Drei Dinge, die bei FC Bayern vs. RB Leipzig im Viertelfinale auffielen: Das Ende der Münchner DFB-Pokal-Misere
Update 12/02/2026 um 01:21 GMT+1 Uhr
Der FC Bayern München hat mit dem 2:0 gegen RB Leipzig das Halbfinale im DFB-Pokal erreicht. Die Gäste bereiteten Harry Kane & Co. in der 1. Halbzeit große Probleme, dann allerdings setzte sich die Qualität des FC Bayern durch. Für den entscheidenden Impuls sorgten nicht zuletzt zwei Abwehrspieler. Die Leipziger bekamen trotz guter Leistung harte Worte zu hören. Drei Dinge, die auffielen.
Kompany: "Ich nehme niemandem den Traum"
Quelle: Perform
Der FC Bayern München steht erstmals seit dem Jahre 2020 wieder im Halbfinale des DFB-Pokals.
Die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany setzte sich in der heimischen Arena mit 2:0 (0:0) gegen RB Leipzig durch. Harry Kane sorgte in der 64. Minute per Foulelfmeter für den Führungstreffer. Nur drei Minuten später erhöhte Luis Díaz auf 2:0.
Sportvorstand Max Eberl gab sich zufrieden: "Wir sind in allen drei Wettbewerben dabei. Darauf sind wir extrem stolz."
Drei Dinge, die bei FC Bayern vs. RB Leipzig auffielen.
1. Kurze Unaufmerksamkeit und ein Mentalitätsproblem
RB Leipzig hat in dieser Saison schlechte Erfahrungen mit dem FC Bayern gemacht. Zum Bundesliga-Auftakt gingen sie mit 0:6 in München unter. Mitte Januar spielten die Roten Bullen eine starke erste Halbzeit und verloren dennoch mit 1:5.
Dementsprechend konzentriert gingen sie das erneute Aufeinandertreffen an – und kombinierten taktische Disziplin mit Spielfreude. Insbesondere Yan Diomande bereitete der Hintermannschaft des FC Bayern Probleme. Linksverteidiger Alphonso Davies hatte mehrfach das Nachsehen.
Beeindruckend, wie Diomande in der 4. Minute gleich vier Gegenspieler umdribbelte, ehe er den Ball für Christoph Baumgartner vorlegte. Der Österreicher knallte den Ball zwar ins Tor, stand aber bei der Ballübergabe minimal im Abseits.
Der FC Bayern hatte in der 1. Halbzeit 66 Prozent Ballbesitz, dafür aber gewann Leipzig 58 Prozent der Zweikämpfe. Die Taktik der Gäste: Sie verteidigten hoch, zogen sich dann aber schnell in ihre Grundordnung zurück, sodass Bayern wenig Räume im gegnerischen Drittel fand.
Diese Taktik wurde nur in der 63. Minute vernachlässigt, als Leipzig nach einem Freistoß (Romulo traf die Latte, hätte aber im Abseits gestanden) nicht schnell genug in die Grundordnung zurückkam.
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Harry Kane traf per Strafstoß zur Bayern-Führung
Fotocredit: Getty Images
Es war ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit, der bitter bestraft wurde. Plötzlich konnte Josip Stanisic frei auf das gegnerische Tor zulaufen und wurde regelwidrig von RB-Torwart Maarten Vandevoordt zu Fall gebracht. Elfmeterschütze Kane ließ sich diese Gelegenheit nicht entgehen.
Durch den Rückstand musste Leipzig offensiver agieren – und wurde postwendend bestraft. Michael Olise bediente Diaz, der Leipzig-Verteidiger Willi Orban abhängte, dadurch frei vor dem Tor stand und den Ball ins Netz beförderte.
Red-Bull-Boss Oliver Mintzlaff gab trotz ordentlicher Leistung bei der "ARD" harte Worte von sich. Seiner Mannschaft fehle "ein Stück weit die Mentalität. Ich muss sagen, dass ich die Mannschaft in die Pflicht nehme, auch für die letzten Bundesligaspiele. Was wir gegen St. Pauli gezeigt haben, gegen Mainz, auch jetzt der glückliche Sieg gegen Köln – das ist zu wenig. Wenn du in die Champions League willst, brauchst du Mentalität über 90 Minuten."
Im Nachgang gab er sich dennoch versöhnlich: "Das hat mir heute trotz der Niederlage gut gefallen."
2. Verteidiger sorgen für offensive Impulse
Die Offensivspieler des FC Bayern fanden über 60 Minuten kaum Durchkommen. In solchen Phasen kann es hilfreich sein, wenn andere Akteure vorne für Impulse sorgen. Der Führungstreffer war ein Paradebeispiel dafür.
Dayot Upamecano bediente mit einem langen Ball in die Spitze nicht etwa Kane oder Olise, sondern Rechtsverteidiger Josip Stanisic, der dadurch alleine auf das Tor zulief und den Elfmeter herausholte.
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Josip Stanisic holte für Bayern einen Elfmeter raus
Fotocredit: Getty Images
"Das ist eine Stärke unserer Außenverteidiger", erklärte Trainer Vincent Kompany bei "Sky". "Man muss bereit sein, diesen Laufweg zu machen. Das ist nicht einfach. Aber die können das und sind immer wieder gefährlich. Stanisic war schon in der 1. Halbzeit einmal sehr gefährlich und kam ins Eins-zu-Eins gegen den Torwart – und er ist nicht der Einzige. Wir unterstützen das."
Dies war der sprichwörtliche Dosenöffner, denn danach konnten die Offensivspieler glänzen: Kane bei dem verwandelten Elfmeter, Olise und Díaz beim Treffer kurz darauf.
3. Bayerns Pokal-Misere endet
In den vergangenen fünf Spielzeiten scheiterte Bayern im Pokal stets früh. Und das oftmals unter kuriosen Umständen: Niederlage im Schneesturm von Kiel, 0:5-Desaster gegen Borussia Mönchengladbach, Blamage gegen den Drittligisten 1. FC Saarbrücken – um drei Beispiele zu nennen.
Ein weiteres Pokal-Aus hätte die Grundstimmung in München getrübt. Umso wichtiger, gegen die disziplinierten Leipziger nicht die Geduld zu verlieren. Nach einer schwierigen 1. Halbzeit dominierten der Rekordchampion den zweiten Durchgang und ließen kaum noch Chancen zu. Der X-Goals-Wert von 3,1 zu 0,55 unterstreicht, dass der Sieg verdient war.
"Wir hatten einen klaren Plan", sagte Manuel Neuer. "Wir wussten gerade in der 2. Halbzeit: Je später das Spiel wird und je mehr wir Leipzig unter Druck setzen, desto mehr bekommen wir unsere Chancen und können das Spiel für uns entscheiden. Wichtig war, dass wir die Null halten. Wir haben das erwachsen zu Ende gespielt."
ARD-Experte Bastian Schweinsteiger fasste zusammen: "Leipzig hat 50, 60 Minuten gezeigt, dass sie mithalten können. Aber eine Top-Mannschaft wie dem FC Bayern reichen eben zehn Minuten, in denen sie das Spiel entscheiden können. Das ist der feine Unterschied zwischen Bayern München und Leipzig."
Der Ex-Bayern-Spieler lobte: "Man sieht die Qualität, die diese Mannschaft hat. In der Bundesliga haben sie 79 Tore nach 21 Spielen erzielt. Die Offensivstärke ist einzigartig. Wenn sie auch gegen den Ball immer gut verteidigen, ist in dieser Saison wirklich viel drin."
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"Habe gesagt, wir reden": Eberl ordnet Kane-Thema ein
Quelle: Perform
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