Drei Dinge, die bei Borussia Dortmund - FC Bayern auffielen: Nathaniel Brown macht aus Zehner-Experiment eine Ansage

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Der FC Bayern hat den Franz Beckenbauer Supercup bei Borussia Dortmund gewonnen und den ersten Titel der Saison geholt. Beim 2:1 (2:0) im Signal Iduna Park zeigte die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany schon wieder viel von ihrer alten Selbstverständlichkeit. Doch auch der BVB deutete mit seinen Neuzugängen an, dass fortan mehr Fantasie im Spiel sein könnte. Drei Dinge, die auffielen.

Nathaniel Brown wusste bei seinem Pflichtspiel-Debüt für die Bayern zu überzeugen

Fotocredit: Getty Images

Der erste Titel der Saison geht an den FC Bayern. Im "Franz Beckenbauer Supercup" setzte sich der deutsche Meister im Signal Iduna Park mit 2:1 gegen Borussia Dortmund durch und erwischte damit einen erfolgreichen Start in die Saison 2026/27.
Nathaniel Brown brachte die Münchner in der 28. Minute nach Vorarbeit von Michael Olise in Führung, kurz vor der Pause erhöhte Olise selbst (45.+1).
Lange wirkte Bayern reifer, eingespielter und gefährlicher als der BVB. Die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany ließ den Ball sauberer laufen und setzte mit Brown auf der Zehn einen überraschenden taktischen Reiz. Dortmund dagegen begann zwar mutig, leistete sich im Aufbau aber zu viele Ungenauigkeiten.
Nach der Pause änderte sich das Bild etwas. Der BVB wurde engagierter, die Neuzugänge Konstantinos Karetsas und Giannis Konstantelias sorgten für mehr Spielwitz und neue Energie. Fabio Silva verkürzte in der 75. Minute nach einem starken Angriff über die linke Seite auf 1:2, in der Nachspielzeit vergab Maximilian Beier sogar die große Chance zum Ausgleich.
Drei Dinge, die auffielen.

1.) Bayern-Maschine dreht schon wieder auf

Beim FC Bayern reichte die Leistung zum ersten Titel der Saison. Und über weite Strecken auch zu einem ziemlich klaren Eindruck: Diese Mannschaft braucht keine lange Anlaufzeit. Vor allem in der ersten Halbzeit wirkten die Münchner so, als hätten sie dort weitergemacht, wo sie vor der Sommerpause aufgehört hatten. Der Ball zirkulierte sauber, die Abstände passten, die Abläufe wirkten deutlich reifer als beim BVB.
Besonders auffällig war dabei die Mischung aus Kontrolle und plötzlicher Beschleunigung. Bayern musste nicht dauerhaft ins höchste Tempo gehen, um gefährlich zu werden. Oft genügte ein präziser Pass, eine Verlagerung, ein Tempowechsel. Beim 1:0 zeigte sich genau diese Qualität: Joshua Kimmich öffnete das Spiel mit einem langen Ball auf Michael Olise, der sich auf rechts durchsetzte und Brown bediente.
Beim 2:0 profitierte Olise dann von einem Dortmunder Fehler, bestrafte diesen aber mit jener Selbstverständlichkeit, die große Mannschaften auszeichnet. Auch Harry Kane spielte wieder eine Rolle, die weit über den klassischen Strafraumstürmer hinausging. Der Engländer ließ sich immer wieder tief fallen, half im Aufbau, band Gegenspieler und öffnete Räume für nachrückende Mitspieler. Gerade im Zusammenspiel mit Brown entstand daraus eine interessante Dynamik. Kane war Verbindungsspieler und Taktgeber.
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Der FC Bayern hat sich den Supercup gesichert

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Doch so überzeugend Bayern in der ersten Hälfte wirkte, so deutlich zeigte die zweite Halbzeit auch, dass noch nicht alles fertig ist. Nach der Pause fehlte phasenweise das Tempo, die letzte Konsequenz und vielleicht auch ein wenig die Kraft.
Die Münchner blieben gefährlich, aber sie beruhigten das Spiel nicht mehr so souverän, wie es möglich gewesen wäre. "Ein großer Sieg zum Start in die Saison. In der ersten Hälfte waren wir exzellent, da hätten wir 3:0 führen können. Wir mussten am Ende ruhig bleiben und den Vorsprung verteidigen", bilanzierte Kane bei "Sky".
Ein drittes Tor hätte die Partie tatsächlich wohl schon früher entschieden, stattdessen ließ Bayern Dortmund zurück ins Spiel kommen. Das Anschlusstor war eine Folge nachlassender Münchner Konsequenz. In der Schlussphase häuften sich kleinere Unkonzentriertheiten, die Abstimmung passte nicht mehr in jeder Situation. Dass Maximilian Beier in der Nachspielzeit die große Chance zum Ausgleich vergab, gehörte aus Bayern-Sicht ebenfalls zur Wahrheit dieses Supercups.
"Es war klar, dass wir das Ding holen wollen. Wir haben als Team alles reingehauen, aber wir wissen auch, dass wir noch besser sein können. Wir sind hungrig!", stellte Jonathan Tah klar. Am Ende stand trotzdem ein verdienter Sieg. Mit 10:3 Torschüssen sendete Bayern ein Signal an die Liga, weil die Qualität sofort wieder sichtbar war. "Es war eine sehr gute erste Halbzeit, in der zweiten Halbzeit mussten wir kämpfen. Das haben wir gemacht. Die Mentalität bleibt stark in der Mannschaft", resümierte Kompany.

2.) Brown macht aus Experiment eine Ansage

Ein Außenverteidiger auf der Zehn? Kompany musste schon vor dem Spiel grinsen, als er auf diesen Coup angesprochen wurde.
Nach dem Spiel ging er direkt zu ihm und umarmte ihn. Danach grinste Brown. Wie richtig Kompany mit diesem Experiment lag, zeigte sich schnell. Brown bewegte sich immer wieder clever zwischen den Linien, suchte die Tiefe und rückte ganz nach vorne, wenn Harry Kane sich fallen ließ. Dieses Wechselspiel war eine interessante Neuerung im Bayern-Spiel. ”Nene” Brown besetzte genau jene Zonen, die Dortmund nicht sauber kontrolliert bekam.
Das 1:0 war deshalb kein Zufallsprodukt, sondern passte perfekt zum Auftritt des Neuzugangs. Vor allem aber sagte Browns Rolle viel über Kompanys Ansatz aus. Der Bayern-Trainer denkt nicht starr in Positionen, sondern in Fähigkeiten. Brown wurde nicht einfach irgendwo eingesetzt, sondern bekam eine Aufgabe, die zu seinen Stärken passte: Dynamik, Tiefenläufe, Präsenz im Strafraum, Torgefahr.
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Nathaniel Brown hatte erheblichen Anteil am Supercup-Erfolg des FC Bayern

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Aus einem vermeintlichen Experiment wurde so eine echte Ansage. "Mit seinem Tor war er plötzlich da. Er ist ein sehr intelligenter und variabler Spieler", erkannte Teamkollege Kimmich an. Natürlich wird sich erst zeigen müssen, ob diese Rolle auch gegen andere Gegner und über längere Phasen trägt.
Doch zum Saisonstart im Supercup lieferte Brown einen Auftritt, der hängen bleibt. "Er ist unfassbar gut zwischen den Räumen, das hat uns geholfen", lobte Kompany. Bayern hat nicht nur den nächsten flexiblen Spieler im Kader entdeckt, sondern auch eine neue offensive Option - gerade mit Blick auf die Belastungssteuerung von Jamal Musiala und den noch leicht angeschlagenen Ismail Saibari.

3.) BVB noch unfertig, aber der Reiz ist da

Bei Borussia Dortmund war es lange ein Spiel der Widersprüche. Einerseits begann der BVB mutig, mit aggressivem Anfangspressing und einer interessanten Grundidee. Auffällig dabei die Rollenverteilung auf den Außenbahnen: Svensson und Ryerson agierten quasi spiegelverkehrt, auf den ersten Blick fast auf der falschen Seite. Dahinter steckte aber erkennbar der Versuch, mehr Zug ins Zentrum zu bekommen - als Gegenentwurf zu manch vorhersehbarem Flügelspiel der vergangenen Saison.
Andererseits zeigte sich schnell, wie viel Arbeit noch vor Dortmund liegt. Im Aufbau leistete sich der BVB zu viele Ballverluste, die Laufwege wirkten noch nicht sauber abgestimmt, das Zusammenspiel nicht ausgereift.
Schon in der 10. Minute spielte Jobe Bellingham einen Querpass direkt in den Lauf von Luis Díaz - ein früher Warnschuss. Kurz vor der Halbzeit führte ein ähnlicher Fauxpas zum 0:2 durch Olise, sodass sich aus genau solchen Unsauberkeiten ein grundsätzliches Problem entwickelte. Dortmund hatte Ideen, aber noch nicht immer die Sicherheit, sie auch kontrolliert auf den Platz zu bringen.
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Fabio Silva (l.) traf für Borussia Dortmund zum zwischenzeitlichen Anschluss gegen den FC Bayern

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Trotzdem hatte dieser Auftritt etwas Verheißungsvolles. Vor allem der 18-jährige Neuzugang Karetsas deutete an, warum er in Dortmund schnell zum Publikumsliebling werden könnte. Seine Ballannahmen, sein linker Fuß, seine kreativen Ideen mit dem Ball - das hatte Spielwitz und technische Finesse. Karetsas wirkte nicht wie ein Fremdkörper, sondern schon erstaunlich zu Hause.
In der zweiten Halbzeit kam mit Giannis Konstantelias ein weiterer neuer "Reiz" hinzu. Mit dem Neuzugang von PAOK Saloniki bekam das BVB-Spiel noch einmal eine andere Energie. Sein Seitfallzieher kurz nach der Einwechslung war ein spektakuläres Ausrufezeichen. Das 1:2 durch Fabio Silva passte deshalb zum engagierteren Auftritt nach der Pause.
Konstantelias öffnete mit einem Geistesblitz den Raum auf Svensson, dessen Hereingabe Silva in der Mitte verwertete. Ein stark herausgespieltes Tor über die linke Seite und ein Treffer, der zeigte, dass Dortmunds neue Offensive mehr kann, als nur Hoffnung zu produzieren. 
Der BVB war in diesem Supercup noch nicht fertig. Zu viele Abläufe passten noch nicht, zu viele Angriffe endeten unsauber, zu oft fehlte im letzten Drittel die klare Verbindung. "Die Bayern hatten viele gute Chancen, der Sieg war am Ende verdient. Wir haben gute Ansätze gezeigt, natürlich ist vieles noch neu. Aber wir werden immer stärker werden, wir haben gute Jungs dabei", sah auch Torwart Gregor Kobel.
Die Richtung ist erkennbar. Dortmund hat neue Spieler, die begeistern können. Und mit etwas Fantasie könnten genau diese kleinen BVB-Frechdachse den Bayern in dieser Saison zumindest deutlich häufiger auf die Nerven gehen.
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Flick freut sich über "Führungsspieler" und "Persönlichkeit" Rodri

Quelle: Perform


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