Drei Dinge, die im DFB-Pokal auffielen: VfB Stuttgart ringt SC Freiburg im Halbfinale nieder - Joker bringt die Wende

Der VfB Stuttgart hat nach einem dramatischen Geduldsspiel gegen den SC Freiburg das Endspiel im DFB-Pokal gegen den FC Bayern erreicht und darf von der Titelverteidigung träumen. Trainer Sebastian Hoeneß bewies mehrfach sein Händchen für die richtigen Wechsel und leitete damit die Wende ein. Die Gäste nehmen dagegen einen traurigen Helden mit nach Hause. Was uns im Pokal-Halbfinale auffiel.

Bilal El Khannouss nach dem Einzug ins Pokal-Finale mit dem VfB Stuttgart

Fotocredit: Imago

"Es ist ein Overload. Ich bin superhappy, es ist Wahnsinn", brach es nach 120 Minuten Pokal-Fight im Baden-Württemberg-Derby aus VfB-Trainer Sebastian Hoeneß heraus.
Das 2:1 (1:1, 0:1) nach Verlängerung gegen den SC Freiburg hat den schwäbischen Traum von der Titelverteidigung am Leben gehalten.
Im Finale von Berlin wartet nun der schwerstmögliche Gegner: Es geht gegen den FC Bayern (23. Mai ab 18:00 Uhr im Liveticker), der nach dem Triple aus Champions League, Meisterschaft und Cup-Erfolg strebt.
Allzu bange ist den Stuttgartern nicht. Schon vor dem Halbfinale hatte Hoeneß daran erinnert, dass es "grandios war, den Pokal in die Luft zu heben. Das wollen wir wieder haben." Der SC Freiburg muss indes nach dem verlorenen Endspiel von 2022 weiter auf den ersten Triumph im DFB-Pokal warten.
Drei Dinge, die beim Pokal-Halbfinale zwischen dem VfB und Freiburg auffielen:

1.) Gamechanger El Khannouss

63 Minuten lang verfolgte Bilal El Khannouss von der Bank, wie seine Teamkollegen Chancen vergaben, fast verzweifelt dem 0:1-Rückstand gegen die Gäste aus dem Breisgau hinterherliefen. Dann reagierte Trainer Sebastian Hoeneß und brachte den marokkanischen Nationalspieler für Nikolas Nartey. Mit El Khannouss begann ein neues Spiel in der MHP Arena.
Der Reservist strahlte Spielfreude und enormen Offensivdrang aus. Ganze sieben Minuten nach der Einwechslung narrte El Khannouss drei Gegenspieler per Körpertäuschung, zog das Tempo an und bediente Deniz Undav, der den Ausgleich erzielte. In der 103. Minute hatte der offensive Mittelfeldmann das 2:1 auf dem Fuß, einzig der unglaubliche Reflex von SC-Schlussmann Florian Müller verhinderte den Einschlag.
"Bilal war ein ganz wichtiger Impuls heute. Da kam noch mal ein richtiger Schwung, Spielwitz und eine Spielidee auf den Platz", lobte Hoeneß den 21-Jährigen.
Aber: Hoeneß bewies nicht nur mit El Khannouss ein exzellentes Händchen. Es war fast schon seherisch, wie der Coach wechselte. Zunächst brachte er Tiago Tomás in der Nachspielzeit (90.+1), dann Badredine Bouanani (118.) und Josha Vagnoman (119.) in der Verlängerung. Das Trio zahlte das Vertrauen zurück. Kurz vor dem Elfmeterschießen baute Vagnoman auf, schickte Bouanani über rechts - dessen Flanke veredelte Tomás per Hackentor. Die Arena kochte, das Finalticket war gebucht.

2.) Tor-Kontroverse in der Verlängerung

Die Verlängerung lief gerade einmal 35 Sekunden, da kam es zu der Szene, über die nach der Partie ganz Freiburg sprach: Nach einem Foul an Jan-Niklas Beste führte Maximilian Eggestein den Freistoß schnell aus, spielte Yuito Suzuki an, der Lucas Höler auf die Reise schickte. Der 31-Jährige überwand Alexander Nübel im VfB-Gehäuse. Die vermeintliche Führung für die Schuster-Auswahl.
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Freiburg-Profi Lucas Höler fassungslos: Das Tor im Pokal gegen den VfB wird aberkannt

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Schiedsrichter Tobias Welz entschied allerdings, dass Höler im Zweikampf mit Julian Chabot zu sehr gedrückt habe. Foul, lautete das Urteil des Unparteiischen. Konnte auf Freiburger Seite keiner nachvollziehen. "Ich finde, dass er diese Situation niemals wegpfeifen darf. Es kann mir auch keiner erzählen, dass der Video-Assisstent die zurücknimmt, wenn er durchlaufen lässt. Nie im Leben! Deshalb ist es schade, dass er da eingreift - großes Unverständnis", erklärte Freiburgs Torschütze Eggestein in der "ARD".
Torhüter Müller sprach von "einem regulären Tor, das abgepfiffen wird". Trainer Schuster pflichtete seinen Spielern bei. "Das ist kein Foul, das tut weh", betonte der 41-Jährige. "Ich weiß nicht, warum man das abpfeifen muss. Das ist hart in einem Halbfinale des DFB-Pokals."

3.) Freiburgs trauriger Held

Wie bei seinen Einwechslungen bewies Schuster auch zwischen den Pfosten ein grandioses Gespür für den Moment, für die Partie. Anstelle der eigentlichen Nummer eins, Noah Atubolu, baute er auf Florian Müller. Ein Schachzug, der im Freiburger Kosmos für Aufsehen gesorgt hatte - den nach den 120 Minuten von Stuttgart aber niemand infrage stellen wird.
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Freiburg-Keeper Florian Müller pariert gegen Stuttgarts Bilal El Khannouss

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Denn: Müller wuchs über sich hinaus, reihte Weltklasseparaden aneinander. So wie in der 103. Minute, als er aus kurzer Distanz gegen El Khannouss den linken Arm hochriss und den Ball sensationell um den Pfosten lenkte. Es war sein Verdienst, dass die Gäste überhaupt in die Verlängerung kamen. In der vierten Minute der Nachspielzeit zog Undav zentral aus etwa elf Metern ab, fand seinen Meister aber in Müller.
Der 28-Jährige habe seine Klasse "bestätigt", so Schuster. Ich habe es im Vorfeld schon gesagt: Wie er trainiert, wie er sich verhält, das löst in der Mannschaft etwas aus." Es sei "kein Zufall, dass er diese Leistung heute gezeigt" habe.
Neutralen Fußball-Romantikern hätte es gefallen, wenn die Müller-Geschichte bis ins Elfmeterschießen fortgeschrieben worden wäre - gerne mit einem Happy End für die Nummer zwei im Tor der Freiburger. Es kam anders. Müller wurde ein trauriger Pokal-Held - oder wie er selbst ausdrückte: "Es ist brutal enttäuschend."
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Erstmals seit 2020: Bayern macht Einzug ins Pokalfinale perfekt

Quelle: SID


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