Drei Dinge, die beim BVB gegen Bayer Leverkusen auffielen: Der Dortmund ist nicht mal im DFB-Pokal reift für den Titel

Borussia Dortmund hat seine einzige realistische Titelchance in dieser Saison durch eine 0:1-Heimniederlage im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Bayer Leverkusen verspielt. BVB-Trainer Niko Kovac traf falsche Entscheidungen bei der Aufstellung, konnte sich aber auch nicht auf seine Führungsspieler verlassen. Derweil gelang der Werkself abermals ein großer Triumph auf großer Bühne.

Kovac über Pokal-Aus: "Enges Spiel wie vor drei Tagen"

Quelle: Perform

Ibrahim Maza hat Borussia Dortmund die Adventszeit mit seinem Siegtreffer (34.) zum 1:0-Sieg von Bayer Leverkusen im DFB-Pokal-Achtelfinale gehörig verdorben.
Die erste und wohl auch letzte Titelchance für den BVB ist futsch. "Das tut extrem weh und ich bin auch extrem niedergeschlagen", sagte Verteidiger Nico Schlotterbeck in der "ARD".
Während Leverkusen sich für die Bundesligapleite vergangenen Samstag (1:2) revanchierte, waren die Dortmunder im bislang wichtigsten Spiel der Saison nicht auf der Höhe.
Drei Dinge, die am Dienstag bei Dortmund - Leverkusen auffielen.

1. Kovac verzockt sich bei der Aufstellung

Im Vergleich zum Sieg in der Liga veränderte BVB-Trainer Niko Kovac seine Startelf auf vier Positionen. Emre Can, Jobe Bellingham, Carney Chukwuemeka und Fabio Silva lösten Aaron Anselmino, Marcel Sabitzer, Julian Brandt und Serhou Guirassy ab.
Kovac begründete die Rotation damit, ein "bisschen Frische" reinbringen zu wollen. Doch insbesondere der Verzicht auf Guirassy kam überraschend.
Vertreter Silva hatte eine gute Szene, als er kurz vor der Pause mit einem Pass eine Großchance von Karim Adeyemi einleitete, ansonsten blieb er wirkungslos. Da auch von Chukwuemeka wenig zu sehen war, kamen die Bemühungen in der BVB-Offensive einer One-Man-Show des sehr aktiven Adeyemi gleich.
Guirassy, mit 13 Scorerpunkten in 18 Pflichtspielen mit Abstand Dortmunds gefährlichster Stürmer, schmorte 67 Minuten auf der Bank, ehe er den in der zweiten Halbzeit quasi unsichtbaren Silva ersetzte.
Da der BVB gegen Spielende und dem drohenden Pokalaus vor Augen immer hektischer wurde, bekam Guirassy keine vernünftigen Bälle serviert.
Und Bellingham? Der verspielte eine weitere Chance in der Startelf und entpuppt sich immer mehr als Fehlgriff. Der Engländer hatte seine auffälligste Aktion, als er Alejandro Grimaldo in die Hacken trat und dafür die Gelbe Karte sah (71.).

2. BVB vergeigt bis dato wichtigstes Spiel der Saison

Die Ansage von Lars Ricken auf der emotionalen Jahreshauptversammlung des BVB am 23. November war unmissverständlich. "Wir sollten auch mal wieder zeigen, dass wir titelreif im DFB-Pokal sind, liebe Mannschaft. Mein besonderer Wunsch als Borusse und gebürtiger Dortmunder ist, dass unser zukünftiger Präsident Aki Watzke am Ende der Saison den DFB-Pokal in den Händen halten kann", hatte der Geschäftsführer Sport gefordert.
Ricken bekam nur neun Tage später eine ernüchternde Antwort: Die "liebe Mannschaft" ist nicht titelreif - auch nicht im DFB-Pokal, dem kürzesten Trophäenweg.
Außer am Ende der ersten Halbzeit, als Adeyemi zwei gute Torchancen nicht nutzen konnte, gelang es den Dortmundern zu keinem Zeitpunkt, die stabile Defensive der Leverkusener ernsthaft in die Bredouille zu bringen. Viele Angriffe blieben Stückwerk, klare Aktionen waren vor allem nach der Pause nicht erkennbar.
Kapitän Emre Can merkte an, "dass uns vielleicht die letzte Gier gefehlt hat, das Tor machen zu wollen." Kovac wollte diese These nicht stehen lassen. "Das sehe ich überhaupt nicht so. Wir hatten genug Torchancen und wollten das Ding vor allem in der ersten Halbzeit ziehen", sagte der Coach in der "ARD".
Als es in die Crunchtime ging, ließ der BVB aber vieles vermissen, was es benötigt, ein K.o.-Spiel noch auf seine Seite zu ziehen. Keine Wucht, keine gewonnenen zweiten Bälle, kein Druck und sei es notfalls durch unzählige Flanken aus dem Halbfeld.
"Wir haben ein ordentliches Spiel gemacht", sagte Schlotterbeck. Das klang für ein K.o.-Spiel gegen einen guten Gegner fast schon nach einer Bankrotterklärung.
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Schmorte 67 Minuten lang auf der Bank: Serhou Guirassy

Fotocredit: Getty Images

3. Bayer angelt sich den nächsten großen Fisch

2:7 gegen Paris Saint-Germain, 0:3 beim FC Bayern - in den ersten beiden Spielen gegen große Gegner kam Leverkusen gehörig unter die Räder und rannte dabei gegen PSG naiv ins Verderben.
Doch die Arbeit von Trainer Kasper Hjulmand mit seiner Mannschaft macht sich immer mehr bezahlbar. Vier Tage nach der Klatsche in München gewann die Werkself im Hexenkessel Estadio da Luz 1:0 gegen Benfica Lissabon.
Der große Coup gelang gleich am nächsten Spieltag der Champions League: 2:0 bei Manchester City - ein völlig verdienter Sieg für eine junge, aber beeindruckend abgezockte Bayer-Elf.
Und auch den Dämpfer von der Ligapleite gegen Dortmund machte Bayer am Dienstagabend gleich wieder wett. Hjulmand lässt die jungen Wilden wie Maza, Ernest Poku oder Chrstian Kofane regelmäßig von der Leine, setzt aber auch auf Erfahrung und hat infolgedessen Jonas Hofmann erfolgreich reintegriert.
In Dortmund musste Leverkusen nach Angaben von Robert Andrich "zwar viel leiden, aber wir hatten auch Spaß dabei". Während der BVB den Pokalsieg schon abhaken muss, fehlen Leverkusen nur noch zwei Siege zum Finale in Berlin.
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Guardiola-Nachfolger? Kompany äußert sich zu seiner Zukunft

Quelle: Perform


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