DFB-Pokal: Mainz 05 geht bei Hertha BSC unter und schlittert tiefer in die Krise - Eintracht Frankfurt souverän

Abstiegskampf in der Bundesliga, jetzt auch noch das Aus im DFB-Pokal: Der angeschlagene FSV Mainz 05 hat das Achtelfinale verpasst und schlittert immer tiefer in die Krise. Die Mannschaft von Trainer Bo Svensson unterlag in der 2. Runde mit 0:3 (0:1) bei Zweitligist Hertha BSC, der auch dank zweier Strafstöße weiter vom Finale im eigenen Stadion träumen darf.

Marco Richter vom 1. FSV Mainz 05

Fotocredit: Getty Images

Für Svensson wird die Luft damit immer dünner, der Mainzer Sportdirektor Martin Schmidt vermied nach dem Spiel ein klares Bekenntnis zu seinem Trainer und kündigte eine "knallharte Analyse" an. "Bo sitzt am Samstag auf der Bank, wenn wir diese Analyse in die richtige Richtung bringen können", sagte Schmidt.
Fabian Reese (45.+3, Foulelfmeter) und Haris Tabakovic (50., Handelfmeter), der auch per Kopf erfolgreich war (61.), trafen eiskalt vom Punkt und schossen die Gastgeber in die Runde der besten 16. Währenddessen spitzt sich die Lage bei den Rheinhessen weiter zu. Den bislang einzigen Saison-Erfolg hatten die Mainzer vor zweieinhalb Monaten in der ersten Pokalrunde bei der SV Elversberg gefeiert.
"Wir müssen konstatieren, dass das für die Bundesliga nicht reicht im Moment und auch nicht, um gegen einen Zweitligisten im Pokal weiterzukommen. Wir sind verdient rausgeflogen", sagte Schmidt weiter: "Es stagniert momentan an allen Enden."
Das Tabellenschlusslicht der Bundesliga hatte auf die Kehrtwende in der zweiten Pokalrunde gehofft. "Das Gefühl eines Erfolgserlebnisses kann dir schon sehr, sehr viel bringen", hatte Svensson betont: "Es geht nicht nur darum, eine Runde weiterzukommen."

Munterer Anfangsphase in Berlin

Im Vergleich zum 2:2 beim VfL Bochum am vergangenen Freitag veränderte Svensson seine Startelf auf fünf Positionen und schickte unter anderem Aymen Barkok im Berliner Olympiastadion von Beginn an aufs Feld. Der 25-Jährige kam auch gleich zu Beginn mit Tempo in den Strafraum, doch Deyovaisio Zeefuik klärte rechtzeitig (3.).
In einer ausgeglichenen Anfangsphase wurde es nach einem Mainzer Ballverlust erstmals auf der anderen Seite brenzlig. Doch nach einer Hereingabe von Reese rutschte Marten Winkler kurz vorm Tor der Gäste am Ball vorbei (10.), wenig später scheiterte er am Keeper Robin Zentner (16).

Hertha nimmt Elfmeter-Geschenke an

Mainz tat sich gegen die Berliner Defensive schwer, vor allem über die rechte Seite gab es für die Gäste an Zeefuik zunächst kein Vorbeikommen. Nach einem weiten Einwurf bot sich den 05ern schließlich die Gelegenheit zur Führung, doch Leandro Barreiro traf aus kurzer Distanz die Latte (29.).
Stattdessen gelang Hertha der erste Treffer: Maxim Leitsch brachte Florian Niederlechner im Strafraum zu Fall, Reese verwandelte den Elfmeter eiskalt. Und nach der Pause folgte gleich der nächste. Brajan Gruda sprang der Ball bei einer Klärungsaktion an den Arm, dieses Mal traf Tabakovic vom Punkt aus. Die Berliner ließen nicht nach, kurz darauf erhöhte der Stürmer per Kopf.

Frankfurt siegt glanzlos in Köln

Vorjahresfinalist Eintracht Frankfurt hat die zweite Hürde auf dem erneuten Weg in Richtung Berlin glanzlos genommen und ist gegen Bremen-Schreck Viktoria Köln trotz einer weitgehend enttäuschenden Vorstellung ins Achtelfinale des DFB-Pokals eingezogen. Der fünfmalige Pokalsieger gewann beim Drittliga-Sechsten Viktoria Köln 2:0 (1:0), leistete aber nicht mehr als Dienst nach Vorschrift.
Ellyes Skhiri (14.) traf früh für die Mannschaft von Trainer Dino Toppmöller, die nun wie so oft in ihrem Lieblingswettbewerb durchstarten könnte. Wenn die Eintracht seit 2015 die zweite Runde überstand, ging es stets mindestens bis ins Halbfinale, dreimal ins Finale und einmal (2018) zum Titel.
Die Viktoria, die in Runde eins Werder mit 3:2 düpiert hatte, muss weiter auf den ersten Achtelfinal-Einzug der Vereinsgeschichte warten. Ansgar Knauff nämlich zerstörte mit seinem Tor in der 90. Minute die letzten Hoffnungen der Kölner auf die Verlängerung und einen möglichen weiteren Coup.

Lohkemper schießt den Club ins Achtelfinale

Der 1. FC Nürnberg steht nach einer Aufholjagd dank eines Super-Jokers wie im vergangenen Jahr im Achtelfinale des DFB-Pokals. In einem nervenaufreibenden Zweitliga-Duell besiegte der viermalige Pokalsieger Hansa Rostock 3:2 (2:2, 0:0) nach Verlängerung.
Matchwinner war der eingewechselte Felix Lohkemper, der den Club mit einem Last-Minute-Treffer (90.+5) erst vor dem Aus bewahrte und dann zum Sieg schoss (99.). Der 17 Jahre alte Can Uzun vergab kurz vor Schluss noch einen Foulelfmeter (120.+1).
Junior Brumaro (58.) und Christian Kinsombi (75.) hatten Hansa mit maximaler Effizienz zweimal in Führung gebracht, waren den Nürnbergern bis auf die packende Schlussphase ansonsten aber klar unterlegen. Der starke Kanji Okunuki erzielte zwischenzeitlich den Ausgleich zum 1:1 (63.). In der vergangenen Saison hatte der Club als einziger Zweitligist im Viertelfinale gestanden.
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Quelle: Perform

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