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KSC im Elfmeterschießen bezwungen: Glatzel und Heuer Fernandes bringen den Hamburger SV ins Halbfinale
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Publiziert 02/03/2022 um 21:17 GMT+1 Uhr
Der Hamburger SV steht im Halbfinale des DFB-Pokals. Die Rothosen bezwangen den Liga-Konkurrenten Karslruher SC am Mittwochabend im Elfmeterschießen 3:2. In der regulären Spielzeit hatte der HSV dank Torjäger Robert Glatzel einen Zwei-Tore-Rückstand aufgeholt, die Gäste aus Baden mussten aufgrund einer Gelb-Roten Karte gegen Christoph Kobald (71.) 50 Minuten in Unterzahl überstehen.
Hamburger SV - Karlsruher SC
Fotocredit: Getty Images
Der HSV hatte von Anfang an die Zügel in der Hand und hatte deutlich mehr Spielanteile. Die Hausherren brauchten aber eine Weile, ehe sie gefährlich vor das gegnerische Tor kamen. Sonny Kittel kam nach einer Flanke von Giorgi Chakvetadze rechts im Strafraum zum Abschluss, verfehlte aber knapp das linke Eck (17.). Trotz größerer Spielanteile aufseiten des HSV, hatte der KSC die besseren Möglichkeiten im ersten Durchgang. Am Ende einer starken Kombination lief Kyoung-Rok Choi alleine auf Daniel Heuer Fernandes zu, kam mit seinem Abschluss jedoch nicht am Schlussmann vorbei (22.). Kurz vor der Pause belohnten sich die Gäste dann noch für ihr Chancenplus und gingen mit einem direkt verwandelten Freistoß in Führung. Philip Heise versenkte aus 20 Metern zentraler Position im linken Eck (40.).
Der zweite Durchgang begann mit einem Paukenschlag. Die Gäste erhöhten nach nur fünf Minuten auf 2:0, als Heuer Fernandes einen abgefälschten Schuss von Marvin Wanitzek nur abklatschen lassen konnte und Philipp Hofmann abstaubte (50.). Doch der HSV antwortete direkt mit dem Anschlusstreffer. Eine Flanke von Chakvetadze fand den Kopf von Robert Glatzel, der rechts im Sechzehner über Marius Gersbeck hinweg einköpfte (52.). Die Hausherren liefen in der Folge weiter an, fanden gegen kompakt verteidigenden Karlsruher aber kaum Mittel, um gefährlich zum Abschluss zu kommen.
In der 70.Minute wurde es dann hitzig, als Felix Zwayer auf Strafstoß entschied. Christoph Kobald hatte bei einer Hereingabe den Laufweg von Glatzel blockiert und den Angreifer weggecheckt. Eine harte, aber vertretbare Entscheidung. Der VAR schaltete sich aber dennoch ein, Zwayer warf noch mal einen Blick auf die Szene, blieb aber bei seiner Entscheidung. So hieß es Elfmeter für den HSV und Gelb-Rot für Kobald. Sonny Kittel, der bereits in der Vorrunde einen Elfmeter verschossen hatte, trat an und scheiterte an Gersbeck (71.).
Auch in Überzahl fand der HSV lange kein Mittel durch den dichten Defensivverbund der Gäste, die den Sieg fast über die Zeit retteten. Doch in der Nachspielzeit spielte Bakery Jatta den Ball flach in die Mitte, Glatzel war einen Schritt schneller als Gersbeck und traf ins lange Eck (90.+1).
In der Nachspielzeit wurde es noch einmal richtig gefährlich, als der eingewechselte Daniel Gordon einen Zweikampf mit Glatzel verlor, der den Ball für Kittel auflegte. Aber erneut blieb Gersbeck der Sieger und rettete seine Mannschaft ins Elfmeterschießen (104.). Dort schien er auch zum Helden zu werden, als er den ersten Elfmeter von Sebastian Schonlau parierte. Da im Anschluss Wanitzek und Gordon an Heuer Fernandes scheiterten und Vagnoman, Vuskovic und Glatzel trafen, waren die Hausherren plötzlich im Vorteil. Karlsruhes O´Shaughnessy setzte den Ball dann an den rechten Pfosten und vergab den entscheidenden Elfmeter.
Die Stimmen zum Spiel
Jonas Boldt (Vorstand Sport beim Hamburger SV): “Ferro [Heuer Fernandes] spielt eine überragende Saison, schon die ganze Zeit, wie er mitspielt. Ich war mir ziemlich sicher, dass er mindestens einen hält. Er war schon beim Ersten dran. Dass es am Ende so ausgeht – sensationell.“
Daniel Heuer Fernandes (Hamburger SV): “Überragend, was wir heute abgespult haben. Wir sind zurückgekommen, haben niemals aufgegeben. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft. [...] Heute haben wir es als Mannschaft rausgerissen, wir hatten eine super Gier. Gerade wie Bobby [Robert Glatzel] uns zweimal rettet – überragend. [...] Wirklich überragend. Ich liebe es, gerne mehr davon.”
Marius Gersbeck (Karlsruher SC): “Es tut uns allen extrem weh. Wir hatten eine gute Chance, hier weiterzukommen. Wir haben das ganze Spiel über überragend gespielt. Wir haben sogar in Unterzahl so lange dagegen gehalten. Wenn man so bitter im Elfmeterschießen ausscheidet, tut es im ersten Moment doppelt weh.”
Philipp Hofmann (Karlsruher SC): “Da ist pure Leere. Wir müssen das schnell abhaken. Es war ein Riesenspiel von uns heute. [...] Wir fangen uns das 1:2 viel zu schnell, dadurch kommen der HSV und natürlich auch die Fans zurück ins Spiel. Die Gelb-Rote war natürlich auch ein Knackpunkt. Dann wird es gegen so eine starke Mannschaft schwer. Und trotzdem haben wir das stark gemacht.”
Der Tweet zum Spiel
Das fiel auf: Torhüter als Schlüsselfiguren
Am heutigen Abend waren die besten Spieler auf dem Feld in den jeweiligen Toren zu finden. Auch wenn Heuer Fernandes beim zwischenzeitlichen 2:0 der Gäste nicht ganz so gut aussah, wurde er später zum Helden des Abends und erneut zum Spieler des Spiels gewählt. Seine Stunde schlug allerdings erst im späteren Elfmeterschießen. Doch dazu kam es überhaupt erst, weil Gersbeck aufseiten des KSC eine einwandfreie Performance ablieferte, mehrmals im Eins gegen Eins überzeugte und auch auf der Linie unter anderem gegen Kittel stark parierte. Zum einen konnte er innerhalb der regulären Spielzeit, aber auch im Elfmeterschießen jeweils einen Strafstoß parieren.
Die Statistik: 3
Zum dritten Mal in Folge musste der HSV nun ins Elfmeterschießen und jedes Mal setzten sich die Hamburger durch. Bedanken konnten sie sich fast jedes Mal beim Schlussmann Heuer Fernandes, der auch zum dritten Mal in Folge Spieler des Spiels wurde.
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