So lief das Spiel:

Gegen Nordirland musste die deutsche Nationalmannschaft einen frühen Rückschlag einstecken. Nach einer misslungenen Kopfabwehr von Kapitän Toni Kroos, der den pausierenden Manuel Neuer vertrat, traf Michael Smith durchaus sehenswert aus der Distanz ins linke untere Toreck. Marc-André ter Stegen im Tor der DFB-Elf hatte keine Abwehrmöglichkeit (7.).

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Den Gegentreffer steckte die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw allerdings schnell weg. Zunächst scheiterte Serge Gnabry im direkten Duell mit Nordirlands Schlussmann Bailey Peacock-Farrell (10.), ehe Ilkay Güdoğan nach einer abgefälschten Flanke von Jonas Hector per Kopf nur den rechten Pfosten traf (11.).

Die neu formierte Viererkette der DFB-Elf, für Matthias Ginter, Robin Koch und Nico Schulz spielten Jonathan Tah, Emre Can und Jonas Hector, musste bei seltenen, aber immer wieder gefährlichen Gegenstößen der Nordiren aufmerksam bleiben. Bei einem Vorstoß von Patrick McNair musste Joshua Kimmich mit aushelfen, grätschte McNair den Ball im Strafraum im letzten Moment vom Fuß (12.).

In der Offensive blieb die DFB-Elf dagegen variabel, zunächst scheiterte Julian Brandt mit einem Schlenzer, ehe ein Versuch von Hector beinahe von Craig Cathcart ins eigene Tor abgefälscht wurde (18.). Wenig später jubelte "die Mannschaft" dann aber doch. Erneut wurde Hector auf der linken Seite freigespielt, seine Hereingabe landete bei Serge Gnabry, dessen Schuss aus der Drehung wuchtig im rechten oberen Toreck einschlug (19.).

Anschließend nahm sich die Partie eine kleine Auszeit, Deutschland kontrollierte das Geschehen, ohne den Druck der ersten zwanzig Minuten jedoch aufrecht zu erhalten. Erst kurz vor der Pause wurde es noch einmal spannend. Zunächst scheiterte Kroos mit einem Distanzversuch (42.), ehe erneut Hector den Treffer für die DFB-Elf einleitete. Seine Hereingabe von der linken Seite verpasste Gnabry am ersten Pfosten zunächst, hinter ihm tauchte allerdings Leon Goretzka auf und drückte den Ball aus fünf Metern mit Hilfe des rechten Innenpfostens über die Linie zur 2:1-Halbzeitführung für die Löw-Mannschaft.

Im zweiten Durchgang erwischte Deutschland einen Traumstart. Die meisten Zuschauer waren noch gar nicht auf ihre Plätze zurückgekehrt, als es bereits 3:1 für die Hausherren stand. Lukas Klostermann bediente bei einem Angriff über die rechte Seite Gnabry, der nach starker Ballmitnahme sofort abzog und den Ball im linken Eck unterbrachte (47.). Die Deutschen zeigten sich nun spielfreudig und kombinierten sich immer wieder ansehnlich zu guten Möglichkeiten. Eine davon nutzte nach einer Stunde erneut Gnabry: Nach starkem Zuspiel von Brandt tauchte der Bayern-Stürmer im nordirischen Sechzehner auf, schüttelte Gegenspieler Tom Flanagan ab und traf vom linken Fünfmetereck ins lange Eck (60.). Es war bereits der 13. Treffer des Münchners im 13. Länderspiel – so eine Quote hatte bislang nur Gerd Müller, der Bomber der Nation, aufweisen können.

Mit der komfortablen 4:1-Führung im Rücken wechselte Bundestrainer Löw fleißig aus, so kam auch der bisherige Unglücksrabe Niklas Stark von Hertha BSC zu seinem Nationalmannschaftsdebüt - er ersetzte Klostermann in der Viererkette (65.). Dem Spielfluss tat dies keinerlei Abbruch – ganz im Gegenteil: Goretzka verfehlte das Tor zunächst noch knapp (68.), traf dann aber wenig später mit einem Schuss aus 17 Metern ins linke untere Eck sogar noch zum 5:1 (73.).

In der Schlussphase ließ Deutschland nichts mehr anbrennen, Nordirland setzte sich allerdings auch nicht mehr zur Wehr. In der Nachspielzeit machte Brandt dann das halbe Dutzend voll, von Kroos stark in Szene gesetzt traf der Youngster im Fallen aus acht Metern ins rechte obere Eck (90.+1).

Deutschland feierte durch den überzeugenden Sieg auch den ersten Platz in der EM-Qualifikationsgruppe C und verwies die Niederlande auf den zweiten Rang.

Der Tweet zum Spiel:

Die Stimmen zum Spiel:

Jonas Hector (Deutschland): "Wir haben uns viel vorgenommen, im letzten Spiel des Jahres nochmal einen rauszuhauen. Wir hatten natürlich direkt die kalte Dusche mit dem 0:1 und hatten einige Probleme in der ersten Halbzeit. aber ab dem 3:1 hatten wir es dann denke ich sehr gut im Griff."

Serge Gnabry (Deutschland): "Ich muss jedes Spiel versuchen, mein Bestes zu geben. Hier spiele ich ja vorne drin, und das macht mir auch sehr viel Spaß. So langsam nervt es mich, immer vom Umbruch zu sprechen. Klar wir haben eine junge Mannschaft, wir haben sehr viel Spaß miteinander und verstehen uns alle gut. In der Mitte des Jahres hatten wir Schwierigkeiten, die Spiele nach Hause zu bringen, aber die Performances waren fast immer gut."

Leon Goretzka (Deutschland): "Unser großes Ziel war es, einen gelungenen Jahresabschluss hinzulegen, dementsprechend motiviert waren wir heute. Deshalb sind wir auch sehr zufrieden jetzt, dass wir das so hinbekommen haben. Jeder Sieg gibt Selbstvertrauen, bei so einer jungen Mannschaft brauchst du das auch. Erfolgserlebnisse sind wichtig. Ich versuche immer, mein Bestes zu geben und der Mannschaft zu helfen. Das kann ich auch, davon bin ich überzeugt."

Joachim Löw (Trainer Deutschland): "Es hat sehr viel Spaß gemacht, weil wir das Spiel auch sehr konsequent durchgezogen haben. Mit dem ersten Schuss ist Nordirland in Führung gegangen, aber wir haben uns nicht groß beeindrucken lassen. Es ist natürlich nicht so einfach, weil sie schon relativ tief standen. Aber trotzdem haben wir heute gute Laufwege gemacht und viel Bewegung vorne gehabt."

Das fiel auf: Über außen zum Erfolg

Jonas Hector zeigte in seinem ersten Länderspiel seit einem Jahr einen starken Auftritt. Der Außenverteidiger vom 1. FC Köln legte die ersten beiden Tore der DFB-Elf über seine linke Außenbahn vor, zeigte die oftmals bei der Nationalmannschaft so vermissten Laufwege und Vorstöße bis zur Grundlinie und setzte seine Mitspieler mit präzisen Hereingaben stark in Szene. Joshua Kimmich und Toni Kroos auf der Doppelsechs erkannten den Freiraum für Hector ein ums andere Mal stark und bedienten den Kölner immer wieder mit präzisen Zuspielen. So dürfte sich auch Hector wieder mehr in den Fokus des Bundestrainers gespielt haben.

Die Statistik: 13

Serge Gnabry trifft im DFB-Trikot wie er will – 13 Tore erzielte der Münchner in bislang 13 Länderspielen und zeigt, warum der Vertrauensvorschuss von Bundestrainer Löw (“Gnabry spielt immer”) gerechtfertigt ist.

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