Deutschland kassiert Last-Minute-Ausgleich bei Torfestival gegen Türkei

Die deutsche Nationalmannschaft hat sich nur mit einem Unentschieden auf die Nations-League-Aufgaben in den kommenden Tagen eingespielt. Mit einer B-Elf erreichte das Team von Bundestrainer Joachim Löw gegen die Türkei in Köln am Mittwochabend ein 3:3 (1:0). Kenan Karaman (90.+4) erzielte den späten Ausgleichstreffer für die Türken.

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So lief das Spiel:

Auf den Tag genau neun Jahre nach dem letzten Länderspielduell (Deutschland siegte am 7. Oktober 2011 mit 3:1 gegen die Türkei) stand in Köln das nächste Duell an. Bundestrainer Joachim Löw verzichtete in seiner Startelf auf zahlreiche Stammspieler aus München und Leipzig, wodurch Debütant Florian Neuhaus gleich eine Bewährungschance von Beginn erhielt.
Beide Mannschaften kamen nur schleppend in die Partie, nach einem wegen Abseits aberkannten Tor von Julian Draxler (6.) erspielte sich die Türkei durch Abschlüsse von Efecan Karaca (11.), Yusuf Yazici (13.) und Ozan Tufan (24.) ein klares Übergewicht an Chancen.
Um die Halbstundenmarke herum fand die DFB-Elf besser in die Partie und verbuchte gegen defensiv stabile Türken durch Julian Brandt (27.), und zwei Mal Luca Waldschmidt kurz vor der Pause (41./42.) Chancen aus der Distanz. Während Türkeis Torwart Mert Günok die Versuche allesamt parieren konnte, war er wenig später doch machtlos.
Nach einem Ballgewinn von Benjamin Henrichs landete der Ball über Brandt und einen perfekten Pass von Kai Havertz im Lauf von Draxler, der Günok aus kurzer Distanz sehenswert mit einem Lupfer bezwingen konnte (45.+1).
Die Gäste aus der Türkei erwischten den besseren Start in Durchgang zwei und glichen durch einen Kunstschuss kurz nach Wiederbeginn aus. Nach einem deutschen Ballverlust im Spielaufbau kam der Ball zu Ozan Tufan, der aus 20 Metern herrlich in die rechte Ecke schlenzte (50.).
Die Antwort der Löw-Elf folgte keine zehn Minuten später: Nach Doppelpass mit Havertz traf Debütant Florian Neuhaus aus 13 Metern mit der Innenseite präzise in die linke Ecke (58.).
Nur wenige Minuten später rückte der Gladbacher erneut in den Fokus. Nach einem klaren Schubser von Karaca ging Neuhaus 25 Meter vor dem Tor zu Boden, allerdings blieb der Pfiff des Schiedsrichters aus. Karaca ließ sich die Chance frei vor Bernd Leno nicht entgehen und traf zum erneuten Ausgleich (67.). Da in Freundschaftsspielen aber kein Videobeweis vorliegt, zählte der umstrittene Treffer.
Doch die deutsche Mannschaft erholte sich abermals vom erneuten Ausgleich und ging nach 81 Minuten zum dritten Mal in Führung. Eine Flanke von Robin Gosens wehrte der Schalker Ozan Kabak ungenügend auf Waldschmidt ab, der aus 14 Metern in die linke Ecke zum 3:2 einnetzte (81.).
Doch das leidige Problem der späten Gegentore sollte Deutschland auch an diesem Abend verfolgen. In der Nachspielzeit ließ das DFB-Team Joker Abdülkadir Ömür nach einer Flanke zu viel Platz im Strafraum. Dessen Ablage nutzte der ebenfalls eingewechselte Kenan Karaman freistehend zum späten 3:3-Ausgleich für die Türkei (90.+4).

Die Stimmen:

Jochim Löw (Trainer Deutschland) über die späten Gegentore: "Das Problem besteht schon seit längerer Zeit. Dieser Mannschaft, die noch nie so zusammengespielt hat, kann man keinen Vorwurf machen. Das ist mit den anderen Spielern auch schon passiert. Ich bin enttäuscht und angefressen, das ist das richtige Wort."
Julian Draxler (Deutschland): "Wir haben die Türken eingeladen, Tore zu schießen und es nicht geschafft, die Führung über die Zeit zu bringen. Es ist enttäuschend. Im Endeffekt kommt es drauf an die Spiele zu gewinnen und das haben wir nicht geschafft."

Der Tweet zum Spiel:

Mit Jonas Hofmann und Mahmoud Dahoud kamen nach Neuhaus noch die Debütanten Nummer 109 und 110 in der Ära Löw hinzu.

Das fiel auf: Starkes Debüt mit Mini-Makel

Florian Neuhaus lieferte bei seinem Debüt für Deutschland eine mehr als solide Leistung ab und krönte den Auftritt mit dem zwischenzeitlichen Treffer zum 2:1. Mit viel Dynamik und Offensivdrang stieß der Gladbacher aus dem Mittelfeldzentrum immer wieder gefährlich in den Strafraum vor und überzeugte zudem mit sicherem Pass- und souveränem Stellungsspiel. Einziger kleiner Makel blieb der Ballverlust vor dem 2:2, der bei Vorhandensein des Videobeweises allerdings ohne Konsequenzen geblieben wäre.

Die Statistik: 21

Deutschland und die Türkei trafen zum 21. Mal in einem Fußball-Länderspiel aufeinander. Die Bilanz fällt mit 14 Siegen, vier Remis und drei Niederlagen deutlich zugunsten der DFB-Elf aus.

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