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Emotionale Rückkehr von Marco Russ nach Berlin: "Ein absolutes Highlight"
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Publiziert 26/05/2017 um 15:19 GMT+2 Uhr
Die Geschichte von Marco Russ, sie hat längst ihren Weg über die Grenzen gefunden. Im vergangenen April schrieb die britische Tageszeitung "Guardian" über "ein Jahr im Leben von Marco Russ". Sie erzählte von dem Doping-Test, der schockierenden Diagnose, dem Kampf gegen den Krebs - und von "der Rückkehr eines Helden", der sich im DFB-Pokal-Finale mit Eintracht Frankfurt einen Traum erfüllen kann.
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Vor elf Jahren, Russ war gerade einmal 20 Jahre alt, gehörte der Defensiv-Spezialist zu jener Eintracht-Elf, die im Endspiel im Berliner Olympiastadion knapp eine Stunde vom Pokalsieg träumen durfte. Dann traf Claudio Pizarro für den übermächtigen FC Bayern, die Zeit des Wartens auf die nächste große Chance begann. Für Russ fast mit einem ganz bitteren Ende.
Über den Umweg einer normalen Dopingprobe, bei der zu hohe Hormon-Werte festgestellt wurden, diagnostizierten die Ärzte eine Tumorerkrankung - und das unmittelbar vor den Relegationsspielen gegen den 1. FC Nürnberg. Dennoch spielte Russ als Eintracht-Kapitän beim 1:1 im Hinspiel mit, er erzielte die Nürnberger Führung per Eigentor. Es wirkte wie ein Hollywood-Drama.
Russ: "Man kann solche Krankheiten überstehen"
Das Happy-End aber verlor Russ nie aus den Augen. Nach der erfolgreichen Operation am 23. Mai musste sich der Familienvater zweimal einer Chemotherapie unterziehen. Er erzählte später:
An den Tod hab er nie gedacht, "keine Sekunde", weil die Ärzte "alle negativen Gedanken" sofort vertrieben. Es war ein beschwerlicher Weg zurück. Aber im Laufe der Hinrunde wuchs in Russ langsam die Hoffnung, bald wieder Fußball spielen zu können.
"Meine Geschichte zeigt, dass man solche Krankheiten überstehen kann", sagte Russ nach seinem Startelf-Comeback Mitte März 2017. Der Verein unterstützte den Publikumsliebling, der den Hessen nur kurz, von 2011 bis 2013 beim VfL Wolfsburg, den Rücken gekehrt hatte.
Finale wird "ein besonderer Augenblick"
"Unser ehemaliger Vorstandschef Heribert Bruchhagen, Sportdirektor Bruno Hübner, Trainer Niko Kovac und Fredi Bobic haben mir immer ein gutes Gefühl gegeben", sagte Russ, als sein Vertrag noch während der Chemotherapie bis 2019 verlängert wurde: "Ich bin wirklich sehr glücklich, die Eintracht hinter mir zu wissen." Er zahlte das Vertrauen zurück.
Im Pokal-Halbfinale bei Borussia Mönchengladbach gehörte Russ zu jenen Eintracht-Helden, die beim denkwürdigen 7:6 im Elfmeterschießen die Nerven behielten. Das Endspiel "wird ein besonderer Augenblick", sagte Trainer Niko Kovac am Freitag:
Russ selbst zieht enorme Kraft aus seinem Kampf. "Es ist noch kein Jahr her, da habe ich von meiner Krankheit erfahren. Deshalb bin ich megaglücklich, dass wir das Finale erreicht haben und ich sogar ein Teil davon war", sagte der gebürtige Hanauer: Das Endspiel in Berlin, "das wird ein absolutes Highlight".
Für Russ ganz besonders.
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