Drei Dinge, die beim FC Bayern in der Champions League gegen Bodö auffielen: Jamal Musiala findet sein Lächeln wieder
Von Oliver Jensen
Update 11/09/2026 um 11:49 GMT+2 Uhr
Der FC Bayern München startet mit einem 5:0 (0:0) gegen FK Bodö/Glimt in die Ligaphase der Champions League. Jamal Musiala feiert sein Startelf-Comeback und leitet mit dem Führungstor den Sieg ein. Sein Nebenmann Luis Díaz tut sich dagegen momentan schwer. Die Norweger verteidigen eine Halbzeit lang unorthodox, haben dann aber keine Power mehr. Drei Dinge, die auffielen.
Kompany über Musiala in der Startelf: "War kein Geschenk an ihn"
Quelle: Perform
Als Jamal Musiala in der 65. Minute ausgewechselt wurde, klatschte Trainer Vincent Kompany glücklich mit ihm ab und umarmte ihn.
Der Offensivspieler wurde beim Champions-League-Auftakt gegen FK Bodö/Glimt mit seinem Treffer zum 1:0 (47.) zum Dosenöffner für den FC Bayern. Wichtiger noch: Der 23-Jährige erlebte endlich wieder ein Erfolgserlebnis.
"Dieses Gefühl hatte ich eine Weile nicht mehr. Ich bin glücklich", sagte er später bei "DAZN". Nach Musiala (47.), beendete auch Harry Kane seine Torflaute (61.). Alphonso Davies (77.) und Michael Olise (83., 90.+2) sorgten mit wahren Traumtoren für ein standesgemäßes Ergebnis.
"Wir stehen erst am Anfang einer langen Reise", sagte Kane: "Unser erstes Ziel ist es, in der Ligaphase so weit oben wie möglich zu landen. Im ersten Spiel zu Hause vor unseren Fans wollten wir eine gute Leistung zeigen und die drei Punkte holen. Das haben wir geschafft, darüber sind wir sehr glücklich."
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Fußball: Der FC Bayern München jubelt über das Tor von Jamal Musiala (verdeckt) in der Champions League gegen FK Bodö/Glimt
Fotocredit: Getty Images
Drei Dinge, die uns dabei auffielen.
1. Musiala findet sein Lächeln wieder
Erstmals seit seinen beiden Zusammenbrüchen in Vorbereitungsspielen stand Musiala wieder in der Bayern-Startelf. Vergangenen Samstag, beim 0:0 auf Schalke, hatte er als Einwechselspieler überhaupt nicht ins Spiel gefunden. Eine gewisse Unsicherheit war zunächst auch diesmal spürbar. Die Abstimmung mit Luis Díaz passte nicht, Musiala unterliefen technische Fehler und Fehlpässe. Aber: Er kämpfte sich durch diese schwierige Phase hindurch.
In der 40. Minute war erstmals wieder ein Hauch vom "alten Musiala" zu sehen, als er mit einer schnellen Bewegung zwei Gegenspieler stehenließ und einen strammen Schuss auf das Tor abgab. Möglicherweise gab ihm diese Aktion das Selbstvertrauen, um nach der Pause sofort effektiv zu sein. Gerade einmal 80 Sekunden waren in der zweiten Halbzeit gespielt, da traf der 23-Jährige aus der Drehung zum 1:0.
"Ich freue mich sehr für ihn", sagte Mitspieler Kane: "Er hatte eine schwierige Zeit. Es tut gut, wieder ein Lächeln in seinem Gesicht zu sehen. Er trainiert gut. Du siehst im Training seinen Hunger und seine gute Form. Das hat er mit ins Spiel genommen. Er kann wirklich stolz auf sich sein."
Musiala bedankte sich für die breite Unterstützung. "Der Support von Bayern, den Spielern und Trainern hat mir richtig geholfen. Ich will einfach meine Leistung bringen. Körperlich fühle ich mich gut. Dieses Thema ist nichts Neues für mich", sagte er über seine Absencen. Auch Trainer Vincent Kompany bestätigte das erneut: "Wir managen das schon lange, nicht erst seit diesem einen Moment."
Wichtig für die Bayern und Musiala ist jetzt Konstanz. "Ich will jetzt einfach Schritt für Schritt mit Freude und Spaß wieder auf mein altes Level kommen", sagte der deutsche Nationalspieler.
2. Luis Díaz hat den WM-Blues
Die Unzufriedenheit war ihm anzusehen, als nach 80 Minuten die Auswechslung erfolgte. Luis Díaz hat nach der WM seine Form noch nicht gefunden. Seit seinem Treffer beim Bundesliga-Auftakt gegen den VfB Stuttgart (5:1) blieb der Kolumbianer in vier Pflichtspielen ohne Torbeteiligung.
Gegen Bodö/Glimt war er zwar engagiert, agierte aber glücklos und bekam nur einen Torschuss zustande. Bezeichnend war eine Szene in der 69. Minute, als ihm der Ball bei einer gefährlichen Situation im gegnerischen Strafraum an die Hand sprang.
"Er sucht noch ein bisschen den Rhythmus, seine Form und die Kleinigkeiten, die du als Offensivspieler brauchst", erklärte "DAZN"-Experte Michael Ballack: "Er ist unheimlich drahtig, will immer und macht viel. Aber ihm gelingt nicht viel. Ihm unterlaufen Stockfehler, er verliert auch den einen oder anderen Zweikampf." Der Erklärungsansatz des Ex-Profis: "Er hatte eine lange Saison, hat relativ viel gespielt letzte Saison. Er braucht für sein Spiel eine mentale Frische. Die hat er noch nicht."
Kommt aber vielleicht bald wieder.
3. Tapfere Norweger: Erst Schalke-Taktik, dann Torwart-Pech
Siege gegen Manchester City, Atlético Madrid, Inter Mailand und Sporting CP - Bodö/Glimt lehrte vergangene Saison Gegner in der Champions League mit furiosem Offensivfußball reiheweise das Fürchten und hätte es beinahe ins Viertelfinale geschafft.
Gegen Bayern verlegten sich die Norweger aber aufs Verteidigen. Eigentlich agiert das Team von Trainer Kjetil Knutsen immer mit einer Viererkette (4-3-3). Von der Jugend an wird diese Formation angewendet. Doch für den FC Bayern hatten sich die Norweger eine besondere Strategie ausgedacht.
Möglicherweise inspiriert vom FC Schalke 04, der am Samstag überraschend einen Punkt gegen Bayern ergattert hatte, ließ sich Joshua Kitolano gegen den Ball immer wieder aus dem Mittelfeld zwischen Rechtsverteidiger Fredrik Sjövold und Innenverteidiger Villads Nielsen fallen - fertig war die Fünferkette (5-4-1).
Bayern gelang es in der ersten Halbzeit kaum, die "gelbe Wand" zu durchbrechen. Joshua Kimmich hatte noch die besten Chance, scheiterte aber am Pfosten (35.).
Dann gesellte sich Pech dazu: In der Halbzeit musste Bodö/Glimt verletzungsbedingt den Torwart auswechseln. Julian Faye Lund kam für Nikita Haikin - und mit ihm die Niederlage. "Wir müssen den Torwart in Schutz nehmen. An ihm lag es nicht", relativierte Ballack. "Es lag ausschließlich an den Bayern, die das Tempo verschärft haben."
Ein Tempo, dass die Norweger irgendwann nicht mehr mitgehen konnten. "Wir hatten nicht die Qualität und die Power, das über 90 Minuten zu spielen", musste der Ex-Frankfurter Jens Petter Hauge zugeben.
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Quelle: Eurosport
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