Köln-Trainer Steffen Baumgart rotierte im Vergleich zur 0:4-Niederlage gegen den FC Bayern gleich auf sechs Positionen. Unter anderem begannen Jan Thielmann und Sebastian Andersson für Ondrej Duda und Anthony Modeste (beide Ersatzbank). Bei den Gästen aus Hamburg stellte Tim Walter zweimal um. Für David Kinsombi und Jan Gyamerah (beide Ersatzbank) starteten Manuel Wintzheimer und Miro Muheim.
Von Beginn an zeigte sich, dass beide Teams eine offensive Herangehensweise wählten. Für den HSV verbuchte Robert Glatzel aus der zweiten Reihe die erste Torannäherung (4.). Auch wenn sich die Hamburger nicht versteckten, gehörten die ersten 25 Minuten den Kölnern, da sie mit mehr Zielstrebigkeit Richtung Tor agierten. Früh hatte Sebastian Andersson nach einem Eckball die FC-Führung auf dem Kopf, doch Daniel Heuer Fernandes parierte (8.).
Köln presste früh und setzte die Gäste in ihrem spielerischen Aufbau immer wieder unter Druck. Eine Flanke von Andersson rauschte durch den Sechzehner (9.). Mark Uths Schussversuch nach einem Abpraller flog fünf Minuten später über den Kasten des Zweitligisten (14.). Köln machte weiter Druck. Dann war es erneut Andersson, der in aussichtsreicher Position den Ball nicht richtig erwischte (20.). Nur 120 Sekunden später stand Uth nach einem Fehlpass von Heuer Hernandes frei vor dem Tor, nutzte die Riesenchance jedoch nicht (22.). Mit einer direkt aufs Tor gezogene Ecke scheiterte Uth erneut am Hamburger Schlussmann (29.).
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Im Anschluss wurden die Offensivaktionen der Gäste klarer. Glatzel verfehlte zunächst das Tor mit einem Schuss (34.). In der selben Minute ließ der Stürmer frei vor Marvin Schwäbe eine Großchance ungenutzt (34.). Die Hausherren reagierten verunsichert und Hamburg drückte. Kurz vor der Pause hatten sowohl Moritz Heyer nach herausragendem Dribbling als auch Sonny Kittel per Nachschuss die Führung auf dem Fuß (46.).
Köln begann furios und erspielte sich die direkt zwei Großchancen. Zunächst scheiterte Thielmann am starken Heuer Fernandes und dann bekam Andersson nicht genug Druck hinter seinen Kopfball (47., 50.). Der HSV konterte über Ludovit Reis, dessen Schuss nach Konter abgeblockt wurde (53.). Nur 60 Sekunden darauf verfehlte Thielmann das Tor erneut aus der zweiten Reihe (54.).
Eine halbe Stunde vor Schluss brauchte Trainer Baumgart seinen Top-Stürmer Modeste für den unglücklichen Andersson. Der Hamburger SV erspielte sich immer wieder Ecken, konnte die Standardsituationen jedoch nicht nutzen, um Gefahr zu erzeugen. Nach hektischem Beginn der zweiten Hälfte neutralisierten sich die Teams mehr und mehr.
Gefahr ging jetzt mehr von Standardsituationen aus. Schwäbe verhinderte, dass ein scharf getretener Freistoß von Kittel einschlägt (73.). Fünf Minuten später platzierte Modeste einen Kopfball nach ruhendem Ball zu zentral (78.). Für die Norddeutschen traf Heyer nach Freistoß-Flanke den Pfosten (84.). Kurz vor Schluss nutzte Ljubicic einen Fehlpass von Heuer Fernandes nicht aus (88.). Die Partie ging in die Verlängerung.
Mit Beginn der Verlängerung fiel dann der erste Treffer. Nach toller Vorarbeit von Kittel köpfte Glatzel den HSV in Führung (92.). Kölns Antwort ließ nicht lange auf sich warten, doch Heuer Fernandes entschärfte Thielmanns Aufsetzer aus der zweiten Reihe (95.). Nach der HSV-Führung drängte Köln auf den Ausgleich, doch dem HSV boten sich immer wieder Konter-Möglichkeiten.
Der eingewechselte Bakery Jatta verpasste die Vorentscheidung (102.). Kurz vor dem Seitenwechsel wurde Modestes Schuss aus gefährlicher Position im Strafraum abgeblockt (104.). Köln trieb das Spielgerät ununterbrochen nach vorne, doch sie erspielten sich keine Großchancen mehr. Ljubicics und Hectors Schüsse aus der zweiten Reihe waren zu harmlos (111., 115.). Kurz vor Schluss brachte dann HSV-Kapitän Sebastian Schonlau Modeste im Strafraum zu Fall und es gab Elfmeter. Modeste blieb eiskalt und erzielte den Last-Minute-Ausgleich (120.).
Im Elfmeterschießen verschossen zunächst Salih Özcan für den FC und Kittel für den HSV. Nachdem Hamburg Kapitän Schonlau Verantwortung übernahm verschoss Florian Kainz auf kuriose Weise den entscheidenden Strafstoß und machte den HSV zum Viertelfinalisten. Kainz schoss sich selbst an und beförderte das Spielgerät mit zwei Kontakten ins Tor, deshalb galt der Versuch als Fehlschuss.

Stimmen zum Spiel:

Daniel Heuer Fernandes (Hamburger SV): Jetzt sind wir weite rund wir haben überragende Elfmeter geschossen, ich konnte einen halten und dann der letzte Schuss war dann natürlich ein Stück weit Glück, aber ich glaube, das Glück haben wir uns über das gesamte Spiel erarbeitet. Überragende Leistung von uns heute. Sehr mutig, es hat nicht alles geklappt, aber wir haben unseren Plan komplett durchgezogen.
Tim Walter (Trainer Hamburger SV): Es (Last-Minute-Elfmeter) hat dazu gepasst, dass es so dramatisch war und dass es bis zum Ende offen blieb. Ich glaube, dass wir am Ende verdien gewonnen haben. Wir haben in der Saison vielleicht zu viele Unentschieden, aber wenn du eine junge Mannschaft hast, die immer will, die dann auch mal vielleicht auch etwas zu viel will, aber das ist der Weg, den wir gehen wollen, dass wir mutig sind und Bereitschaft zeigen. Das hat man heute alles gesehen. Es war von beiden Mannschaften ein tolles Spiel glaube ich und es hat nur eins gefehlt, das waren die 50.000 Fans.
Steffen Baumgart (Trainer 1. FC Köln): Das hat ein Pokal-Spiel an sich. Der Eine hat Glück oder das Können oder der Andere hat Pech oder vielleicht nicht das Können. So ist das halt. Also ich finde wir haben gute Torchancen gehabt und wir haben sie nicht genutzt. Es war der offene Fight, den wir beide vorher angesagt haben, beide Mannschaften haben mutig gespielt. Beide Mannschaften, wenn man die erste Halbzeit nehmen mag, treffen das leere Tor nicht.
Florian Kainz (1. FC Köln): Ich hab mir erstmal gedacht, dass er (Schiedsrichter) auf zwei Kontakte [beim entscheidenden Elfmeter] entscheidet. Es ist natürlich extrem bitter für mich und die ganze Mannschaft. Wir haben einen riesigen Aufwand betrieben und uns dann nochmal zurück gekämpft. Es tut mir leid für die Mannschaft. In Stuttgart haben wir auch viel rotiert, der Trainer vertraut jedem Spieler, insofern ist die Rotation gerechtfertigt gewesen.

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Das fiel auf: Fehlende Kaltschnäuzigkeit in beiden Lagern

Passend zum offensiven Spielansatz erspielten sich beide Mannschaften viele Großchancen. Vor dem Tor ließen sowohl der Hamburger SV als auch der 1. FC Köln viele gute Möglichkeiten kläglich liegen. Insgesamt gaben die Teams 38 Schüsse ab, brachten es jedoch jeweils nur auf ein Tor.

Die Statistik: 14

Im heutigen Pokalfight erzielte Modeste wettbewerbsübergreifend bereits seinen 14. Treffer im 22. Saisonspiel. Neun seiner Saisontore machte der Franzose mit dem Kopf. Es war bereits das dritte Tor im laufenden Wettbewerb. Bereits gegen den VfB Stuttgart schnürte er einen Doppelpack.
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