Coutinho, Sánchez, Costa und Co.: Wie es mit den Unruhestiftern des Sommers weitergeht

Während Borussia Dortmund bei Ousmane Dembélé angesichts des horrenden Angebots des FC Barcelona irgendwann klein beigab, blieben andere Klubs hart. Liverpool ließ Philippe Coutinho nicht ziehen, Alexis Sánchez muss weiterhin das Arsenal-Trikot tragen. Und dann ist da noch Diego Costa, der bei Chelsea nicht erwünscht ist, aber keinen neuen Klub gefunden hat. Wie geht es nun für das Trio weiter?

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Alexis Sánchez:

Lange galt sein Abschied von den Gunners als beschlossene Sache. Dass er nun doch bei Arsenal blieb, heißt allerdings nicht, dass er auch am Ende der Saison noch Teamkollege von Per Mertesacker und Co. ist.
Manchester City soll nach wie vor darauf hoffen, den unzufriedenen Chilenen vorzeitig loszueisen. Wie die "Sun" berichtet, plant City-Teammanager Pep Guardiola im Januar ein neues Angebot abzugeben. Das soll angesichts des auslaufenden Vertrags des Chilenen aber nur rund 22 Millionen Euro betragen.
Wie unglücklich Sanchez mit seiner Situation ist, wurde am Mittwoch erneut deutlich. Nachdem er mit der chilenischen Nationalmannschaft mit 0:1 gegen Bolivien verloren hatte, meldete er sich via Instagram zu Wort.
"Es ermüdet dich, begründet aber auch unbegründet kritisiert zu werden. Es ermüdet dich, dass Leute sehen wollen, dass du verlierst. Es ermüdet dich, dir selbst immer wieder zu sagen 'du wirst wieder aufstehen' nachdem du wegen einer Neiderlage geweint hast", schrieb der 28-Jährige.
Zuvor hatte ihn ein ehemaliger Trainer als "fetter als sonst" und nicht fit bezeichnet. Kritik, die er bislang auch im Verein nicht widerlegen konnte.
Beim 0:4-Debakel gegen Liverpool blieb er blass, wurde nach 62. Minuten ausgewechselt und sorgte mit einem vermeintlichen Grinsen auf der Bank für Aufsehen. Nicht das erste Mal. Ohnehin hat Sánchez bei den Fans kaum noch Kredit.
Besser sieht es offenbar in der Mannschaft aus. Dort ist wohl allen bewusst, dass sie Sánchez, der in der vergangenen Saison an 49 Toren direkt beteiligt war, zwingend brauchen. Bislang war öffentlich kein böses Wort der Teamkollegen zu hören.
Lässt der Chilene allerdings auch in den kommenden Wochen die nötige Motivation vermissen, könnte es auch in der Kabine ungemütlich werden.
Das enorme Konfliktpotenzial ist offenkundig.

Philippe Coutinho:

Bis zuletzt hatte Coutinho darauf gehofft, doch noch zum FC Barcelona wechseln zu dürfen. Liverpool blieb hart, Beine sind in der Gelddruckmaschine Premier League derzeit weit wertvoller als Scheine.
Seinen Wert für die "Reds" konnte er in dieser Saison allerdings noch nicht unter Beweis stellen. Rückenprobleme zwangen ihn zu einer Pause - so zumindest die offizielle Version. Coutinho soll wie Ousmane Dembélé in einen Streik getreten sein. Offiziell bestätigt wurde das nie.
"Ich glaube nicht daran, dass er sich geweigert hat, für seinen Klub zu spielen. Ich kenne ihn und das ist nicht seine Art", sprang ihm Landsmann Ronaldinho am Mittwoch im Gespräch mit dem "Mirror" zur Seite.
Der 37-Jährige, der selbst fünf Jahre für Barcelona spielte, ist überzeugt, dass sich sein Landsmann nicht hängen lassen wird - aus einem simplen Grund.
"Kein Spieler wird sich weigern zu spielen, wenn am Ende der Saison eine WM ansteht", sagte der Weltmeister von 2002: "Er wird diese Saison alles für den Klub gegen. Diese Art von Spieler ist er. Die Fans von Liverpool müssen sich keine Sorgen machen."
Sorgen muss sich auch Coutinho nicht - zumindest was sein Verhältnis zu Jürgen Klopp angeht. "Absolut. 100 Prozent", antwortete Klopp auf die Frage, ob der Brasilianer trotz seines öffentlichen Wechselwunsches noch willkommen sei:
Wer die Karriere des ehemaligen BVB-Trainers verfolgt hat, wird wissen, dass kaum ein Coach derartiges Verständnis für seine Spieler aufbringt, wie Klopp.
Ihm es ist ohne weiteres zuzutrauen, Coutinho innerhalb kürzester Zeit wieder ins Team zu integrieren. Überzeugt er bei den Reds wie in den vergangenen Jahren, wird der FC Barcelona im Sommer erneut an Klopps Tür klopfen.

Diego Costa:

Die mit Ausnahme von Ousmane Dembélé unwürdigste Transfer-Posse spielte sich beim FC Chelsea ab. In diesem Fall allerdings unter gütiger Mithilfe des Klubs, bzw. des Trainers Antonio Conte.
Via SMS teilte er seinem besten Torjäger der Vorsaison mit, dass er nicht mehr auf ihn baue. Dem Mann, der die Blues in der vergangenen Saison zum Titel in der Premier League geschossen hatte.
Es folgten gegenseitige Vorwürfe, bizarre Feier-Videos, eine Suspendierung und unzählige Wechselgerüchte. Am Ende blieb Costa dem FC Chelsea dennoch erhalten, weilte aber fernab des Trainings in Brasilien.
Gibt es nun ein Happy End? Der "Telegraph" berichtete, dass ihn seine Teamkollegen noch nicht aufgegeben hätten. Costa plane zudem, wieder ins Mannschaftstraining zurückzukehren. Vorerst zwar nur in der zweiten Mannschaft, um Conte aus dem Weg zu gehen.
Auf Dauer sei aber auch eine Rückkehr zu den Profis denkbar. "Ich würde mich über die Rückkehr von Diego freuen", sagte Eden Hazard der Marca.
Eine dauerhafte Zukunft in London wird Costa aber aller Voraussicht nach nicht haben. Der 28-Jährige wurde von den Blues auch nicht für den Champions-League-Kader gemeldet.
Stattdessen deutet alles darauf hin, dass der Stürmer im Winter zu seinem ehemaligen Klub Atlético Madrid zurückkehren wird. Darauf hatte Costa bereits in dieser Transferperiode gehofft, der Wechsel scheiterte aber, weil die Spanier wegen einer von der FIFA verhängten Transfersperre keine Spieler verpflichten durfte.
Am 1. Januar läuft die Sperre ab, dann ist der Weg frei für eine Rückkehr des verlorenen Sohnes in die spanische Hauptstadt. Nach Streik und Suspendierung erhielt er kurz vor Transferschluss die Freigabe.
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