DFB-Pokal - Stuttgart düpiert Leipzig - Drei Dinge, die auffielen: "Hexer" Alex Nübel macht Druck auf Oliver Baumann
VonThomas Gaber
Update 03/04/2025 um 10:23 GMT+2 Uhr
Der VfB Stuttgart steht erstmals seit 2013 im Finale des DFB-Pokals, weil die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß beim 3:1 (1:0)-Sieg gegen RB Leipzig nach langer Zeit mal wieder ein Heimspiel bis zum Ende durchzieht und mit Alexander Nübel einen "Hexer" im Kasten hat. Dagegen macht Leipzig auch unter dem neuen Trainer Zsolt Löw die alten Fehler. Drei Dinge, die auffielen.
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Quelle: SID
Beim letzten DFB-Pokaltriumph des VfB 1997 wirbelte das magische Dreieck Krassimir Balakov, Fredi Bobic und Giovane Elber.
28 Jahre später feiern die Schwaben die Torschützen Angelo Stiller (5.), Nick Woltemade (57.) und Jamie Leweling (73.) beim 3:1-Sieg im Halbfinale gegen RB Leipzig.
"Die Stimmung war unfassbar, was unsere Fans da abgerissen haben, war geisteskrank", sagte Woltemade in der "ARD". Am 24. Mai treffen die Stuttgarter in Berlin auf Drittligist Arminia Bielefeld.
Drei Dinge, die uns am Mittwochabend in Stuttgart auffielen:
1. Stuttgart kann Spiele nach hause bringen
1:4, 1:2, 1:2, 1:3 und 3:4 - bei seinen letzten fünf Heimspielen zog der VfB jedes Mal den Kürzeren. Das kann gegen Gegner wie Paris Saint-Germain, den FC Bayern und Bayer Leverkusen schon mal passieren, aber Stuttgart stand sich bisweilen selbst im Weg.
Vor allem beim 3:4 gegen Leverkusen gaben die Hoeneß-Männer das Spiel leichtfertig aus der Hand, weil sie auch nach einer 3:1-Führung ihre Gegenspieler hyänenartig über den ganzen Platz jagten, anstatt sich auf eine geordnete Defensive zu konzentrieren.
Gegen Leipzig gelang durch Stillers Traumtor (5.) wieder mal ein perfekter Start. Erneut agierte der VfB aber im Anschluss naiv, investierte viel ins Angriffsspiel und vergaß die Absicherung.
So kam RB bis zur Pause zu einer Reihe guter Torchancen, indem sie die Bälle aus dem Mittelfeld gegen hoch aufgerückte Schwaben hinter die Kette spielte und vor allem Loïs Openda gut in Szene setzten.
Doch der VfB hat offenbar die richtigen Schlüsse gezogen aus der Pleitenserie im eigenen Stadion. Nach der Pause stand die Defensive deutlich stabiler und machte außer beim Gegentor bis zum Schlusspfiff keinen Fehler. Hoeneß ließ tiefer verteidigen mit zwei kompakten Ketten hinter dem Ball.
"Ich muss den Hut ziehen vor meiner Mannschaft, das war ein schwieriges Spiel. Leipzig war schwer zu verteidigen, aber wir haben es in der zweiten Halbzeit sehr gut gemacht", sagte Hoeneß in der "ARD".
2. Alexander Nübel greift Oliver Baumann an
In den Nations-League-Spielen gegen Italien hütete Oliver Baumann das Tor der deutschen Nationalmannschaft. Der Hoffenheimer gewann den internen Kampf um den Interims-Nummer-eins-Status etwas überraschend gegen Alexander Nübel.
Nach der Entscheidung gegen ihn konnte der Torhüter des VfB seine Enttäuschung nicht verbergen: "Ich hatte gehofft, dass ich spiele. Es tut extrem weh. Aber ich gebe weiter Vollgas und dann wird es sich zeigen", sagte Nübel bei "Sky".
Baumann rechtfertigte das Vertrauen von Bundestrainer Julian Nagelsmann mit einer starken Vorstellung in Mailand. Doch Nübel macht weiter Druck und kräftig Eigenwerbung für die Stelle als Vertreter von Marc-André ter Stegen.
Gegen Leipzig zeigte der 28-Jährige in der ersten Halbzeit mehrere herausragende Paraden, insbesondere im Privatduell mit Openda. Der noch bis 2026 vom FC Bayern ausgeliehene Keeper hielt dem VfB im Alleingang die Führung fest und hat großen Anteil am Einzug ins Pokalfinale.
Das Vollgas-Versprechen hat Nübel am Mittwochabend schon mal eingelöst.
3. RB leipzig: Neuer Trainer - alte Fehler
Am 18. Januar erzielte Christoph Baumgartner in der 21. Minute das Tor zum 3:0 in Bochum. Zwei Dinge sind an diesem Treffer bemerkenswert: Er reichte in Bochum trotzdem nicht zum Sieg - Leipzig fraß nach der Pause binnen 14 Minuten drei Tore und holte nur ein 3:3.
Zu anderen war es der letzte Treffer der Leipziger in der Fremde bis zum 2. April. Sechs Spiele in Folge war totale Flaute im RB-Sturm und nimmt man die zweite Halbzeit in Bochum und die erste in Stuttgart dazu waren es sogar sieben Spiele.
Marco Rose musste nach der 0:1-Niederlage in Mönchengladbach gehen; die Klubbosse trauten ihm nicht mehr zu, die Saisonziele (CL-Qualifikation und Pokalfinale) noch zu erreichen.
Zsolt Löw übernahm und sah in seiner Premiere als RB-Coach eine engagierte Leistung seiner Mannschaft mit starkem Kombinationsfußball vor der Pause. Aber Leipzig bleibt auch unter Löw Leipzig.
Beste Torchancen konnten nicht genutzt werden, RB schaffte es wieder nicht, sich für den Aufwand zu belohnen. Löw probierte alles und stellte in der zweiten Halbzeit auf ein 4-2-2-2 um. Der Turnaround gelang jedoch nicht.
"Es war kein schlechtes Spiel von uns, wir waren in vielen Phasen die bessere Mannschaft. Aber am Ende zählt das Ergebnis. Uns hat die Kaltschnäuzigkeit in der Box gefehlt, da waren die Stuttgarter deutlich besser", analysierte Kapitän Willi Orban.
Auch Geschäftsführer Marcel Schäfer haderte mit der Chancenverwertung: "Wir haben es nicht geschafft, aus fast dreimal so vielen Torschüssen wie der VfB Profit zu schlagen." So tritt RB auf der Stelle und hat auch seine letzte Titelchance in dieser Saison verspielt.
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