Drei Dinge, die beim FC Bayern im Pokal in Köln auffielen: Ein bisschen Bayern-Dusel muss auch mal sein

Der FC Bayern München setzt mit dem 4:1 (2:1) im DFB-Pokal beim 1. FC Köln seine Erfolgsserie fort. Der FC beweist dabei allerdings, dass man die Münchner zumindest zeitweise vor Probleme stellen kann. Am Ende brauchen die Gäste auch ihr berüchtigtes "Bayern-Dusel", um zu triumphieren. Dass Harry Kane erneut doppelt trifft, fällt derweil nicht mal mehr seinem Trainer auf. Was uns auffiel.

Kompany lobt Ruhe: "Das liebe ich an unserer Mannschaft"

Quelle: Perform

Für den FC Bayern war der Auftritt beim 1. FC Köln schon ein echter Gradmesser - schließlich waren die Münchner in den vergangenen fünf Jahren dreimal in der zweiten DFB-Pokal-Runde gescheitert.
Dass es am Mittwochabend in Köln anders lief, hatte viele Gründe; einer davon war eine klare Leistungssteigerung der Gäste nach dem Rückstand durch Ragnar Ache (31.).
Denn Bayern hatte schnell die richtige Antwort parat: Luis Diaz (36.) und Harry Kane (38.) sorgten noch vor der Pause für die Führung, in der zweiten Hälfte schossen Kane (64.) und Michael Olise (72.) den standesgemäßen Sieg heraus.
Drei Dinge, die uns in Köln auffielen.

1.) Köln ärgert Bayern – aber nur 30 Minuten

Verkehrte Welt in Halbzeit eins: Von der gewohnten Bayern-Dominanz war in der ersten halben Stunde wenig zu sehen. Vielmehr war es den Glanztaten von Torwart Jonas Urbig zu verdanken, dass der deutsche Rekordmeister nicht früher in Rückstand geriet: In der 11. Minute parierte er stark gegen Isak Bergmann Johannesson, fünf Minuten später gegen Ragnar Ache.
In der 30. Minute war der Keeper dann chancenlos: Nach einer Ecke setzte sich Ache in der Luft gegen Dayot Upamecano durch und köpfte ein. Das 1:0 für die Gastgeber war vor allem eines: hochverdient.
Sogar Bayern-Trainer Vincent Kompany lobte später: "Köln hat heute alles gebracht, was man für ein Pokalspiel braucht. Sie waren mutig, aber wir haben den Kampf auch genossen." Köln hatte bis zum Führungstreffer zwar nur 36 Prozent Ballbesitz, gewann aber 65 Prozent der Zweikämpfe und hatte die besseren Chancen. Auch das Eckenverhältnis sprach vor der Pause mit 5:3 klar für Köln.
"In der ersten Halbzeit waren sie die bessere Mannschaft", bekannte auch "ARD"-Experte Bastian Schweinsteiger: "Aber wenn du gegen Bayern München im Eins-gegen-Eins hoch verteidigst, gibt es Räume, die die Bayern ausnutzen. Und das haben sie getan."
picture

Harry Kane jubelt über sein 2:1 für den FC Bayern München im DFB-Pokal 2025/26 beim 1. FC Köln

Fotocredit: Getty Images

Dadurch drehte sich das Momentum - schon vor dem Pausentee. "Bitter, dass wir mit 1:2 in die Pause gehen", meinte FC-Keeper Ron-Robert Zieler zum Bayern-Doppelschlag in Minute 36 und 38 durch Luis Díaz und Harry Kane.
Je höher der Kräfteverschleiß beim FC, desto mehr konnten die Bayern die Kölner auseinanderspielen. In der 53. Minute leistete sich Said El Mala einen Fehlpass, als alle zehn Feldspieler von Köln im gegnerischen Drittel standen - beste Voraussetzungen für einen Konter. Díaz ließ diese 100-prozentige Torchance aber noch ungenutzt.
Nach Kanes eher schmucklosem Kopfballtreffer nach einer Ecke zum 3:1 (64.) leistete sich der FC erneut einen Ballverlust im gegnerischen Drittel und Olise vollendete den Konter zum 4:1 (72.) - Game over. Und doch zeigte Köln zumindest in den ersten 30 Minuten, dass der FC Bayern mit einer riskanten Spielweise vor Probleme gestellt werden kann.

2.) Kane wird schon gar nicht mehr an Toren gemessen

Es gibt Dinge, die sind so normal, dass man sie schon gar nicht mehr bemerkt - zum Beispiel Tore von Harry Kane. So erzählte Trainer Kompany nach der Partie grinsend: "Ich habe am Ende des Spiels gefragt: 'Hat Harry getroffen heute?!'"
"Ja, zwei Tore", bekam er prompt als Antwort. Ein schöner Fauxpas. "Man merkt das manchmal nicht, weil er so viele andere Dinge macht für die Mannschaft", erklärte der Bayern-Coach seinen kleinen "Aussetzer" mit einem Lachen.
Besonders stark war Kanes Treffer zum 2:1, weil der Engländer den Ball aus der Drehung heraus mit links um Keeper Zieler ins lange Eck zirkelte - nicht nur für Schweinsteiger ein "Weltklasse-Tor". "Es gibt nicht so viele, die aus der Drehung heraus mit dem vermeintlich schwachen Fuß den Ball da oben reinkacheln", lobte auch Köln-Trainer Lukas Kwasniok.
Nach 14 Pflichtspielen hat Kane nun schon 22 Tore auf dem Konto. Das kann man schon mal bemerken.
picture

Fußball: Harry Kane (Nr. 9/FC Bayern München) trifft in der 2. Runde des DFB-Pokals beim 1. FC Köln zum 2:1

Fotocredit: Getty Images

3.) Ein bisschen Bayern-Dusel muss auch mal sein

Es gibt keinen Zweifel daran, dass Bayern das Spiel verdient gewann. Und doch hatte der Rekordmeister etwas, was er in den vergangenen Wochen selten brauchte: Bayern-Dusel!
Der Abstauber-Treffer von Luis Díaz zum 1:1 hätte zum Beispiel gar nicht zählen dürfen, weil der Kolumbianer aus dem Abseits heraus traf. Doch in der 2. Runde des DFB-Pokals gibt es keinen Videoschiedsrichter, um eine Fehlentscheidung zu korrigieren. "Das ist extrem bitter, weil es noch nicht mal knapp war", meinte Kölns Marius Bülter bei "Sky" sauer.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit hätte dann beim Stand von 1:2 ein Handspiel von Olise mit Elfmeter geahndet werden können. Doch auch dies übersahen die Unparteiischen. Wie Aleksandar Pavlovic Zieler vorm 1:3 im Fünfmeterraum mit den Armen "bearbeitete", wurde auch schon mal abgepfiffen. Und vor dem 1:4 wähnten einige FC-Fans und -Spieler den Ball vor Olise zudem im Seiten-Aus, was er jedoch nicht war.
Dass der Schuss von Linton Maina in der 87. Minute vom Innenpfosten zurück ins Feld statt ins Tor sprang, passte komplett ins Bild. Im Einzelnen waren es alles keine spielentscheidenden Szenen, in Summe aber: das Glück des Tüchtigen.
Glück, dass auch der FC nach dem bitteren 0:1 bei Borussia Dortmund am Wochenende mal wieder gebrauchen könnte. Dennoch gab sich Kwasniok als guter Verlierer. So meinte der Kölner Trainer: "Früher oder später, so ehrlich muss man sein, hätten sie uns einfach erdrückt. So ist der FC Bayern."
picture

Fluch und Segen: Ist Manchester City zu abhängig von Haaland?

Quelle: Perform


Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung