Drei Dinge, die im DFB-Pokal-Achtelfinale zwischen Union Berlin und dem FC Bayern auffielen: Kompany dreht die Zeit zurück

Der FC Bayern steht im Viertelfinale des DFB-Pokals. Bei Union Berlin tat sich der souveräne Bundesliga-Tabellenführer jedoch erneut enorm schwer und ging letztlich sogar etwas glücklich als Sieger vom Platz. Aleksandar Pavlovic avancierte trotz nur 49 Minuten Spielzeit zum heimlichen Matchwinner, Vincent Kompany zeigte seine raue Seite und Union bleibt Bayerns härteste Aufgabe. Was uns auffiel.

"Stolz auf die Jungs": FC Bayern kämpft sich ins Pokal-Viertelfinale

Quelle: Eurosport

Die kollektive Erleichterung nach dem 3:2 (3:1)-Pokalsieg des FC Bayern im Achtelfinale bei Union Berlin spiegelte sich vor allem in Joshua Kimmichs Reaktion wider.
Mit weit aufgerissenem Mund und geballten Fäusten brüllte der Aggressive Leader seine Emotionen in Richtung Fankurve. In der Bundesliga war der Rekordmeister am 10. Spieltag (2:2, 1:1) an der Alten Försterei noch ohne Sieg geblieben - umso wichtiger war der hart erkämpfte Erfolg im Pokal am Mittwochabend.
"Das Wichtigste ist, dass wir weiter sind. Wir wussten, dass es nicht leicht wird", brachte Konrad Laimer die Lage in den Katakomben treffend auf den Punkt.
Ilyas Ansahs Eigentor (12.) und Harry Kane (24.) hatten die Bayern zwar früh auf Kurs gebracht, doch Union verkürzte zweimal per Elfmeter und ließ den Favoriten vor allem nach der Pause mächtig ins Schwitzen geraten.
Drei Dinge, die beim spektakulären Pokalduell auffielen.

1.) Die Schlitzohrigkeit des Herrn Pavlovic

Betrachtet man nur die Entstehung der ersten beiden Bayern-Tore, könnte man versucht sein, Union-Keeper Frederik Rönnow die Hauptschuld zuzuschieben. Doch ein genauerer Blick offenbart: Ohne Aleksandar Pavlovic, dieses fußballerische Schlitzohr, wäre kein Treffer gefallen.
Beide Tore entstanden nach Eckbällen von der linken Seite, mustergültig von Joshua Kimmich in den Fünfmeterraum gezirkelt – und beide Male war Pavlovic der entscheidende Störfaktor. Seine Aufgabe: Rönnow aus dem Rhythmus bringen und im Strafraum Verwirrung stiften. "Wir haben wie jede Mannschaft ein Konzept, wo man Blocks setzt – natürlich ohne Foul. Du musst so im Weg stehen, dass du es dem Torwart und den Verteidigern schwer machst", erklärte Konrad Laimer im "ZDF".
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Joshua Kimmich bejubelt den Viertelfinaleinzug im DFB-Pokal mit dem FC Bayern

Fotocredit: Getty Images

Vor dem 1:0 positionierte sich Pavlovic so clever, dass Rönnow die Orientierung verlor und der Ball schließlich von Ilyas Ansahs Oberschenkel ins eigene Netz sprang. Vor dem 2:0 durch Harry Kane drängte Pavlovic den Keeper am Rande der Legalität aus dessen Hoheitsgebiet, sodass Kane unbedrängt einköpfen konnte.
Bitter nur: In der 49. Minute musste Pavlovic ohne Gegnereinwirkung verletzt raus – zwar aus eigener Kraft, aber sichtbar angeschlagen. Sein heimlicher Matchwinner-Status blieb dennoch unangetastet.

2.) Kompany dreht die Zeit zurück

Eine Zahl passte so gar nicht zum FC Bayern 2025/26: 73,5 Prozent Passquote. So fehlerhaft wie am Mittwochabend in Köpenick erlebt man den sonst so dominanten Rekordmeister nur äußerst selten.
Dass es dennoch zum Sieg und zum ersten Einzug ins Pokal-Viertelfinale nach drei Jahren Durststrecke reichte, lag neben etwas Glück und individueller Klasse vor allem an einer Eigenschaft, die auch Topteams brauchen: Kampfgeist.
"Die zweite Halbzeit war eine Kampf-Halbzeit. Ich habe das als Spieler selbst erlebt – das gehört dazu", sagte ein sichtlich zufriedener Vincent Kompany im "ZDF". An der Seitenlinie zeigte der Coach eine Version seiner selbst, die stark an seinen früheren Spielertyp erinnerte.
Zum Abwehrhaudegen wurde er besonders nach dem Elfmeterpfiff in der 56. Minute. Kane hatte Diogo Leite im Luftduell mit dem Ellenbogen im Gesicht getroffen, Schiedsrichter Martin Petersen zeigte sofort auf den Punkt. Kompany widersprach deutlich: "Für mich ist das kein Elfmeter. Es ist ein physisches Spiel, der Gegner hat die Arme in der gleichen Position wie Harry – nur eben 30 Zentimeter tiefer. Nicht alles im Gesicht ist ein Foul."
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Vincent Kompany beschwert sich bei Schiedsrichter Martin Petersen

Fotocredit: Getty Images

Während der Partie hatte Kompany seine Meinung etwas zu nachdrücklich kundgetan und Gelb gesehen – "wahrscheinlich schon" zurecht, wie der sonst besonnene Belgier einräumte. "Wir müssen der Mannschaft auch von außen helfen. Ich will die Gelbe nicht bekommen und will immer respektvoll bleiben. Ich habe da reagiert wie ein alter Verteidiger."
Dass seine Mannschaft an einem spielerisch schwachen Abend über den Kampf zum Sieg fand, dürfte ganz im Sinne des Defensivkünstlers gewesen sein.

3.) Union bleibt Bayerns härteste Aufgabe

Zweimal gastierte der FC Bayern in dieser Saison bereits an der Alten Försterei – und zweimal taten sich die sonst so dominanten Münchner extrem schwer. Was also hat Union, was den anderen Gegnern (Arsenal ausgenommen) fehlt?
"Wir haben es beide Male geschafft, an unser Limit zu gehen", erklärte Rani Khedira. "Wir haben sie immer wieder in Zweikämpfe verwickelt, sie in unangenehme Situationen gebracht, sodass sie auch mal mit dem Gesicht zum eigenen Tor verteidigen mussten." Am Ende stehe jedoch die ernüchternde Erkenntnis: Zweimal gut gespielt, zweimal nicht gewonnen. Khediras Fazit: "Es ist einfach unglücklich."
Wie bitter dieses Unglück war, zeigt ein Blick auf die Zahlen: 18:6 Torschüsse, davon 12:3 im Strafraum, ein Expected-Goals-Wert von 2,69 zu 0,74, dazu 24:9 Flanken. Dass sich die Köpenicker mit diesen Werten nicht wenigstens in die Verlängerung retteten, lag einzig an mangelnder Effizienz.
Die Bayern atmen tief durch – und nehmen neben dem Viertelfinalticket noch eine weitere Erkenntnis mit: An die Alte Försterei müssen sie in dieser Saison nicht mehr.
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Kovac über Pokal-Aus: "Enges Spiel wie vor drei Tagen"

Quelle: Perform


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