VfB Stuttgart feiert DFB-Pokalsieg: Geisteskranke Gänsehaut, eine Träne - aber kein Jägermeister

Durch das 4:2 (3:0) im DFB-Pokalfinale von Berlin gegen Zweitliga-Aufsteiger Arminia Bielefeld endet die Saison für den letztjährigen Vize-Meister VfB Stuttgart doch noch mit einem Paukenschlag. Während Deniz Undav über den ersten VfB-Titel seit 18 Jahren pure Freude verspürt, kommen bei Maximilian Mittelstädt nostalgische Gefühle auf. Drittligist Bielefeld geht dennoch erhobenen Hauptes vom Feld.

Erster Titel seit 18 Jahren: VfB Stuttgart gewinnt DFB-Pokal

Quelle: Perform

Es waren besondere Szenen, die sich gegen Spielende im Berliner Olympiastadion abspielten. Obwohl das Spiel praktisch entschieden war, feierten beide Fanlager gleichzeitig. "Oh wie ist das schön", sangen die Stuttgarter. "Bielefeld, Bielefeld", rief währenddessen der Arminia-Anhang. Die Stuttgarter feierten den Pokalsieg, die Bielefelder den couragierten Auftritt ihrer Mannschaft.
Als das Spiel fast zwei Stunden vorüber war, stand VfB-Stürmer Deniz Undav in der Mixed Zone und schwärmte noch immer von der Stimmung. "Als ich auf den Platz gekommen bin, wie die Fans gesungen haben, das war schon Gänsehaut. Ich war schon ein bisschen am Tanzen", sagte er grinsend gegenüber Eurosport: "Das ging das ganze Spiel so weiter. Als wir die Tore gemacht haben, war das unbeschreiblich."
Ob er in seiner Karriere schon einmal eine geilere Stimmung erlebt habe als in Berlin? "Nein", antwortete er.
Undav trug im linken Arm den DFB-Pokal und roch einmal dran. "Puh, ich mag kein Bier", sagte er grinsend: "Irgendjemand hat Bier daraus getrunken. Wäre Jägermeister drin gewesen, hätte ich getrunken."
picture

Fußball: Deniz Undav (VfB Stuttgart) schultert den DFB-Pokal

Fotocredit: Getty Images

Drei VfB-Tore in 13 Minuten - "Das war der Plan"

Dies dúrfte er bei der späteren Mannschaftsfeier nachholen. Mit seinem Treffer in der 28. zum 3:0 hatte er für die Vorentscheidung gesorgt. Die weiteren Tore erzielten Nick Woltemade (15.) sowie zweimal Enzo Millot (22., 66.).
Drei Tore innerhalb von 13 Minuten waren aus VfB-Sicht ein Spektakel. "Das war der Plan", antwortete Undav ganz trocken: "Wenn wir das erste Tor machen, wollten wir direkt das zweite und dritte machen, um das Spiel zu killen. Wir hätten auch noch ein fünftes Tor machen können. Dann hätten wir am Ende durch die beiden Gegentreffer nicht noch einmal schwitzen müssen."
Der Treffer des eingewechselten Julian Kania (82.) und das Eigentor von VfB-Verteidiger Josha Vagnoman (85.) ließ kurz noch einmal den Hauch von Spannung aufkommen. In der Nachspielzeit hatte die Arminia sogar noch die Chance auf das dritte Tor.
"Zum Glück rettet Alex (Nübel, Anm. d. Red.) noch das eine Ding auf der Linie. Wäre der reingegangen, wären wir noch einmal geschwommen. Aber wir haben den Kopf über Wasser gehalten", meinte Undav.

VfB-Spieler kapern Pressekonferenz

Mit Champagner bewaffnet hatten die frischgebackenen DFB-Pokalsieger zuvor das Podium der Pressekonferenz gestürmt und ihren verdutzten Coach pitschnass gespritzt. Hoeneß, der rund sieben Minuten lang den Cup-Coup des VfB erklärt hatte, schnappte sich den goldenen Pokal und reckte ihn noch einmal den Journalisten entgegen, ehe er in die Berliner Partynacht entschwand.
picture

VfB-Trainer Hoeneß im Siegesrausch

Fotocredit: SID

"Also, Abbruch! Schönen Abend euch, wir sind weg", gab der Erfolgstrainer als letzte Worte mit auf den Weg.
Nach der Partynacht in Berlin wird der VfB am Sonntag gegen 13:30 Uhr am Stuttgarter Flughafen erwartet. Danach empfängt Oberbürgermeister Frank Nopper die Mannschaft im Rathaus inklusive Eintrag ins goldene Buch. Gegen 15:30 Uhr fahren Hoeneß und Co. mit einem Autokorso durch die Stadt, ehe auf dem Schlossplatz die große Pokalfeier mit bis zu 35.000 Fans steigt.

Mittelstädt: Abstieg und Pokalsieg im OlympiaStadion

Bei Maximilian Mittelstädt kamen indes schon in Berlin nostalgische Gefühle auf. "Das ist ein extrem besonderer Moment", sagte der frühere Spieler von Hertha BSC: "Das letztes Mal, dass ich im Olympiastadion gewesen bin, war der Abstieg. So nahe liegt Freud und Leid beieinander. Es ist ein unglaubliches Gefühl mit meiner Familie, meinen Freunden und den Fans im Rücken."
Auch der Ex-Berliner schwärmte von der besonderen Atmosphäre im Olympiastadion: "Ich hatte geisteskranke Gänsehaut am ganzen Körper – und sogar eine Träne im Auge, als wir zum Aufwärmen rausgegangen sind. Das war sehr emotional. Das hat uns brutal Energie gegeben."
Undav, Mittelstädt, Woltemade und Torwart Nübel haben nun allerdings nur wenige Tage frei, weil das Final Four mit der deutschen Nationalmannschaft am 4. und 8. Juni bevorsteht.
picture

Maxi Mittelstädt und Deniz Undav feiern den DFB-Pokalsieg mit dem VfB Stuttgart (4:2 im Finale gegen Arminia Bielefeld)

Fotocredit: Getty Images

VfB-Quartett zieht zur Nationalmannschaft weiter

"Ich glaube trotzdem: Heute können wir Vollgas geben", stellte Mittelstädt klar: "Wir haben noch ein paar Tage, bis wir zur Nationalmannschaft fahren. Wir werden uns nicht komplett in den Himmel schießen. Aber erst einmal können wir feiern."
Auch die Bielefelder wollten direkt nach dem Spiel die Saison würdigen, indem es mit der Familie noch ein Beisammensein gab. "Ich glaube, das stärkt uns auf jeden Fall", sagte Kania, als er von Eurosport gefragt wurde, was die Arminia aus der Pokal-Erfahrung mitnimmt.
"Ich glaube, man hat daran gesehen, dass man mit Intensität, Mentalität und Kampf jeden schlagen kann – egal, wer der Gegner ist. Ob nun Leverkusen, Freiburg oder Hannover." Nur gegen den VfB hat es eben nicht geklappt.
picture

Napoli-Tifosi in Ekstase: "Als hätte ich ein Kind bekommen"

Quelle: Perform


Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung