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DFB-Pokal - Arminia Bielefeld stoppt Siegeszug von Pokalschreck Astoria Walldorf
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Publiziert 07/02/2017 um 21:00 GMT+1 Uhr
Erst im Elfmeterschießen hat Arminia Bielefeld den Siegeszug des Pokalschrecks gestoppt. Der Zweitligist steht nach dem 5:4 bei den Feierabend-Kickern des Viertligisten Astoria Walldorf zum zweiten Mal binnen zwei Jahren im Viertelfinale des DFB-Pokals. Nach 120 Minuten hatte es 1:1 (1:1, 0:0) gestanden. Stephan Salger verwandelte den entscheidenden Elfmeter.
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Fotocredit: Eurosport
So lief das Spiel:
Walldorf gegen Bielefeld. Regionalliga gegen 2. Bundesliga. David gegen Goliath. Der Underdog kickte schon Bochum und Darmstadt aus dem Pokal und wollte auch gegen Bielefeld für eine Sensation sorgen. So versteckten sich die Hausherren nicht, gingen hart in die Zweikämpfe und boten Bielefeld durchaus die Stirn - erspielten sich sogar Torchancen. Nach elf Minuten spielte Marcus Meyer in der linken Strafraumhälfte quer in die Mitte, Stephan Salger klärte in höchster Not.
Nach dieser Gelegenheit gehörte Bielefeld zwar die Dominanz und Überlegenheit, wirklich überzeugen konnten die Gäste nicht. Zwischen der 14. und der 26. Minute kamen die Bielefelder zwar zu fünf guten Chancen, hätten auch die Führung erzielen können - danach war aber Flaute angesagt. Im Zentrum lahmte das DSC-Spiel. Wenn etwas ging, dann über die Flügel. Walldorf hatte im ersten Durchgang allerdings Glück - Schiedsrichter Sven Jablonski verweigerte einen klaren Elfmeter.
Der zweite Durchgang begann sehr nickelig - sowohl Astoria als auch Arminia langten ordentlich hin. In der 51. Minute holte Tabe Nyenty Fabian Klos rüde von den Beinen - sah dafür nur die Gelbe Karte. Aus dem anschließenden Freistoß fiel dann die Führung. Was für ein Tor. Aus linker Position nagelte Tom Schütz die Kugel aus 17 Metern ins lange Eck. Nach dem Führungstreffer war das Spiel weiterhin von viel Härte geprägt - klarer Spielfluss war auf beiden Seiten nicht zu erkennen.
Walldorf nutzte die spielerische Auszeit und kam urplötzlich zu zwei dicken Gelegenheiten. Binnen weniger Minuten scheiterte jedoch Marcel Carl gleich zweimal an Wolfgang Hesl. Danach schien das Spiel seinen Lauf zu nehmen - viele Zweikämpfe, kaum Torraumszenen. In der 78. Minute wurde es dann aber so richtig heiß. Marcel Carl verlängerte einen ganz weiten Astoria-Einwurf am ersten Pfosten über Hesl hinweg ins DSC-Gehäuse. Der Ausgleich für den Underdog! Bielefeld war geschockt - schaffte in der regulären Spielzeit nicht den erneuten Führungstreffer. Es ging in die Verlängerung.
Fußballerische Leckerbissen gab es in der Verlängerung nicht zu genießen - dafür war das Spiel extrem spannend. Auf beiden Seiten gab es Chancen, Treffer fielen nicht. Die beste Möglichkeit hatte Michael Görlitz in der 101. Minute für Arminia Bielefeld auf dem Fuß. Seinen strammen Schuss aus 20 Metern lenkte Jürgen Rennar stark über den Querbalken. Einen weiteren Aufreger gab es in der 116. Minute: der eingewechselte Keanu Staude sah die Gelb-Rote Karte.
Danach rettete sich Bielefeld ins Elfmeterschießen und behielt in einem wahnsinnigen Krimi letztendlich die Nerven. Stephan Salger erzielte den Siegtreffer vom Punkt, nachdem Jonas Kiermeier zuvor scheiterte.
Die Stimmen:
Jürgen Kramny (Trainer Arminia Bielefeld): "Wir mussten heute ans Limit gehen. 120 Minuten waren nicht eingeplant. Aber es überwiegt natürlich trotzdem die Freude, dass wir weitergekommen sind."
Matthias Born (Trainer Astoria Walldorf): "Es war ein Pokalspiel, wie man es sich als Zuschauer wünscht. Uns hat das bisschen Glück zur Sensation gefehlt. Dennoch bin ich stolz auf die Truppe. Ich konnte keinen Klassenunterschied erkennen."
Christopher Nöthe (Arminia Bielefeld): "Es war eine klasse Teamleistung und natürlich ein ganz wichtiger Sieg."
Tom Schütz (Arminia Bielefeld): "Das war das altbekannte Pokalspiel - Hauptsache wir haben gewonnen. Wir müssen uns aber ankreiden, dass wir den Deckel nicht drauf gemacht haben."
Der Tweet zum Spiel:
DFB-Pokal... Ein Hauch von Kreisliga!
Das fiel auf: Zweikampfverhalten: überhart
DFB-Pokal bedeutet dicke Luft, bedeutet harte Zweikämpfe, bedeutet alles oder nichts. Zwischen Walldorf und Bielefeld ging es aber phasenweise überhart zur Sache. Nach der Halbzeitpause regnete es Gelbe Karten - Platzverweise wären ebenso möglich gewesen. Schiedsrichter Sven Jablonski entschied sich jedoch dagegen, um das Spiel nicht noch emotionaler zu gestalten. Härte ist gut - allerdings nur bis zu einem gewissen Punkt. In dieser Partie wurden teilweise Grenzen überschritten.
Die Statistik: 100 & 4
Jubiläum für Arminia Bielefeld. Der Zweitligist machte gegen Astoria Walldorf das 100. DFB-Pokalspiel in der Vereinshistorie. Passend dazu gab es einen Sieg nach einem unfassbaren Thriller - Arminen-Herz, was willst du mehr?!
Astoria Walldorf hat trotz Niederlage Fußball-Geschichte geschrieben. In der Verlängerung des DFB-Pokal-Achtelfinales wechselte der Regionalligist mit Benjamin Hofmann (117.) erstmal einen vierten Spieler ein.
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