FC Bayern: Vincent Kompany wandelt auf Spuren von Jupp Heynckes - Joshua Kimmich schwärmt von neuem Monster aus München

Der FC Bayern hat dank seiner Darbietung gegen den Champions-League-Neuling Pafos FC seinen neunten Sieg im neunten Pflichtspiel gefeiert. Ein Saisonstart, der Erinnerungen an die historischen Triple-Bayern von 2012/13 weckt. Doch nicht nur mit Blick auf die Zahlen wandelt Vincent Kompany auf den Spuren von Jupp Heynckes. Auf dem Platz gilt nämlich wieder: Ohne Grundlagen gibt es keine Exzellenz.

Kompany nicht sauer: "Fantastisches Tor" von Pafos

Quelle: Perform

Als Harry Kane und Co. dem Traumstart in die neue Saison das nächste Kapitel hinzugefügt hatten, fühlten sie sich beim FC Bayern schnell an goldene Zeiten erinnert.
Neun Pflichtspiele, neun Siege. "Der Letzte, der das vor dir geschafft hat", rief Vereinsboss Jan-Christian Dreesen Trainer Vincent Kompany beim Bankett im noblen Ballsaal des Parklane Resort an der zyprischen Mittelmeerküste entgegen, "war Jupp Heynckes".
Damals, 2012, endete die Saison für die Münchner mit dem ersten Triple der Vereinsgeschichte. Und dieses Mal? "Wir werden sehen", sagte Dreesen mit einem Schmunzeln, "was da noch kommt".
Nun mag ein Triumph gegen den Champions-League-Debütanten Pafos FC (5:1) auf den ersten Blick kein Fingerzeig in Richtung europäische Spitze sein. Doch die Mentalität des FC Bayern offenbarte, dass in München ein neues Monster heranwächst.

FC Bayern: Von Grundlagen zur Exzellenz

Die Ähnlichkeiten zur Ära unter Heynckes sind beim Tabellenführer der Bundesliga und Champions League nicht nur an irgendwelchen Zahlen festzumachen.
"Man hat das Gefühl, dass wir eine gewisse Basis aufgebaut haben", meinte Joshua Kimmich im Anschluss an das Auswärtsspiel in der Mixed Zone. "Dieser Flow, dieses Momentum, das wir gerade haben, ist kein Zufall."
Neun Siege und 35 Tore seien nicht einfach vom Himmel gefallen, sondern vor allem deswegen Realität, "weil wir jeden Tag hart arbeiten, viel reinstecken, um an unseren Prinzipien zu arbeiten", betonte Kimmich.
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Kompany: "Traum ist, die Champions League zu gewinnen"

Quelle: Perform

Wie einst unter Heynckes sorgen fußballerische Virtuosen à la Harry Kane und Michael Olise für die Klimaxe, den Grundton bestimmt jedoch die Mannschaft, die mit vereinten Kräften an einem Strang zieht. Nur so ist der Weg von den einfachsten Prinzipien bis zur Exzellenz möglich.
"Selbst die Spieler, die nicht so oft auf dem Platz stehen, geben jeden Tag Gas und reißen sich den Arsch auf", schwärmte der 30-jährige Nationalspieler. "Dadurch wird das Level hochgehalten. Jeder stellt sein Ego hinten an. Wir brauchen alle."

Bedacht und souverän: Ein gesundes Mia san Mia

Trotz aller Dominanz und der selbst beschworenen Vergleiche zur ersten Triple-Mannschaft der Vereinsgeschichte ist bei diesem FC Bayern nicht an Überheblichkeit zu denken.
Bis auf den einen Aussetzer vor dem Traumtor durch Mislav Orsic zum 1:4 leistete sich der deutsche Rekordmeister keine Nachlässigkeiten - die den Bayern sonst bei einem Machtgefälle wie am Dienstag in den vergangenen Jahren regelmäßig unterlaufen sind.
"Mit Blick auf die zweite Halbzeit habe ich nicht das Gefühl, dass wir das locker angehen oder einen Höhenflug haben", ordnete der Champions-League-Sieger von 2020 den bayerischen Auftritt nach der komfortablen Pausenführung ein. "Momentan haben wir ein gesundes Selbstvertrauen."
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Joshua Kimmich (rechts) und Michael Olise (links) bei der Ausführung eines Freistoßes

Fotocredit: Getty Images

Kein Verwaltungsmodus, kein Leerlauf - der FC Bayern hat weiter gearbeitet. In der zweiten Halbzeit (33) kamen die Münchner auf mehr Ballkontakte im gegnerischen Strafraum als in den ersten 45 Minuten (25), erarbeiten sich mehr Chancen (15/11) und brachten mehr Schüsse auf das Tor von Keeper Neofytos Michael (8/7).
In der Rückwärtsbewegung machten sie ebenfalls ihre Hausaufgaben. "Auch bei einer solchen Führung sind wir dazu bereit, das ein oder andere Mal hinterherzulaufen und tief zu verteidigen", so Kimmich. Es ist dieser Hunger, dieser unbändige Wille, der die Bayern so gefährlich macht - wie in der Saison 2012/13.

FC Bayern: Das Kompany-System greift

Eine weitere Parallele zu den Triple-Bayern: Auf den Kader ist Verlass. Zwar ging der FCB angesichts der langfristigen Verletzungen von Alphonso Davies, Hiroki Ito und Jamal Musiala und der dünnen Personaldecke ein Risiko ein, die Wette ging bislang jedoch voll auf.
Die erste Elf lehrt Europa das Fürchten, die Einwechselspieler bringen zudem einen Mehrwert auf den Platz. "Wir vertrauen allen Spielern, die wir bei uns haben, daher setzen wir alle auch ein", erklärte Kompany, der in seinem ersten Jahr meist nur in Einzelfällen von seiner Stammelf abgewichen war.
Nun aber ist die Mannschaft mit dem System vertraut, wirkt gefestigt. Fünf Wechsel hatte Kompany für die Partie auf Zypern an seiner Startelf vorgenommen, vier waren es am vorangegangenen Freitag gegen Werder Bremen (4:0), sechs beim Spiel davor in Hoffenheim (4:1).
Bis auf eine durchwachsene, aber folgenlose erste Halbzeit gegen die TSG blieben die Münchner stets souverän. "Besser geht es nicht", schwärmte Kane: "Wir kämpfen alle für dasselbe Ziel." Kompany bekräftigte: "Alles, was wir erreichen, erreichen wir nur durch unsere Mannschaft."
Am kommenden Samstag könnte Kompany mit einem Erfolg im Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt sogar Heynckes übertrumpfen (ab 18:30 Uhr im Liveticker). Dessen Bayern verpassten vor zwölf Jahren ihren zehnten Sieg in Folge übrigens ausgerechnet gegen das scheinbar harmlose BATE Borisov (1:3).
Ein Szenario, das sich Kimmich mit diesen Super-Bayern nicht vorstellen kann.
(mit SID)
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Quelle: Perform


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