Dimitrios Grammozis warf, wie angekündigt, die Rotationsmaschine an und gab Keeper Martin Fraisl, Thomas Ouwejan sowie Simon Terodde eine Pause. Dafür starteten Ralf Fährmann, Darko Curlinov und Marvin Pieringer. 1860-Trainer Michael Köllner bot vor ausverkauftem Haus die bestmögliche Elf auf. Nach dem 1:1 in Saarbrücken gab es eine personelle Änderung: Stefan Lex ersetzt auf dem linken Flügel Fabian Greilinger (Bank).
Die Hereinnahme von Stefan Lex sollte sich schnell bezahlt machen: Nachdem Curlinov an der eigenen Grundlinie die Kugel verlor, bediente Mölders den Mittelfeldmann, der das frühe 1:0 für den Außenseiter markierte (5.). Es war der Startschuss für eine wilde Anfangsphase, kein Team nahm sich eine Auszeit, es sollte hier und her gehen. Merveille Biankadi (7.) und Sascha Mölders hatten weitere gute Möglichkeiten für den Drittligisten.
Königsblau tat sich im Spiel nach vorne lange Zeit schwer, kam zudem mit dem Pressing der Löwen nicht zurecht. So waren es oft Einzelaktionen, die für Belebung beim Zweitligisten sorgten. Marius Bülter hatte nach starkem Dribbling von Rodrigo Zalazar den Ausgleich auf dem Fuß (18.), anschließend verpasste Yaroslav Mikhailov eine Flanke des Uruguayers (24.). Dazwischen hatte S04 großes Glück, das Stefan Lex nur das Lattenkreuz traf (22.).
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In der Folgezeit bekam Schalke, bei dem Thomas Ouwejan früh für den schwachen Curlinov ins Spiel kam (22.), die Partie besser in den Griff, gewann vermehrt die zweiten Bälle. Der eingewechselte Ouwejan fügte sich sofort stark an, hatte mit einem Distanzschuss zunächst Pech (30.), ehe Marcin Kaminski eine Flanke des Niederländers an die Latte setzte (31.).
Der zweite Durchgang begann wie der erste mit einem Paukenschlag: Malick Thiaw stoppte Lex regelwidrig vor dem Strafraum und sah von Referee Robert Kampka glatt Rot (48.).
Während sich die Löwen nun etwas zurückzogen, eher passiv agierten und nicht auf das 2:0 gingen, zeigte Schalke nun eine andere Körpersprache, die nummerische Unterlegenheit war nicht zu sehen. So waren die Knappen, ab einer Stunde auch mit Simon Terodde, am Drücker. In dieser Drangphase hatte Lex erneut das 2:0 auf dem Fuß, doch 31-Jährige traf, nachdem er Fährmann bereits umkurvt hatte, aus spitzem Winkel nur das Außennetz (69.).
Auf der Gegenseite konnten sich die Löwen beim starken Marco Hiller bedanken. Der Schlussmann hielt mehrmals stark gegen Marvin Bülter (71., 79.). In einer hochdramatischen Schlussphase ging Schalke immer mehr ins Risiko, wodurch der Drittligist viele Umschaltaktionen hatte. Doch 1860 spielte die Kontersituationen nicht sauber zu Ende und musste so bis zum Ende zittern.

Die Stimmen zum Spiel

Michael Köllner (Trainer TSV 1860 München): "Es war ein hartes Spiel für uns. Ich glaube, die Mannschaft hat heute ein fantastisches Spiel hingelegt, angetrieben natürlich von einem vollen Stadion. Ich glaube, wir haben verdient gewonnen. Unterm Strich war es kein glücklicher Sieg, wir hatten einige Torchancen. Wir haben in der Vorbereitung gesehen, dass Schalke mit Gegenpressing Probleme hat, das wollten wir rigoros durchziehen. Wir mussten über unsere Grenzen gehen, haben sie ständig angelaufen. Nur so hast du eine Chance. Es war eine kompakte Mannschaftsleistung, jeder ging an seine Grenzen."

Das fiel auf: Grammozis vercoacht sich

Dresden, München, Heidenheim - bei drei Spielen innerhalb von sechs Tagen bot sich das Pokalspiel für Rotationen an. So gab Grammozis Fährmann, Pieringer und Curlinov eine Chance von Beginn an. Doch vor allem die Stuttgarter Leigabe erwies sich früh als absoluter Fehlgriff. Der Nordmazedonier ging immer wieder im eigenen Drittel ins Dribbling, auch das 1:0 resultierte aus einem Fehler des Mittelfeldmanns. Curlinov kam nie ins Spiel und hatte Glück, dass Lex nur das Lattenkreuz traf (22.), auch hier hatte der 21-Jährige mit einem verlorenen Kopfballduell in der Box seine Aktien im Spiel. Nur wenig später folgte die Höchststrafe: Grammozis korrigierte seinen Fehler und brachte Leistungsträger Ouwejan. Nach über einer Stunde machte der S04-Coach seinen zweiten Fehler wett und brachte Goalgetter Simon Terodde für Pieringer, der sich ebenso nicht nachhaltig empfehlen konnte. Und so muss sich der Coach für das überraschende Pokal-Aus verantworten.

Tweet zum Spiel

Erstmals seit der Corona-Pandemie, nach 605 Tagen, durften wieder 15.000 Zuschauer ins Stadion an der Grünwalder Straße. Nicht nur die Spieler auf dem Feld zeigten eine starke Leistung, die Fans sorgten für eine großartige Stimmung und stimmten alle Protagonisten mit eine tollen Choreografie ein.

Die Zahl: 5

Erstmals seit fünf Jahren steht der TSV 1860 München wieder im Achtelfinale des DFB-Pokals. In der Saison 2016/17 war in der Runde der letzten 16 bei Sportfreunde Lotte Schluss. Die damalige Pokalüberraschungsmannschaft gewann gegen die Löwen mit 2:0. Am Sonntagabend (Auslosung 18:30 Uhr) wissen die Sechzger, wer der Gegner im diesjährigen Achtelfinale sein wird.
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