Für den FC Barcelona war klar, dass ein 0:2-Rückstand aus dem Hinspiel gedreht werden musste. Dementsprechend spielten die Gastgeber von Beginn an sehr stark. Das Team um Kapitän Lionel Messi agierte mit viel Zug zum Tor, löste sich immer wieder geschickt aus dem hohen Pressing und hatte einige gefährliche Strafraumszenen.
In der 5. Minute konnte Ousmane Dembélé eine Hereingabe von Sergiño Dest nicht verarbeiten, in der 10. Minute versuchte es Sergio Busquets von der Strafraumkante, zielte aber zu zentral. Zwei Minuten später brachte der agile Dembélé Barça in Führung. Erst behauptete er den Ball stark an der Strafraumkante, dann zog er nahezu aus dem Stand ab und schoss den Ball hoch links ins Tor.
Auch danach gingen die Katalanen nicht vom Tempo. In der 29. Minute chippte Busquets den Ball in zentraler Position in den Lauf von Dembélé, Sevilla bekam die Situation gerade noch so geklärt. Kurz danach hatte Luuk de Jong die einzige Chance für die Gäste im ersten Durchgang, einen hohen Ball von Óliver Torres verpasste er um wenige Zentimeter.
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In der 32. Minute kläre Marcos Acuña eine Hereingabe von Jordi Alba in höchster Not vor dem einschussbereiten Frenkie de Jong. Wiederum nur eine Minute später klärte Acuña einen abgefälschten Schuss von Lionel Messi auf der Torlinie.
In der zweiten Halbzeit stellte Sevilla die Taktik komplett um. Anstatt hoch anzulaufen, standen die Gäste nun sehr tief und fokussierten sich komplett auf die Defensive. Damit hatte Barcelona große Probleme, es gelang bis in die Schlussphase fast gar nicht mehr, torgefährliche Situationen am und im Strafraum zu kreieren.
Einzige Ausnahme: In der 67. Minuten zog der starke Dembélé in den Sechzehner und chippte zu Alba, der den Ball im Sprung volley an die Latte schoss.
Kurz danach hatte Sevilla die ganz große Chance, die Partie vorzeitig zu entscheiden. Nach einem starken Pass von Youssef En-Nesyri holte der eingewechselte Lucas Ocampos einen Elfmeter heraus. Der Gefoulte trat an und schoss ganz schwach flach links. Marc-André ter Stegen hielt den Strafstoß (73.).
In der Schlussphase deutete vieles auf ein Ende nach 90 Minuten hin. Doch zuerst kassierte Fernando für ein taktisches Foul die Gelb-Rote Karte (90.+2) und dann flankte Antoine Griezmann von der linken Seite auf Gerard Piqué, der rechts unten ins Eck köpfte und Barça in die Verlängerung rettete (90.+4).
Auch in der Verlängerung stand Sevilla sehr tief. Doch dieses Mal traf Barcelona früh. Alba flankte von der linken Seite an den Fünf-Meter-Raum, Martin Braithwaite rauschte heran und köpfte den Ball Tomas Vaclik durch die Beine zum 3:0 (95.). Danach wurde es hektisch. Sevilla diskutierte viel, kassierte ein paar Gelbe Karten – der bereits ausgewechselte de Jong sogar die Rote Karte (103.).
In der zweiten Halbzeit der Verlängerung schaffte es der FC Sevilla dann aber in Unterzahl nicht mehr, eine richtig gefährliche Abschlusssituation zu kreieren. Innenverteidiger Jules Koundé schoss noch einmal aus aussichtsreicher Position von außerhalb des Strafraums, ter Stegen parierte aber. So zog Barça am Ende dank einer Kraftanstrengung ins Pokalfinale ein.

Die Stimmen:

Marc-André ter Stegen (FC Barcelona): "Wir haben von Anfang an die Intensität gut hochgehalten. Aber Sevilla hat uns davon abgehalten, das zweite Tor nachzulegen. Das müssen wir uns ankreiden lassen. Aber wir sind drangeblieben. Der Sieg ist sehr wichtig, er hat uns ins Finale gebracht. Das lassen wir jetzt sacken und dann wollen wir die Energie mit in die Liga nehmen."
Ivan Rakitic (FC Sevilla): "Wir sind traurig und sauer, wir waren so kurz vor dem Finale. Wir hatten uns so viel vorgenommen und hatten gute Voraussetzungen. Es gab kleinere Entscheidungen zu unseren Ungunsten, wenn du zu zehnt bist, wird es gegen Barcelona schwierig. Für mich war das Handspiel von Lenglet ein klarer Elfmeter."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Barça arbeitet sich zurück in diese Saison

Der FC Barcelona erlebt eine durchwachsene Spielzeit. Es gab Unruhen in der Mannschaft und Unruhen im Verein. Die Mannschaft hatte immer wieder schwache Ergebnisse wie das 1:4 gegen Paris Saint-Germain im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinales. Aber Barça zeigt durch die Siege in der Liga zuletzt und diese erkämpfte Finalteilnahme, dass sie mental gefestigt ist.
In der ersten Halbzeit spielte Barça einen sehr feinen Fußball, ließ den Ball gut laufen und gewann viele Dribblings. Als Sevilla dann umstellte und deutlich defensiver agierte, blieb Barcelona geduldig und belohnte sich mit dem Ausgleich in allerletzter Sekunde. Auch das dritte Tor in der Verlängerung fiel durch einen Kopfball. So wie die Katalanen danach jubelten und sich nach dem Spiel freuten, zeigten sie, dass sie trotz aller Unruhen eine gefestigte Mannschaft sind.

Die Statistik: 1

In der ersten Halbzeit hatte Sevilla kaum große Torchancen, weil Barcelona so überlegen spielte. In der zweiten Halbzeit hatte Sevilla kaum große Torchancen, weil sich die Gäste weit zurückzogen. Im zweiten Durchgang gab der FC Sevilla nur einen Torschuss ab. Diesen aber aus elf Metern. Den Strafstoß von Ocampos hielt Torwart ter Stegen.
Damit war der deutsche Nationalspieler in dem Moment da, als man ihn brauchte. Ein Tor für Sevilla hätte diese Partie vorzeitig entschieden, so aber ermöglichte ter Stegen die Aufholjagd.
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