Vfl Wolfsburg gewinnt DFB-Pokal der Frauen - Sonderlob für Nationalspielerin Lena Oberdorf nach "Weltklasse"-Leistung

Tommy Stroot hatte seinen Heldinnen gerade den Partybefehl erteilt, da geriet der Trainer des VfL Wolfsburg noch einmal ins Schwärmen. Vor allem über Lena Oberdorf, die diesem DFB-Pokalfinale ihren Stempel aufgedrückt hatte - und das gegen ihren zukünftigen Klub, den FC Bayern. Anschließend wurde die Mittelfeld- und Nationalspielerin in den höchsten Tönen gelobt: "Sie ist Weltklasse".

Lena Oberdorf mit der Medaille

Fotocredit: SID

Mit Sonnenbrille und vollem XXL-Bierglas tanzte Lena Oberdorf bei der traditionellen Ampelrunde lässig um den hupenden Partybus, grölend trug Kapitänin Alexandra Popp mitten in der Kölner City den geliebten DFB-Pokal auf der Schulter. Die Feierbiester des VfL Wolfsburg machten nach ihrem alljährlichen Cup-Triumph die Nacht zum Tage - der zehnte Sieg in Serie schmeckte einfach süßer denn je.
"Er hatte natürlich einen anderen Geschmack", sagte Popp grinsend im schwarzen "Oops! We did it again"-Siegershirt nach dem souveränen 2:0 (2:0) gegen die Meisterinnen aus München: "Weil einfach von Bayern-Seite mein Lieblingswort in den Mund genommen wurde."
Ihr Lieblingswort? Die "Wachablösung" im deutschen Frauenfußball, die Münchens Vereinspräsident Herbert Hainer vor zwei Monaten zum Ziel ausgerufen hatte. Das traf in Wolfsburg angesichts von 20 (!) Titeln seit 2013 einen Nerv. Und umso mehr stand beim VfL "Überläuferin" Oberdorf bei diesem Endspiel im Fokus.
Denn im Sommer wechselt die 22-Jährige für die kolportierte deutsche Rekordablöse von mindestens 400.000 Euro zum großen Rivalen nach München. "Obi hat ein bärenstarkes Spiel gemacht", lobte Popp den eigentlich unersetzlichen Mittelfeld-Star: "Umso trauriger ist es natürlich, dass sie nächste Saison dann gegen uns spielt."

Oberdarf zwischen Hasskommentaren und Weltklasse

"Obi" zog vor 44.400 Zuschauern die Fäden, warf sich bissig in Zweikämpfe, setzte aber auch Akzente nach vorne und leitete das wichtige 1:0 durch Jule Brand (14.) ein. "Mir war es umso wichtiger zu zeigen, dass ich für den VfL Wolfsburg spiele und mein letztes Hemd lasse", sagte die sonst so coole Oberdorf und zeigte sich ungewohnt emotional. Bei der Feier vor der Fankurve übermannten sie sogar die Tränen - danach sprach sie erstmals über ihren pikanten Transfer.
Der Hass, der ihr im Februar nach der Bekanntgabe im Netz entgegenschlug, habe Spuren hinterlassen. "Man muss es nicht auf Social Media auf die Art und Weise, was einfach eine echt eklige Art und Weise ist, an mir auslassen", klagte die Nationalspielerin bei allem Verständnis für die aufgebrachten Anhänger.
Dass sie als Schalke-Fan einst öffentlich tönte, niemals zu den Bayern gehen zu wollen, fiel ihr zusätzlich auf die Füße. Natürlich bereut sie das Statement heute. "Ich glaube, ich bin als Spielerin sehr reif geworden und würde so eine Aussage nicht mehr tätigen, weil man sieht, dass man niemals nie sagen sollte", räumte Oberdorf ein.
Unter diesem Druck sei ihr Auftritt "Weltklasse" gewesen, schwärmte VfL-Coach Tommy Stroot. Auch Bayern-Trainer Alexander Straus fand sein glänzendes neues Kader-Puzzleteil schlicht "fantastisch, das ist der Grund, warum wir so viel getan haben, um sie zu holen".

FC Bayern will wieder angreifen

Nach der verpassten Double-Chance wollen die geknickten Münchnerinnen in der nächsten Saison wieder angreifen, drei Meistertitel binnen vier Jahren sollen nur der Anfang sein.
Hainer prophezeite jedenfalls, es werde für das Frauen-Team "nicht das letzte Finale gewesen sein". Straus pflichtete bei: "Wir werden zurückkommen." Mit Oberdorf als neuer Anführerin. Auch in feuchtfröhlichen Partynächten.
(SID)
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Quelle: Perform


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