Dieser FC Bayern ist auch von Real Madrid in der Champions League nicht aufzuhalten - der LIGAstheniker

Der FC Bayern verlor in der Champions League sieben der letzten neun Spiele gegen Real Madrid. Dennoch gehen die Münchener nach dem in letzter Minute gedrehten Match gegen den SC Freiburg (3:2) mit viel Selbstbewusstsein ins Viertelfinale. Der LIGAstheniker sieht die Bayern im Duell der Königsklassen-Giganten deshalb in der Favoritenrolle. Ein Blick auf die Youngster um Lennart Karl genügt.

Angstgegner Real: Bayern seit neun (!) Spielen sieglos

Quelle: Perform

Liebe Fußballfreundinnen und Freunde,
Der Unterschied zwischen einer großen und einer unvergesslichen Saison liegt in seiner Nachhaltigkeit und Erinnerungskraft begründet. Die Bayern spielen bisher also eine große Saison 2025/26. Eine schon länger vorentschiedene nationale Meisterschaft, eine einzige Saisonniederlage, 100 Tore, das alles ist jetzt schon rekordverdächtig.
Aber um unvergesslich zu bleiben, in die Geschichtsbücher des Klubs und des nationalen Fußballs einzugehen, muss eine Bayern-Mannschaft immer noch viel mehr bieten. Man könnte "Meisterschaft+" dazu sagen oder einfach nur: das Triple.
Das ist im Grunde nicht fair, denn das hieße, dass nur unvergessen sein kann, was eine perfekte Saison geworden ist. Darin gleichen sich die Bayern mit den Königlichen aus Madrid, die sich am Dienstag im Champions League-Halbfinale (21:00 Uhr im Liveticker) zum ersten von zwei Duellen treffen.
Am Ende, soviel ist jetzt schon klar, kann es nur einen geben, dessen Saison unvergesslich bleibt.

Triple-Pflicht: Die kalte Logik des Fußballs

Das, was die Bayern bisher gespielt haben, ist große internationale Klasse, dazu gibt es keine zwei Meinungen. Aber: Was ist diese Klasse am Ende wert?
Seit August 2025 in ihrer eigenen Liga reicht gegen Real ein schwacher Tag, ein, zwei Fehler und alles ist dahin. Der Kollege Joselu lässt grüßen.
Ist es so einfach? Ja, es ist so einfach in der naturwissenschaftlichen Logik des Spitzenfußballs, in der nur Siege und Titel zählen. Der FC Bayern und Real Madrid wissen das natürlich, mit dem Unterschied, dass die Bayern diese Logik verinnerlicht haben und keine Ausreden und Entschuldigungen brauchen. Anders als Mbappé & Co. KG.

Intrinsische Bayern

Das letzte Spiel vor dem entscheidenden Spiel bietet dafür exzellentes Anschauungsmaterial. Beide – Bayern wie Real – waren mit ihren Gedanken nicht in Freiburg und nicht auf Mallorca, sondern beim Gipfel am morgigen Dienstag. Folgerichtig führten die Außenseiter jeweils lange und auch nicht unverdient und offenbar entscheidend.
Dann aber zeigte sich zunächst wieder die größere Klasse und Bayern wie Real holten auf, glichen aus und retteten vermeintlich einen schon verloren geglaubten Punkt. Bei aller Vergleichbarkeit dieser beiden europäischen Fußballgiganten zeigte sich dann aber die für Dienstag und die Woche darauf womöglich entscheidende Differenz.
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Kompany feiert späte Bayern-Wende: "Nicht jedes Mal Champagner-Fußball"

Quelle: Perform

Für die Bayern kam ein wie auch immer gearteter Punktverlust, ein Unentschieden in Freiburg, trotz bereits vorentschiedener Meisterschaft, vom Selbstverständnis her nicht infrage. Wie gesagt nicht, weil man noch unbedingt Punkte brauchte, sondern sich in den Spielern selbst etwas sträubte. "Intrinsisch", sagen die Psychologen zu einer solchen Motivationslage.
Und noch spannender: Wer übernahm die Verantwortung für den spektakulären Turnaround von 0:2 auf 3:2 im Breisgau? Tom Bischof, 20, und Lennart Karl, 18. Die ganz Jungen also, die noch jedes neue Spiel wie ihr letztes begreifen, denen jedes Taktieren fremd ist, die einfach nur gewinnen wollen, die immer aufs Ganze gehen und keine Ausreden akzeptieren.

Der Vorsprung der Bischof-Karl-Bayern

Und genau das könnte in den beiden Spielen gegen Real das größte Faustpfand sein, oder sagen wir besser: das Fußpfand. Real nämlich hat das nicht, wie die Niederlage auf der Deutschen liebster Insel Mallorca gezeigt hat.
Anders als die Bayern verlor Real das Spiel in der Nachspielzeit noch 1:2. Das könnte man noch als Momentum abtun, nicht so tragisch, kann passieren. Mit einer wesentlichen Einschränkung: Anders als die Bayern braucht Real jeden erdenklichen Punkt für La Liga, durch die Niederlage haben sie jetzt sieben Punkte Rückstand auf Barcelona, die Meisterschaft scheint verloren.
Den aktuellen Bischof-Karl-Bayern, soviel lässt sich sagen, wäre das so wohl nicht passiert.
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Fußball: Lennart Karl (mit freiem Oberkörper) bejubelt sein 3:2 für den FC Bayern München in der Bundesliga beim SC Freiburg

Fotocredit: Getty Images

Real Madrid: Das Spiel mit der Verantwortung

Aber schlimmer noch: Dass Reals immer noch neuer Trainer Álvaro Arbeloa sich nach der Pleite demonstrativ vor die Kameras stellt, um die Schuld zu "1000 Prozent" auf sich zu nehmen, obwohl man die ganze Woche richtig trainiert habe, erschließt sich zum einen logisch nicht und auch perspektivisch nicht.
Die Verantwortung einer ganzen Spielzeit liegt zweifelsohne beim Trainer, die Verantwortung für ein einzelnes Spiel können nur die Spieler auf dem Feld tragen, wenn der Trainer es nicht vercoacht. Die Bischof-Karl-Bayern wissen das, Arbeloa aber glaubt offenbar das wankelmütige Selbstverständnis seiner sensiblen Elf damit stärken zu können für den Klassiker gegen die Bayern.
Ein Irrglauben, wie man aus der Psychologielehre schon lange weiß. Verantwortung lernt man nur, wenn man sie früh übertragen bekommt. Ziemlich wahrscheinlich, dass sich Álvaro Arbeloa nach dem Rückspiel am 15. April wieder vor die Kameras stellen muss, um die Schuld zu "1000 Prozent" bei sich zu suchen.

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ZUR PERSON: THILO KOMMA-PÖLLATH
Der Sportjournalist und Buchautor ("Die Akte Hoeneß") beleuchtet in seinem wöchentlichen Blog all das Geschehen in der Fußball-Bundesliga für Eurosport.de. Oft skeptisch, ironisch, kritisch - aber einer muss schließlich den Ball flach halten.

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Arbeloa: "Ganzer Fokus muss auf Bayern München liegen"

Quelle: Perform


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