Barcelona (2:3). "Zuhause, wenn das Flutlicht angeht und das Stadion brennt, sind wir schwer zu schlagen", meinte Nico Schlotterbeck nach dem 4:0 gegen Villarreal.
Keine Frage: Nach dem 1:4 bei Manchester City, dem 1:1 beim Hamburger SV und dem 3:3 gegen den VfB Stuttgart wirkte das Ergebnis gegen Villarreal wie Balsam auf die BVB-Seele. Was man dabei allerdings nicht übersehen darf: Bis zum Platzverweis samt 2:0 (54.) war Dortmund nicht unbedingt die bessere Mannschaft.
"Die Rote Karte verändert alles", meinte Christoph Kramer bei "Prime Video" entsprechend. Zuvor war's eine "zähe Nummer", fand sein Co-Experte Hummels, der insgesamt bilanzierte: "Das war kein 4:0."
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Fußball: Julian Brandt (vorne, Borussia Dortmund) im Champions-League-Spiel gegen den FC Villarreal

Fotocredit: Getty Images

Zu den Versäumnissen der ersten Halbzeit gehörte bei der Kovac-Elf, dass sie kaum ein Mittel fand, das 4-4-2 der Gäste auseinander zu spielen. Dortmunds Dreierkette verharrte fast schon ängstlich in der eigenen Hälfte. Nicht nur Hummels hätte sich gewünscht, dass die Verteidiger die Überzahl gegen die zwei Villarreal-Stürmer ausnützen und auch mal ins Mittelfeld andribbeln. "Das wäre sogar eine Korrektur schon nach 20 Minuten im Spiel gewesen", meinte der Weltmeister von 2014.
Die Schienenspieler Yan Couto und Svensson wurden so aber schon früh im Aufbau angespielt und ihres Platzes nach vorne beraubt. Im Zentrum standen dafür Felix Nmecha und Marcel Sabitzer zu schablonenhaft auf einer Höhe. So war das BVB-Spiel zu statisch. Julian Brandt (27 Ballkontakte) und Guirassy (nur 15) waren gar nicht richtig im Spiel - und insgesamt bewegten sich alle zu wenig.
Besser wurde das erst nach dem Pausentee - und vor allem mit der Überzahl, die Dortmund dann auch zwischen den Linien ausnutzen konnte (siehe 3:0). "In der zweiten Halbzeit war das echt gut und so, wie wir das vorstellen", meinte Schlotterbeck versöhnlich.
Ob die Krise damit allerdings wirklich vorbei ist, werden erst die zwei anstehenden Spiele gegen ManCity-Bezwinger Bayer 04 Leverkusen (Samstag in der Bundesliga, Dienstag im DFB-Pokal) zeigen.
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Kovac erklärt Beier-Kritik: "Spaß kommt nicht so an"

Quelle: Perform


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