Dicke Luft bei Barça: Drei Brandherde im Paradies

Sportlich hat sich der FC Barcelona durch den Hinspielerfolg in der Copa del Rey gegen Lokalrivale Espanyol in eine hervorragende Ausgangssituation gebracht. Der eigentliche Schauplatz des Duells liegt allerdings abseits des Platzes, wo sich ein Kleinkrieg zwischen den beiden Klubs, den spanischen Medien und den Fans abzeichnet.

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Zweiter Platz in der Liga, souverän im Achtelfinale der Champions League und eine hervorragende Ausgangssituation in der Copa del Rey: Sportlich gesehen steht der FC Barcelona gewohnt gut da. Doch neben dem Platz stören diverse Brandherde das "Paradies", die Trainer Luis Enrique wohl auf Trab halten und ihn mehr fordern als seine Tätigkeit an der Seitenlinie:
Direkt im Nachgang an den 4:1-Erfolg im Pokal-Hinspiel gegen Lokalrivale Espanyol löste Barcas Stürmerstar Luis Suárez ein Handgemenge im Kabinentrakt aus. "El Pistolero" wartete nach dem Abpfiff auf die Spieler von Espanyol um diese dann wüst zu beschimpfen.
Die Provokation des Uruguayers brach einen Streit zwischen den beiden Mannschaften vom Zaun, was sogar die Security auf den Plan rief, die letztendlich das Handgemenge unterbinden mussten. Dokumentiert hatten das Ganze nicht etwa die Medien, sondern der Schiedsrichter Martínez Munuera, der den Vorfall mitsamt dem Zitat Suárez' in den Spielberichtsbogen aufnahm.
Der Skandalprofi wurde vom spanischen Verband für zwei Pokalspiele gesperrt. Im Rückspiel wird Suárez der "Blaugrana" demnach fehlen. Nach 15 verhältnismäßig ereignislosen Monaten beim FC Barcelona, erweckte Suárez die Hoffnung sein Temperament endlich in den Griff bekommen zu haben - gegen Espanyol konnte sich die Fußballwelt allerdings einmal mehr vom Gegenteil überzeugen.
Der Wirbel um den Angreifer rief dann auch seinen brasilianischen Teamkollegen Dani Alves auf den Plan. Insbesondere auf die Berichterstattung über den Vorfall um den Uruguayer reagierte der 84-malige brasilianische Nationalspieler ungehalten. Wobei das eine eher nette Umschreibung ist.
Bei "Instagram" ließ der Rechtsverteidiger richtig Dampf ab. Für ihn würde es "jeden Tag peinlicher, ein Teil dieses Sports zu sein. Wie wir benutzt werden und wie mit uns gespielt wird. Wir sind nur Objekte die benutzt werde, so dass die Medien sich bereichern können."
Der Post lief übrigens unter #masfutbolymenosbasura: #mehrFußballundwenigerAbfall.
Lange ließ die offizielle Stellungnahme seitens des FC Barcelona nicht auf sich warten. Der Verein sicherte Dani Alves alle Unterstützung zu, beschuldigt gleichzeitig die AEPD - den Verbund spanischer Sportjournalisten - dem Image Dani Alves' willentlich schaden zu wollen. Gleichzeitig laden sie den Verbund zu einem öffentlichen Gespräch ein um die Thematik zu erörtern.
Als wenn nicht schon genug Wirbel im Nachgang an das Derby entstanden wäre, meldete sich auch noch Barcelonas Innenverteidiger Gerard Piqué per Twitter zu Wort, um eine alte Wunde erneut aufzureißen und Salz hineinzustreuen. Im Derby 2014 skandierten die Espanyol-Fans aufs Geschmackloseste: "Shakira es una puta" und "Milan muérete" - "Shakira ist eine Schlampe" und "Milan - stirb doch". Milan ist der zwei Jahre alte Sohn von Piqué und Shakira.
Piqué kramte den alten Tweet wieder raus und titelte: "Ihr versteht es einfach nie." Der 73-malige spanische Nationalspieler ist dafür bekannt, über die sozialen Medien Stellung zu beziehen und vor allem seiner Verbundenheit zum Champions-League-Sieger Ausdruck zu verleihen. Unlängst sorgte sein hämischer Tweet zum Pokal-Aus des Erzrivalen Real Madrid für reichlich Diskussionen.
Bei aller Abscheulichkeit der Fangesänge muss allerdings hinterfragt werden, ob ein Mann von der Klasse Piqués zwingend die Gemüter mit einem solchen Post noch weiter aufheizen muss.
Damit noch nicht genug. Piqué hatte für die Espanyol-Fans noch einen Seitenhieb auf Lager: Diese bezeichnen sich zwar als wunderbare Minderheit, sind allerdings eine "so große Minderheit, dass sie nicht mal ihr eigenen Stadion füllen können."

Konzentration auf Arsenal

Luis Enrique hofft, dass sich die Gemüter vor dem Rückspiel am Mittwoch (ab 21:00 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de) wieder etwas beruhigen. Für ihn gilt es nun, den Fokus wieder rein auf das Sportliche zu legen.
Gerade in dieser Phase der Saison, so kurz vor dem Champions-League Achtelfinal-Kracher gegen den FC Arsenal und insbesondere nach dem Verlust der Tabellenführung in der Liga sind solche Störfeuer das Letzte, was der Coach braucht - vor allem wenn die eigenen Spieler sich bereits auf die Medien eingeschossen haben.
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