So lief das Spiel:

Die deutsche U21-Nationalmannschaft machte es vor, wurde gegen Spanien Europameister. Auch das A-Team wollte sich unbedingt krönen und den Titel im Confed-Cup-Finale gegen Chile erspielen. Auf die deutsche Mannschaft wartete allerdings ein ganz heißes Duell mit viel Kampf und Intensität. Chile wollte den Titel ebenfalls mit aller Macht, demonstrierte vor allem in den ersten 20 Minuten die eigene Stärke. Die Südamerikaner agierten extrem offensiv, liefen die deutschen Akteure früh an und setzten sie so merklich unter Druck. Von der Löw-Elf war in der Anfangsphase nichts zu sehen - sie hatte enorm schweren Stand.
Mitten in der chilenischen Druckphase fiel dann aber urplötzlich die Führung für Deutschland. Nach einem dicken Patzer von Marcelo Díaz schnappte sich Timo Werner die Kugel im Strafraum, behielt anschließend den Überblick und legte quer auf Stindl, der problemlos aus acht Metern einschieben konnte. Die Führung war zu diesem Zeitpunkt absolut unverdient.
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Mit zunehmender Spieldauer lief der Ball in den deutschen Reihen jedoch besser und flüssiger. Chile war nach wie vor gefährlich - hatte auch nach dem Rückstand viele Offensivszenen, war aber defensiv anfällig. Im letzten Drittel lief es bei Deutschland bemerkenswert gut. Julian Draxler, Leon Goretzka, Werner und Stindl spielten sich immer wieder schnell vor das Gehäuse. Chancen auf den zweiten Treffer waren da, wurden allerdings nicht genutzt. So hieß es zur Pause 1:0.
Im zweiten Durchgang gab das deutsche Team zunächst den Ton an. Die DFB-Profis standen hinten sortiert und kompakt, beherrschten zunächst das Mittelfeld. Chile kam lange Zeit nicht vor das Tor der Deutschen. Mit der Führung im Rücken spielte Deutschland mit viel Ruhe - diese wurde ihnen jedoch nach und nach genommen. Chile erhöhte ab der 70. Minute das Tempo - wollte unbedingt den Ausgleich.
Es entwickelte sich eine heiße Auseinandersetzung mit viel Kampf und Emotionen. Chile schnürte Deutschland in den letzten Minuten ein, hatte große Möglichkeiten, den Ausgleichstreffer zu erzielen. Doch sowohl Arturo Vidal und Eduardo Vargas als auch der eingewechselte Sagal und Alexis Sánchez vergaben aus aussichtsreichen Positionen - und so retteten die Deutschen die Führung über die Zeit. Deutschland ist Confed-Cup-Sieger 2017!

Die Stimmen:

Julian Draxler (Deutschland): "Ich glaube, dafür dass der Confederations Cup am Anfang ein wenig belächelt wurde, war ganz schön viel Feuer drin im Finale. Wir wussten, dass die Chilenen dafür bekannt sind, aber wir haben super dagegen gehalten."
Claudio Bravo (Chile): "Ich würde sagen, wir haben viel gelernt. Wir gehen zwar mit leeren Händen nach Hause, haben aber alles gegeben, ein großes Spiel gemacht. Es war kein großer Unterschied zwischen beiden Mannschaften. Es ist sehr traurig, den Titel nicht gewonnen zu haben, doch es ist ein Spiel, auf das wir trotzdem stolz sein können."
Sebastian Rudy (Deutschland): "Chile hat sehr viel Druck gemacht, haben uns hinten rein gepresst und wir haben versucht, über die Zweikämpfe zu kommen und die Konter auszunutzen."
Timo Werner (Deutschland): "Gerade die zweite Halbzeit war wirklich sehr, sehr umkämpft. Ich glaube, da wurde nicht mehr viel Fußball gespielt, sondern einfach nur noch um diesen Titel gekämpft. Hin und her. Wir sind froh, dass es am Ende für uns gereicht hat."
Joachim Löw (Bundestrainer Deutschland, im ZDF): "Das ist eine absolute Freude. Wir haben drei Wochen lang eine unglaubliche Leistung gezeigt und auch heute um jeden Meter gekämpft. Die Jungs haben das großartig gemacht, ich bin unglaublich stolz auf sie. So ein Finale hat etwas Magisches. Viele Spieler standen noch in keinem Finale, das werden sie ihr Leben lang nicht vergessen. In der zweiten Halbzeit war es ein hartes und hektisches Spiel, die Chilenen sind keine Kinder von Traurigkeit, aber die Spieler haben sich da reingeworfen. Jeder Spieler, der hier war, hat auf jeden Fall eine bessere Position, als er es vor dem Confed-Cup hatte. Davon werden wir profitieren. Wir haben zu Hause noch einige sehr gute Spieler."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Bayrische Streithähne

Bereits im Gruppenspiel zwischen Deutschland und Chile ging es zwischen Joshua Kimmich und Vidal heiß her. Beide schenkten sich auf dem Feld nichts und gingen keinem Zweikampf aus dem Weg. Auch im Finale war Feuer im Spiel. In der 59. Minute gerieten zunächst Kimmich und Claudio Bravo nach einem Zweikampf aneinander. Vidal mischte sich ein, stieß seinen Klub-Kollegen zur Seite und ließ im Anschluss noch böse Worte folgen. Eine unnötige Szene zwischen Vidal und Kimmich, die vielleicht noch für Gesprächsstoff sorgen wird...

Chile-Deutschland

Fotocredit: Getty Images

Die Statistik: 1

Dieser Titel fehlte der deutschen Nationalmannschaft noch im Trophäenschrank. Durch den Sieg über Chile holte sich Deutschland zum ersten Mal den Confed-Cup-Titel. Ein ganz starkes Turnier!
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